22.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Lernen am Laptop gehört heute für viele zum Alltag
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Unesco und Adolf-Grimme-Institut haben eine Website gestaltet, um die Online-Kompetenz von Kindern zu stärken. «Internet-ABC» richtet sich auch an Eltern und Lehrer - denn die machen oft die größten Fehler.
Ein falscher Klick im Internet kann fatale Folgen haben. Deshalb soll ein neues Portal Kindern und Jugendlichen dabei helfen, ihre Online-Kompetenz zu stärken. Der von den Landesmedienanstalten getragene Verein Internet-ABC stellte am Dienstag in Frankfurt am Main neue interaktive Inhalte seiner Homepage «Internet-abc.de» vor.
Das Projekt, das unter der Schirmherrschaft der deutschen Unesco-Kommission steht, richtet sich an Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren, soll aber auch Eltern und Pädagogen über die Grundlagen der virtuellen Welt informieren.
Gefahren und Chancen«Das Internet bietet viele Chancen, aber auch viele Gefahren», sagte die Vereinsvorsitzende Mechthild Appelhoff. Kinder müssten früher oder später lernen, mit diesem Medium sicher umzugehen. «Das Projekt will daher Eltern und Lehrer dabei unterstützen», fügte sie hinzu.
Den Computer einzuschalten und auf eine mehr oder minder sichere Reise durchs Netz zu gehen, sei kein größeres Problem. «Aber Online-Kompetenz ist mehr», lautet die Devise des Vereins, der von zwölf Landesmedienanstalten getragen wird.
Sicher surfen mit Eddie, dem PinguinIn verschiedenen Modulen können sich Kinder spielerisch den Möglichkeiten des Internets nähern und werden von tierischen Weggefährten begleitet: So erobert Kapitän «Eddie», ein Comic-Pinguin mit Brille auf dem Schnabel und Buch unterm Flügel, in einem Modul das «WWW-Weltmeer» und erklärt den jungen Surfern die Grundlagen übers Chatten, E-Mail-Schreiben und die Sicherheit im Netz.
Eichhörnchen «Flizzy» ist eher für die spaßige Seite des Internets zuständig und hält interaktive Spiele parat. Darüber hinaus gibt es noch die Kategorien «Schule & Hobby» und «Mitreden & Mitmachen».
Anlaufstelle für erste Schritte im NetzZiel der einzelnen «Wissen, wie's geht»-Module ist es, die Kinder dazu bringen, sich mit dem Internet bewusst auseinanderzusetzen. Zu dem Angebot gehören auch Chats, ein Lexikon sowie Tipps zum Erkennen von problematischen Seiten.
«Das Angebot ist eine Art Internet-Fibel für Kinder», erläuterte Wolfgang Thaenert, Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. «Wenn Kinder das Internet nutzen wollen, wirft das viele Fragen auf», fügte er hinzu. Das Internet-ABC sei eine optimale Anlaufstelle für erste Schritte im Netz. Bei Fragen oder Problemen können sich die Kinder jederzeit den Rat von Experten einholen.
Erwachsene werden eingebunden Nach Ansicht der Organisatoren ist die Konfrontation mit den Möglichkeiten und den Gefahren des Netzes unausweichlich. Ziel müsse es sein, dem Nachwuchs angesichts der Vielzahl an problematischen Inhalten - wie Pornografie, Gewalt und Rechtsextremismus - einen sicheren und bewussten Umgang mit auf den Weg zu geben.
Daher sollen auch Eltern und Lehrer eingebunden werden, für sie sind auf der Internetseite eigene Bereiche eingerichtet. Dort finden die Erwachsenen Kommentare und Tipps, außerdem werden gemeinsame Lerneinheiten von Eltern und Kindern angeregt. «Technisch sind die Kinder den Erwachsenen haushoch überlegen», sagte Ekkehard Mutschler vom Deutschen Kinderschutzbund, der das Projekt als Fördermitglied des Vereins ebenfalls unterstützt.
Schulen sollen Thema in Unterricht einbindenAn Online-Kompetenz fehle es dem Nachwuchs aber. «Eltern tragen die Verantwortung für die ersten Schritte ihrer Kinder im Netz. Doch oft genug kennen sie sich selbst nicht genug aus», betonte der Jugendmedienschutzbeauftragte des Kinderschutzbundes.
Diese Lücke soll mit dem neuen Internetangebot, das vom Adolf-Grimme-Institut gestaltet wurde, geschlossen werden. «Ihnen muss klar sein, was in diesem Medium abgeht», sagte Mutschler. Doch auch die Schule muss nach Ansicht der Verantwortlichen ihren Beitrag leisten und das Thema Internet noch stärker in den Unterricht einbinden. (Daniel Rademacher, AP)