Filesharing-Plattform wechselt den Besitzer: 

netzeitung.dePirate Bay - nicht verraten, aber verkauft

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Pirate Bay am Bildschirm (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Pirate Bay am Bildschirm
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Überraschung! Nur wenige Monate nach ihrer Niederlage vor einem schwedischen Gericht geben die Pirate-Bay-Betreiber ihre Filesharing-Plattform ab. Der neue Besitzer heißt Global Gaming Factory.

Die umstrittene Internet-Tauschbörse The Pirate Bay bekommt neue Besitzer und soll als legales Angebot weitermachen. Das schwedische Spiele- und Software-Unternehmen Global Gaming Factory (GGF) bestätigte am Dienstag in Stockholm die Übernahme. Zugleich gab GGF den Kauf der Softwareschmiede Peeralism bekannt, die eine neue Übertragungstechnik für derartige Tauschbörsen entwickelt habe.

GGF-Geschäftsführer Hans Pandeya sagte der Online-Ausgabe der Zeitung «Svenska Dagbladet», die bisherigen Betreiber von Pirate Bay seien «reine Idealisten, die ausschließlich das Wohl der Internetnutzer beim Filesharing im Auge gehabt haben». Der Preis für Pirate Bay soll bei 60 Millionen Kronen, umgerechnet rund 5,5 Millionen Euro, liegen. Peeralism soll 100 Millionen Kronen, 9,2 Millionen Euro, kosten. Der Handel soll im August abgeschlossen sein.

Das Inkrafttreten des Kaufvertrages wird neben noch offenen Finanzierungsfragen auch davon abhängig gemacht, ob die «erworbenen Aktivitäten legal und entsprechend eigener Absichten angewandt werden können». GGF will Pirate Bay so betreiben, dass «auch Entgeltzahlungen an die Lieferanten von Inhalten und Besitzer von Urheberrechten möglich sind». GGF unterhält nach eigenen Angaben das größte Netzwerk von Internet-Kaffees und Internet-Spiele-Centern in der Welt und entwickelt die dafür nötige Software.

Revisionsverfahren in Schweden?
Das populäre Web-Angebot Pirate Bay mit mehr als 20 Millionen Nutzern stellte bisher eine Plattform dar, über die Internetnutzer Kopien von Musik, Filmen und Software auf anderen Computern finden und kostenlos herunterladen können. Weil Teile des Angebots urheberrechtlich geschützt sind, sprechen Vertreter der Musik- und Filmindustrie dabei von Raubkopien.

Vier der bisher verantwortlichen Schweden sind in Stockholm im April wegen Verletzung des Urheberrechtes zu je einem Jahr Haft und Schadensersatz über umgerechnet 2,7 Millionen Euro verurteilt worden. Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt. Die bisherigen Betreiber argumenierten, Pirate Bay selbst speicherte kein urheberrechtlich geschütztes Material. Es vermittelte Interessenten aber die Verbindung zu Internetnutzern, die ihrerseits die gewünschten Inhalte auch unter Umgehung von Urheberrechtsbestimmungen bereitstellen.

Der Zugang zu Pirate Bay ist in einigen europäischen Ländern gesperrt, weil der Dienst als Verletzung von Urheberrechten eingestuft wird. Neben dem Revisionsverfahren in Schweden steht möglicherweise in den Niederlanden ein Gerichtsverfahren gegen drei Verantwortliche an. (nz/dpa/AP)