Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen: 

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Online-Netzwerk Facebook hat sich mit einer Änderung der AGB heimlich persönliche Bilder, Texte und Daten seiner Nutzer gesichert - selbst über eine Account-Löschung hinaus. Datenschützer sind alarmiert, User machen mobil.

Das Online-Netzwerk Facebook hat fast unbemerkt seine Geschäftsbedingungen geändert und damit bei Nutzern und Datenschützern für Empörung gesorgt. Facebook verfügte schon vorher über das «unwiderrufliche» Nutzungsrecht an allen veröffentlichten Daten, Fotos und Videos. Das gilt seit vergangener Woche aber auch für den Fall, dass der Nutzer seinen Account löscht.

«Ich halte diesen Dienst so für nicht weiter nutzbar, weil nicht überschaubar ist, wie Daten weiterverwendet werden», warnte Maren Raguse vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Kiel. Jeder Nutzer solle überprüfen, ob er auf einen deutschen Dienst ausweicht, der auch dem deutschen Recht unterliegt, rät die Expertin.

Weil Facebook seinen Unternehmenssitz in Kalifornien hat und nur eine deutschsprachige Domäne betreibt, gilt das US-Recht. Deshalb seien die geänderten Nutzungsbedingungen auch für hiesige Nutzer gültig. In Deutschland hat Facebook mehr als zwei Millionen Mitglieder und gilt als härtester Konkurrent des Marktführers StudiVZ. Tausende Nutzer formieren sich derzeit in internen Gruppen und rufen zum kollektiven Löschen der Profile auf. Allein der Facebook-Gruppe «People Against the new Terms of Service» waren am Dienstagnachmittag fast 24.000 Mitglieder beigetreten.

Zuckerberg versucht zu beschwichtigen
Der Gründer und Chef der Plattform, Mark Zuckerberg, versuchte am Montagabend in seinem Blog zu schlichten: «Wir werden Daten in keiner Form weitergeben, die ihr nicht wollt.» Die Änderung sei nötig, damit Facebook Informationen eines Nutzers - der zum Beispiel eine Nachricht auf einer Pinnwand hinterlassen hat - auch anzeigen könne, wenn dieser sein Profil anschließend gelöscht habe. Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme, mit dem Zusatz solle den Nutzern nur der Umgang mit ihren Daten veranschaulicht werden.

In Online-Netzwerken können Nutzer ihr eigenes Profil veröffentlichen, mit anderen Mitgliedern in Kontakt treten sowie Fotos, Videos und Informationen austauschen. Facebook ist nach dem US-Rivalen Myspace der weltweit zweitgrößte Anbieter mit rund 175 Millionen Mitgliedern. (dpa/nz)