Nachfolgersuche bei Internetkonzern: 

netzeitung.deYahoo-Gründer Yang macht Platz für einen Neuen

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Er dankt ab - und macht weiter: Jerry Yang (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Er dankt ab - und macht weiter: Jerry Yang
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Vom symbolischen Titel «Chief Yahoo» will er sich noch nicht trennen - doch als Vorstandschef tritt Firmengründer Yang zurück. Jetzt beginnt die Suche nach einem Neuen.

Es ist ein Rückzug auf Raten: Der Chef des krisengeschüttelten Internet-Konzerns Yahoo, Jerry Yang, hat seinen Rücktritt angekündigt. Der Yahoo-Gründer wird seinen Posten als Vorstandschef des Internetportals aufgeben, sobald ein Nachfolger zur Verfügung steht.

Der 40-Jährige zieht damit die Konsequenzen aus dem massiven Druck nach der im Sommer geplatzten Übernahme durch den Softwarekonzern Microsoft . Der Rückzug Yangs heizte umgehend neue Übernahmespekulationen an. Yahoo kämpft mit sinkenden Gewinnen und streicht derzeit weltweit rund zehn Prozent der Stellen.
Interne oder externe Kandidaten
Yang hatte Yahoo 1994 gemeinsam mit einem Studienkollegen gegründet und ist der Firma seit langem als «Chief Yahoo» verbunden. Diesen symbolischen Titel wird er den Angaben zufolge beibehalten, außerdem wird er Mitglied des Vorstands bleiben. Seit er im Juni 2007 selbst die Unternehmensführung übernahm, hat es jedoch viele Probleme gegeben. Viele Aktionäre haben es Yang verübelt, dass er den auf 47,5 Milliarden Dollar bezifferten Verkauf von Yahoo an Microsoft verhinderte. Der Wert der Yahoo-Aktie fiel daraufhin auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

Zusammen mit dem Verwaltungsrat werde Yang einen Nachfolger suchen und während dieser Zeit noch im Amt bleiben. In Frage kämen sowohl interne als euch externe Kandidaten, teilte das US-Unternehmen am Montagabend am Sitz in Sunnyvale (Kalifornien) mit. Yang soll auch künftig wichtige Aufgaben für Yahoo wahrnehmen und wie bisher dem Verwaltungsrat angehören.

Harter Wettbewerb mit Google
Erst im Juni vergangenen Jahres hatte er selbst wieder das Ruder übernommen, um das Unternehmen zurück in die Erfolgsspur zu führen. Der Konzern leidet vor allem unter dem Wettbewerb mit dem Rivalen Google.

Microsoft hatte Yahoo kaufen wollen, um gemeinsam die Dominanz des Internet-Konzerns Google im boomenden Geschäft mit Werbung rund um die Online-Suche zu brechen. Yang lehnte jedoch mehrfach ab und wollte stattdessen eine Allianz mit Google eingehen. Google ließ die Pläne aber vor wenigen Wochen wegen Bedenken der Wettbewerbshüter und Protesten von Werbekunden platzen.

Kritik gibt es schon länger
Zahlreiche Aktionäre wie der streitbare Großinvestor Carl Icahn hatten Yang für seinen Kurs scharf kritisiert. Viele Anteilseigner verloren durch das Nein zur Microsoft-Offerte hohe Summen, denn der Aktienkurs des Unternehmens stürzte seither deutlich ab. Microsoft hatte am Schluss 33 Dollar je Yahoo-Aktie geboten, zum Handelsschluss am Montag notierte sie bei 10,63 Dollar.

Microsoft hatte zuletzt mehrfach offiziell betont, keine neue Offerte mehr machen zu wollen. Zugleich aber sorgten Äußerungen von Yang und Microsoft-Chef Steve Ballmer immer wieder für Spekulationen. Berichten zufolge sprach Yahoo auch wiederholt mit dem Internet-Portal AOL aus dem Time-Warner-Konzern über einen Zusammenschluss. (dpa/AP)