Ärger um Bürgermail-Projekt der Regierung: 

netzeitung.deSicher Daten austauschen – mit der Telekom

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Künftig soll man per E-Mail rechtsgültige Dokumente austauschen können (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Künftig soll man per E-Mail rechtsgültige Dokumente austauschen können
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Deutsche Unternehmen arbeiten an einem weltweit einmaligen Projekt: Die Bundesbürger sollen alle Behördengänge online erledigen können. Doch der Sicherheits-E-Mail-Dienst steht schon jetzt unter Beschuss.

Die Bundesregierung will die Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden mit einem neuartigen E-Mail-Dienst namens De-Mail vereinfachen. Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» (FTD) soll künftig jeder Bürger via Internet rechtsgültige Dokumente mit staatlichen Einrichtungen austauschen können.


Strato ist schon raus
Im November will Kanzlerin Angela Merkel das De-Mail-Projekt beim dritten deutschen IT-Gipfel in Darmstadt vorstellen. Wie das IT-Portal «Heise online» berichtete, gibt es jedoch schon vorher heftige Kritik.

So sei der Internet-Provider Strato inzwischen ausgestiegen, weil er nicht die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vergebene Zertifizierung bekommen habe.

Strato-Chef Damian Schmidt protestierte gegen ein «nationalstaatliches Konstrukt» mit «informationstechnologischer Monostruktur». Außerdem sei unklar, wie sich De-Mail dauerhaft finanzieren solle.

Vertrauensverlust durch Datenschutzskandal
Laut Heise verfügt bisher nur die Telekom-Tochter T-Systems über eine Zertifizierung. Dass mit der Telekom ausgerechnet ein Datenschutzskandal-Erschütterter Konzern zuständig ist, fördere nicht gerade das Vertrauen der Bürger, kommentierte die FTD.

Das BSI arbeitet bereits seit 2006 an dem Konzept der Bürgermail, das nun von den deutschen Konzernen Bahn, Telekom und Post weiterentwickelt wird. Sie arbeiten dafür mit Microsoft, dem Sparkassenverlag und den Volksbanken zusammen.

Erste Pilotprojekte seien für 2009 geplant, der Regelbetrieb könne 2010 beginnen. Die E-Mail-Adressen sollen zweifelsfrei identifizierbar und betrugssicher sein und damit auch Bankgeschäfte im Internet vereinfachen. (nz/AP)