Deutsche Buchbranche kritisiert: 

netzeitung.de«Google übernimmt weltweite Wissensverwaltung»

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Noch haben die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin gut lachen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Noch haben die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin gut lachen
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Teure Einigung, goldene Zukunft: So sah es nach dem beendeten Urheberrechtsstreit zwischen Google und US-Verlegern aus. Doch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels fürchtet eine Enteignung der Autoren «auf kaltem Weg».

Die Vereinbarung zwischen Google und den US-Verlegern über die Buch-Suche im Internet gleicht aus der Sicht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels einem «Trojanischen Pferd».

«Mit ihm tritt Google an, die weltweite Wissens- und Kulturverwaltung zu übernehmen», sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, nach Mitteilung vom Donnerstag. Für Europa könne im Interesse einer kulturellen Vielfalt das amerikanische Modell nicht in Betracht kommen.
Versöhnung für 125 Millionen Dollar
Der amerikanische Autorenverband Authors Guild und die Association of American Publishers (AAP) hatten ihren über zwei Jahre andauernden Urheberrechtsstreit mit Google am Dienstag mit einer Zahlung von 125 Millionen Dollar beigelegt. Damit wurde der Weg für eine umfassende Online-Suche auch in geschützten Büchern und Texten freigemacht. Google hat bislang rund sieben Millionen Bücher aus den US-Bibliotheken eingescannt.

Google sei es nach der Vereinbarung gestattet, ohne Zustimmung der betroffenen Autoren und anderer Rechteinhaber in Bibliotheken gescannte Werke im Internet öffentlich zugänglich zu machen, kritisierte der Börsenverein. Dies sei eine Enteignung der Urheber auf kaltem Weg.
Gegen Vielfalt durch Wettbewerb
Die amerikanische Vereinbarung laufe außerdem einer Wirtschaftsordnung nach europäischem Verständnis mit dem Ziel der Vielfalt durch Wettbewerb weitestgehend zuwider. Es bestehe die Gefahr, dass Google künftig die Einkaufswahl der Verbraucher lenken und Einfluss auf die Vertriebshoheit der Verlage nehme.

Google hatte 2004 mit dem Einscannen der Bücher begonnen. Die Buchbranche bremste das Projekt aber 2005 mit Urheberrechts-Klagen. Die Einigung soll auch den Weg für den breiteren Online-Verkauf kompletter Bücher öffnen. Die vereinbarten neuen Dienste sollen nur Google-Nutzern aus den USA zugänglich sein. (dpa)