Betrug in Online-Netzwerken:
So funktioniert der Facebook-Nepp
13.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Facebook am Bildschirm
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In letzter Zeit hört man häufig von Hacker-Attacken auf Online-Netzwerke und gecrackten Facebook-Profilen. Ein Blogger hat nun einen Erfahrungsbericht veröffentlicht. Dabei wird deutlich: Es kann jeden treffen.
Die Warnungen häufen sich, doch nur die wenigsten Betroffenen melden sich öffentlich zu Wort: Anbieter von IT-Sicherheitssoftware schlagen oft Alarm, wenn es um die möglichen Gefahren von Nutzern der großen Online-Netzwerke Facebook, StudiVZ, Myspace oder Twitter geht. Selten aber sind solche Betrugsfälle mit Beispielen belegt.
Der Blogger Franz Patzig, in der Blogosphäre als «Franztoo» bekannt«, füllt nun diese Lücke mit einem anschaulich geschriebenen Beitrag in seinem Weblog über einen erfolgreichen Betrugsversuch. Neben seinem Blog pflegt er auch ein Profil im Online-Netzwerk Facebook. Dort meldete sich kürzlich jemand aus seinem »Freundeskreis«.
Eine Freundin, die er sehr mag, berichtete im Facebook-Chat über eine Notlage. Sie sitze gerade in London fest und jemand habe ihr Geld, die Kreditkarte und das Mobilfunkgerät gestohlen. Ob ihr Facebook-»Freund« ihr nun mit einer Geldüberweisung via Western Union helfen könne?
150 Euro plus GebührenBlogger Patzig ließ sich das nicht zweimal sagen, zumal er von seiner Freundin wusste, dass sie Verwandte in Großbritannien hat und er ihren Aufenthalt in London somit für plausibel hielt. Er überwies 150 Euro plus 19 Euro Gebühren für den Geldtransfer über Western Union. Nur wenige Tage später meldete sich die Freundin erneut über Facebook.
Doch statt wie erwartet Worte des Dankes zu erhalten, wurde Blogger Patzig darauf hingewiesen, dass der Facebook-Account der Freundin gehackt worden sei: »Wenn Ihr irgendwelche E-Mails oder Chat-Anfragen wegen Geld bekommen habt, dann beachtet sie nicht sie sind NICHT von mir.
Die Freundin bot dem Blogger an, für den entstandenen Schaden aufzukommen. Doch dieser lehnte ab, schließlich sei er in diesem Fall der «Trottel» gewesen. «Ich werde nicht aufhören Freunden zu helfen. Aber ich werde vorsichtiger sein. Und jeder der in einer Notlage ist, wird es verstehen (müssen)», lautet sein Fazit. (nz)