11.11.2009
Herausgeber: netzeitung.de
«R.I.P. Robert»
Seine persönliche Webseite ist zum Kondolenzbuch geworden und Hannover96.de besteht derzeit aus einer großen Traueranzeige. Auch in Fußballforen, auf Facebook und Twitter trauern zigtausende Menschen um Robert Enke.
«Wir trauern um Robert Enke», die Webseite von Bundesligist Hannover 96 drückt aus, was Fußballfans in ganz Deutschland fühlen. Seit den Morgenstunden besteht die Homepage
Hannover96.de nur aus einer schwarzen Seite mit Traueranzeige.
Nach dem Selbstmord von Fußball-Nationaltorhüter Enke nutzen die Fans weltweit das Internet als ihr Ventil für Trauer und Fassungslosigkeit. Auf der Webseite von Robert Enke
Enke1.de trugen sich minütlich trauernde Fans in ein schnell eingerichtetes Online-Kondolenzbuch ein.
Im Online-Netzwerk Facebook
wurden noch am Dienstagabend
zwei Trauerforen in Gedenken an den 32-Jährigen eingerichtet. Innerhalb weniger Stunden kondolierten über 15.000 Menschen, bis zum Morgen waren es bereits über 21.000. Die Fans zeigten sich geschockt und ratlos.
«Warum?»Die Frage «Warum?» ist auch im Internet die zentrale Frage. Viele Fußballanhänger wollen jedoch einfach ihre Wertschätzung ausdrücken. Sätze wie «ein Mythos stirbt nie», «wir werden Dich vermissen» oder «er war einer der Besten» sind keine Seltenheit. Das Mitgefühl der Fans gilt vor allem seiner Familie.
Selten waren sich Fußballfans so einig. Selbst in den Foren anderer Bundesligisten sind Beileidsbekundungen und Lobeshymnen der Fußballgemeinde zu finden. Nur kurz nach Bekanntwerden der Tragödie am Dienstagabend brachen zahlreiche Fanforen wegen Überlastung zusammen. Auch die Internetauftritte der ortsansässigen Zeitungen
«Hannoversche Allgemeine Zeitung» und
«Neue Presse» waren zeitweise nicht mehr aufrufbar.
Internationale TrauerIm deutschsprachigen Teil des Online-Dienstes Twitter befassen sich derzeit die meisten
Einträge mit dem tragischen Tod Enkes. Überwiegend wird der Witwe Beileid ausgesprochen, Nutzer «@sprity_» schreibt stellvertretend für viele: «das traurige ist ja, dass ich glaube, dass auch dieser Tod von #Enke nichts am Tabu Depression, besonders im Sport ändern wird».
Doch nicht nur auf nationaler Ebene wird getrauert. Der FC Barcelona gedenkt auf seiner
Homepage Robert Enke ebenso wie
Benfica Lissabon. Auf der Internetseite des Fußball-Weltverbandes
Fifa drücken Fans aus allen Teilen der Welt ihre Trauer um den ehemaligen Nationaltorhüter aus und auch hier werden es ständig mehr. Egal ob aus China, Australien, den USA oder aus Exoten wie Trinidad and Tobago der Tenor bleibt der Gleiche: «R.I.P. Robert». (dpa/nz)