Netzwerk-Strategie: 

netzeitung.deYahoo will sozialer werden

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Yahoo sucht den Weg in die Zukunft. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Yahoo sucht den Weg in die Zukunft.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Was die Konkurrenz längst praktiziert, soll nun auch bei dem Suchmaschinenkonzern für höhere Werbeerlöse sorgen: Nutzern möchte man den Kontakt zu Freunden und Familie erleichtern. Auf radikalere Weise.

Das Internetportal Yahoo plant, offener zu werden und mehr als bisher die sozialen Aktivitäten der Nutzer zum Ausdruck zu bringen. Dabei sollen auch Anwendungen von anderen Online-Diensten eingebunden werden. Dies könnte die Einnahmen aus der Werbung steigern. Der Start dieses «neuen Yahoo» ist aber derzeit ebenso ungewiss wie die Zukunft des Unternehmens selbst.

Wie Yahoo bald aussehen könnte, schilderte Technikchef Ari Balogh auf einer Web-2.0-Konferenz vor mehr als tausend Zuhörern. «Wir werden die Erfahrung mit Yahoo von Grund auf verändern und überall soziale Dimensionen einführen», erklärte er. Das neue Yahoo soll den rund 500 Millionen Nutzern weltweit eine größere Flexibilität geben, um Webseiten wie auch die Yahoo-Startseite ihren persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Sie können dann aus einer Vielzahl von kleinen Anwendungen wählen, den sogenannten Widgets, die beliebig auf der Website verteilt und angeordnet werden.

Jederzeit Kontrolle über persönliche Daten
Auch die Verbindung zu Freunden und Familie soll einfacher und schneller werden. Yahoo zeigt dann auf Wunsch Aktivitäten und Äußerungen der Online-Freunde an. Anderseits werde auch sichergestellt, dass die Nutzer jederzeit die Kontrolle über ihre persönlichen Informationen behielten, versicherte Balogh. Das Konzept ist neu für Yahoo - Konkurrenten wie Google und die sozialen Netze wie Facebook und Myspace kennen es schon länger.

Es solle noch vor Jahresende losgehen, erklärte Balogh. Allerdings könnte es sein, dass Yahoo dann schon nicht mehr eigenständig ist, sondern von Microsoft geführt wird. Mehr als 44 Milliarden Dollar in Geld und Aktien hat der Konkurrent geboten. Das Angebot wurde aber von der Yahoo-Führung als zu niedrig abgelehnt. Stattdessen wird die lang versprochene neue Strategie zur Neuausrichtung des Unternehmens forciert, die den Aktionären beweisen soll, dass Yahoo eigenständig und profitabel bleiben kann.

Einnahmesteigerung von 20 Prozent geplant
Die Einnahmen sollten 2009 und 2010 um mehr als 20 Prozent steigen, hieß es nach der letzten Quartalbilanz. Es ist nicht Yahoos erster Versuch, von den wachsenden sozialen Netzen im Internet zu profitieren. 2005 wurde ein eigenes soziales Netz namens 360 gestartet, das sich aber nicht durchsetzte und inzwischen wieder eingestellt wurde. Auch bot Yahoo 2006 eine Milliarde Dollar für Facebook, was aber zurückgewiesen wurde. Inzwischen hat sich Microsoft mit 1,6 Prozent an Facebook beteiligt – für 240 Millionen Dollar. Und nun will Microsoft Yahoo, um dem mächtigen Online-Konkurrenten Google Paroli bieten zu können. (AP)
Die Rede auf der Konferenz