FDP Unna bestätigt:
FDP-Unna-Account auf Twitter ist Fälschung
27.09.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Gefälschter FDP_Unna-Account auf Twitter Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Tausend Twitterer, tausend Prognosen: Wieder einmal macht das Online-Netzwerk mit vorab veröffentlichten Prognosen von sich reden. Vor allem der gefälschte Twitter-Account eines FDP-Kreisverbands sorgt für Aufmerksamkeit.
Auf der Kurznachrichten-Plattform Twitter kursierten bereits Stunden vor Schließung der Wahllokale detaillierte Prognosen über das Abstimmungsergebnis der Bundestagswahl.
Neben vielen privaten Prognosen erregte vor allem ein
gefälschter Twitter-Account des FDP-Kreisverbandes Unna Aufmerksamkeit. «Dieser Account ist definit nicht von uns», betont Martin Bick vom FDP Stadtverband Unna auf Anfrage der Netzeitung. Es handele sich um eine «klare Fälschung».
In dem Twitter-Profil war kurz nach 16 Uhr ein sogenannter Exit Poll veröffentlicht worden: «Hören gerade aus Berlin Prognose: #CDU 32,6% #FDP 14,3% #SPD 27,7% #Linke 10,9% #Grüne 11,3%». Nur wenig später hieß es: «Aber immerhin #Piraten- nur 4.6%. Trotzdem schlecht für Schwarz-Gelb. #FDP+», bevor schließlich der letzte Tweet zum Thema veröffentlicht wurde: «Gerade Anruf aus Berlin bekommen, nehmen Prognose wieder runter. Hoffen aber noch.»
Die sogenannten «Exit Polls» mit Zahlen und Trends zum Wahlausgang werden den Parteien schon nachmittags mitgeteilt, damit sie sich auf den Wahlabend vorbereiten können.
Tausend Twitterer, tausend PrognosenAndere Twitter-Nutzer behaupteten am Sonntagnachmittag, sich auf renommierte Umfrageinstitute zu beziehen und aus Wählerbefragungen zu zitieren. Die angeblichen Ergebnisse werden teilweise bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma genannt. Die bei Twitter verbreiteten Zahlen weichen allerdings sehr stark voneinander ab.
Es ist in Deutschland unter Androhung von bis zu 50.000 Euro Strafe verboten, die Ergebnisse von Wählerbefragungen am Wahltag vor Schließung der Wahllokale zu veröffentlichen.
Testseiten sorgen für AufregungFür Aufregung im Netz sorgte auch die Verbreitung der Meldung, r Bremer Landeswahlleiter habe angeblich erste Zwischenergebnisse der Bundestagswahl in der Hansestadt veröffentlicht. Diese Zwischenergebnisse gibt es aber gar nicht, wie Landeswahlleiter Jürgen Wayand der Nachrichtenagentur AP sagte. Es handle sich lediglich um Testseiten für einen sehr beschränkten Kreis von Journalisten.
Auf Wunsch einiger Medien sei eine Art «geheime Homepage» geschaffen worden, zu der nur Zugang habe, wer die ganz genaue Internetadresse kenne. Die Journalisten hätten darum gebeten, in der Wahlnacht die laufend aktualisierten Ergebnisse einsehen zu können. Damit man vorab eine Idee bekomme, wie die Seiten aussähen, seien eben diese jetzt als angebliche «Zwischenergebnisse» verbreiteten Seiten aufgelegt worden. «Das war einer reiner Service, ein Test», sagte Wayand. «Irgendeiner hat das wohl einfach weitergegeben.» (nz/AP/dpa)