Student wegen 30 Songs verurteilt:
675.000 Dollar Strafe für illegale Downloads
Laut Gesetz wäre eine Zahlung von bis zu 150.000 Dollar pro Titel bei vorsätzlichem Handeln möglich gewesen, Tenenbaum drohte damit eine Höchststrafe von 4,5 Millionen Dollar. Am Ende sprach die Jury den Plattenfirmen für jeden Song 22.500 Dollar Schadenersatz zu. «Ich bin enttäuscht, aber nicht überrascht. Ich habe das erwartet», sagte Tenenbaum der Zeitung «Boston Herald» nach dem Schuldspruch. Er müsse jetzt wohl Privatinsolvenz anmelden.
Tenenbaums Anwalt nannte das Urteil «nicht fair» und kündigte an, eine Berufung zu prüfen. Der Jurist hatte zuvor an die Jury appelliert, nur eine Minimalstrafe von 750 Dollar pro Lied auszusprechen. Cara Duckworth erklärte als Sprecherin des Verbands der US-Plattenindustrie: «Wir freuen uns, dass Herr Tenenbaum schließlich anerkannt hat, dass Künstler und Musikfirmen für ihre Arbeit bezahlt werden müssen.»
Der Fall war erst der zweite solche, der vor einem US-Gericht verhandelt wurde. Im Juni hatte ein Gericht im Bundesstaat Minnesota eine 32-jährige Frau für das Herunterladen von 24 Songs zu 1,92 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt. Hier hatte der Anwalt der 32-Jährigen Berufung eingelegt. (nz/dpa/AP)
