Studie zur Nutzung digitaler Technik: 

netzeitung.deVon Desktop-Veteranen und Netz-Abstinenzlern

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Digitale Mitarbeiter? Medienschieber? Gelegenheitssurfer? (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Digitale Mitarbeiter? Medienschieber? Gelegenheitssurfer?
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Das US-amerikanische Pew-Institut hat auf der Grundlage von zwei Umfragen eine Typologie von Computer-, Internet- und Handy-Nutzern entwickelt. Unterschieden wird zwischen zehn verschiedenen Einstellungen.

Zehn verschiedene Einstellungen im Umgang mit den digitalen Techniken und Online-Welten hat das US-amerikanische Pew-Institut ermittelt und daraus eine Typologie von Computer- und Internetnutzern entwickelt.

Die beiden größten Gruppen in der Bevölkerung der USA stellen dabei mit jeweils 14 Prozent die Gelegenheitssurfer («Drifting surfers») und die Internet-Abstinenzler («Off the Network»), die anderen Kategorien liegen dicht beieinander. Im Folgenden können Sie überlegen, in welche Schublade Sie am besten passen.

Digitale Mitarbeiter
Digitale Mitarbeiter (Digital Collaborators), acht Prozent in den USA, besitzen von allen Bevölkerungsgruppen die meisten elektronischen Geräte und die umfangreichsten Kontakte im Netz. Sie nutzen das Internet für die Zusammenarbeit, zum Ausleben ihrer Kreativität oder auch zur Unterhaltung. Sie konsumieren nicht nur Internet-Angebote, sondern veröffentlichen auch eigene Beiträge. Sie sind zu 56 Prozent männlich, das Durchschnittsalter liegt bei 39 Jahren. «Sie gehen vorwärts ohne Furcht und Zögern», erklärt John Horrigan vom Pew Internet and American Life Project.

Ambivalente Netzwerker
Ambivalente Netzwerker (Ambivalent Networkers), sieben Prozent in den USA, nutzen das Internet zwar ebenfalls intensiv, aber ohne die Begeisterung der digitalen Kollaborateure. Sie sind in Online-Netzwerken aktiv, weil sie Angst haben, etwas zu verpassen. Von allen Gruppen nutzen sie am intensivsten mobile Geräte für Datenverbindungen. Technik sei für sie aber eher eine Verpflichtung, erklärt Institutsdirektor Lee Rainie. Sie sind zu 60 Prozent männlich und mit durchschnittlich 29 Jahren am jüngsten.

Medienschieber
Medienschieber (Media Movers), sieben Prozent in den USA, sammeln überall im Netz neue Informationen und geben sie an andere weiter. Sie sind vor allem auf Nachrichten-Portalen unterwegs, aber auch auf Seiten für speziellere Interessen. Zu erkennen sind sie auch daran, dass sie im Online-Netzwerk ständig Links zu Artikeln oder Videos weitergeben. Mobile Geräte nutzen sie vor allem für Text- und Bildmitteilungen. Ihnen macht es aber auch nichts aus, wenn sie wegen einer interessanten Information am Handy angerufen werden. Sie sind zu 56 Prozent Männer, das Durchschnittsalter ist mit 34 Jahren das zweitjüngste aller Gruppen.

Herumtreiber
Herumtreiber (Roving Nodes), neun Prozent in den USA, nutzen das Internet sehr selektiv und zweckgebunden. Sie sind vor allem Informationskonsumenten und weniger als die ersten drei Gruppen in Online-Netzwerken zu finden. Das Handy nutzen sie für SMS oder E-Mail, und überhaupt ist E-Mail für sie noch die wichtigste Tür ins Netz. Sie bloggen nicht und betreiben keine eigenen Webseiten. «Gib ihnen ein Mail-Programm, einen Browser und ein Handy für SMS, und sie sind zufrieden», heißt es in der Studie. Sie sind zu 56 Prozent Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 39 Jahren.

Mobile Anfänger
Mobile Anfänger (Mobile Newbies), acht Prozent in den USA, brauchen ihr Handy, um in Kontakt mit anderen zu bleiben. Sie nutzen es vor allem für Gespräche, gelegentlich verschicken sie aber auch SMS-Mitteilungen. Das Internet findet für sie nur am Rande statt. Neue Technik finden sie eher verstörend, und weniger als die Hälfte der Befragten in dieser Gruppe nutzt eine Breitbandverbindung. Sie sind zu 55 Prozent Frauen, das Durchschnittsalter ist mit 55 Jahren relativ hoch.

Desktop-Veteranen
Desktop-Veteranen (Desktop Veterans), 13 Prozent in den USA, nutzen das Internet für Informationen und Kontakte. Ihr Computer hat meist einen Breitbandanschluss ans Netz. Das Handy hat für sie keine große Bedeutung, und sie nutzen es bevorzugt für Gespräche. Sie sind zu 55 Prozent männlich und zu 72 Prozent verheiratet, ihr Durchschnittsalter liegt bei 46 Jahren.

Gelegenheitssurfer
Gelegenheitssurfer (Drifting Surfers), 14 Prozent in den USA, sind zwar meist mit der nötigen Technik fürs Internet ausgestattet, nutzen diese aber nur unterdurchschnittlich. Wenn sie mal einen Tag nicht im Netz sind, fehlt ihnen nichts. Schließlich schauen sie dort meist nur die Schlagzeilen an und erledigen ansonsten ihren E-Mail-Verkehr. Blogs oder Online-Videos interessieren sie nicht. Sie sind zu 56 Prozent Frauen und durchschnittlich 42 Jahre alt.

Informationsrückständige
Informationsrückständige (Information Encumbered), zehn Prozent in den USA, haben zwar einen Zugang zum Internet und meist auch ein Handy, interessieren sich aber kaum für Informationen. Sie sind am E-Mail-Verkehr beteiligt, lesen aber nur sporadisch Nachrichten und interessieren sich eher noch fürs Online-Shopping. Sie sind zu 67 Prozent Männer, ihr mittleres Alter liegt bei 53 Jahren.

Gleichgültige
Gleichgültige (Tech Indifferent), zehn Prozent in den USA, interessieren sich nicht für digitale Geräte und gehen nur unregelmäßig ins Internet. Telefongespräche führen sie zumeist übers Festnetz. Nur wenige von ihnen haben jemals eine SMS verschickt. Sie sind zu 55 Prozent Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 59 Jahren.

Internet-Abstinenzler
Internet-Abstinenzler (Off the Network), 14 Prozent in den USA, haben weder einen Internet-Anschluss noch ein Handy. Eine Minderheit hat zwar einen Computer, der aber nur als Schreibmaschine verwendet wird. Einige von ihnen waren einmal im Netz, sind aber hinausgefallen, zum Teil weil ihr Computer kaputtgegangen ist. Sie sind zu 57 Prozent Frauen und durchschnittlich 67 Jahre alt.

Die Studie des Pew-Instituts beruht auf zwei Umfragen mit jeweils 1.500 bis 2.000 erwachsenen Teilnehmern, die im Dezember 2007 abgeschlossen und im März 2009 präsentiert wurden. (Annick Jesdanun/AP)