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Vor allem Pornos: 

Netz-Jugendschützer warnen vor Surf-Gefahren

27. Aug 2008 19:00, ergänzt 19:02
Die größten Schwierigkeiten macht nach wie vor Pornografie
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Die Kontrollstelle vermeldet für 2007 einen neuen Negativ-Rekord. Dass die Hinweise von außen sich ebenfalls häufen, deutet man dort allerdings als positives Zeichen.

Filme von Hinrichtungen, frei zugängliche Pornos oder rechtsradikale Beiträge: Die zentrale Kontrollstelle für den Jugendschutz im Internet hat eindringlich einen besseren Schutz für Kinder und Jugendliche im weltweiten Netz angemahnt. Im vergangenen Jahr habe die Kontrollstelle einen neuen Höchststand bei Verstößen gegen den Jugendschutz registriert, teilte jugendschutz.net am Mittwoch in Mainz mit. Insgesamt seien 2883 solcher Fälle erfasst worden. Das entspreche einem Plus von zehn Prozent verglichen mit 2006. «Das ist ein Phänomen, das wir seit längerem beobachten», sagte Friedemann Schindler von jugendschutz.net.

Dabei handelte es sich vor allem um pornografische Seiten, die mit 52 Prozent den weitaus größten Anteil an den beanstandeten Angeboten ausmachten. Rechtsextreme Propaganda fiel dabei mit 14 Prozent ins Gewicht. Seit mittlerweile zehn Jahren spüren Schindler und seine knapp 20 Mitarbeiter in Mainz jugendgefährdende Inhalte im Internet auf. Ihr Job ist nicht einfach: Das Anschauen entsetzlicher Fotos und Videos gehört zum Alltagsgeschäft des Teams. Ihre Aufgabe ist unter anderem, die Seiten zu dokumentieren – damit sie möglichst rasch aus dem Internet verschwinden oder zumindest dem freien Zugriff von Kindern und Jugendlichen entzogen werden.

Doch nicht nur einschlägige Seiten gefährden aus Sicht der Experten Kinder und Jugendliche. Auch Online-Netzwerke wie etwa SchülerVZ, Facebook oder Youtube seien nicht ungefährlich. Gerade in diesen Angeboten des sogenannten Web 2.0 würden offenkundig die gleichen Fehler gemacht wie bei älteren Angeboten, sagte Schindler. Die wichtigste Aufgabe sei es, vor allem Betreiber auf ihre eigene Verantwortung hinzuweisen. Oft würden «Jugendschutzaspekte zu wenig mitbedacht». Doch auch Eltern müssten sich die Gefahr bewusster machen, die etwa die Preisgabe eigener Daten im Netz berge.

Eltern sollten wissen, wo ihre Kinder herumsurfen

Die interaktiven Seiten seien eine Herausforderung für den Jugendschutz, da unzählige Teilnehmer eigene Inhalte auf diesen Seiten veröffentlichen könnten. Hier lauerten auch Gefahren, etwa durch mögliche Belästigungen seitens anonym schreibender Erwachsener, die sich als Kinder ausgeben. «Häufig ist es für Eltern schwer, ihrer Verantwortung nachzukommen», sagte Schindler. «Für Eltern ist es deshalb wichtig zu wissen, welche Angebote ihre Kinder nutzen.» Neben eigenen Recherchen nehmen die jugendschutz.net-Mitarbeiter Hinweise von außen entgegen - auch anonym. «Die Zunahme der Hinweise deutet darauf hin, dass sich mehr Menschen Sorgen machen.» Auf der Seite der Kontrollstelle finden Eltern Hilfe für das sichere Surfen im Netz.

Die Kontrollstelle setzt auch auf die Zusammenarbeit mit den Anbietern. So seien drei von vier Verstößen nach einem Hinweis beseitigt worden, ohne dass Aufsichtsbehörden eingreifen mussten. jugendschutz.net war 1997 von den Jugendministerien der Länder gegründet worden und ist an die Kommission für Jugendmedienschutz als Internetaufsicht angebunden. 2007 bearbeitete das Team 9200 Beschwerden und Anfragen (plus 22 Prozent) und überprüfte 7164 Websites (plus 32 Prozent). Regelmäßig werden die 65 wichtigsten Chats und Communities beobachtet. Schwere Verstöße wie etwa Kinderpornografie werden an das Bundeskriminalamt weitergeleitet. (Sebastian Raabe, dpa)

 
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