26.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Street-View-Aufnahmen gehen weiter
Allen Protesten im In- und Ausland zum Trotz will Google auch in Deutschland wieder mit Kameras ausgerüstete Autos für seinen umstrittenen Dienst Street View auf die Straßen schicken.
Von Freitag an schickt Google wieder mit speziellen Kameras ausgerüstete Autos auf Deutschlands Straßen. Die Aufnahmen für das Street-View-Projekt gehen weiter, sagte der Pressesprecher von Google Deutschland, Stefan Keuchel, am Donnerstag.
Das von manchen Datenschützern kritisch gesehene Street View ist Bestandteil des Online-Karten-Dienstes Google Maps und kann auch in der Geografie-Software Google Earth aufgerufen werden. Es bietet dem Anwender dreidimensionale Fotoansichten von Straßen und Gebäuden in einer um 360 Grad drehbaren Perspektive.
Bisher ist Street View unter anderem in den USA, Großbritannien und Frankreich verfügbar. Wann der Dienst auch Bilder von Straßen und Häusern in Deutschland zeigt, lässt sich Stefan Keuchel zufolge noch nicht sagen. «Wir machen jetzt erstmal mit den Aufnahmen weiter.» Diese seien im Herbst des vergangenen Jahres abgebrochen worden, was jedoch nicht mit der öffentlichen Kritik zu tun gehabt habe. «Vielmehr benötigen wir für die Aufnahmen gutes Wetter.»
Entfernung des MotivsKeuchel betonte, dass Street View keine Live-Bilder zeigt: «Zwischen den Aufnahmen und der Veröffentlichung vergehen Monate.» Die Gesichter zufällig fotografierter Personen würden ebenso automatisch unkenntlich gemacht wie die Kennzeichen abgebildeter Fahrzeuge.
Darüber hinaus gebe es bei Street View die Möglichkeit, Google zum Entfernen von Bildern aufzufordern, die zum Beispiel das eigene Haus zeigen. Auch Nutzer, die glauben, dass sie auf einem Bild noch erkennbar sind, könnten über ein Online-Formular die Entfernung des Motivs beantragen. Der Anteil solcher Anfragen liegt laut Keuchel in den Ländern, von denen Street View-Aufnahmen bereits verfügbar seien, im Promille-Bereich.
Zuletzt kam es in Großbritannien zu Protesten gegen den Google-Dienst. Dort tauchten in Street View Bilder auf, auf denen nackte Kinder und Sexshop-Kunden zu sehen waren. Ihre Gesichter waren nicht unkenntlich gemacht worden. (dpa/nz)