Technische Probleme und hohe Kosten:
Internet-Fernsehen floppt
21.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Gründe für die Misere gibt es etliche. Vielen Interessenten waren das Internetfernsehen und der dafür notwendige Breitband- Internetanschluss im Vergleich zu einer Satellitenschüssel oder einem Kabel-Abo zu teuer. Außerdem hatte IPTV anfangs mit technischen Macken zu kämpfen und konnte nicht alle Versprechen der Telekom- Manager erfüllen.
So funktionierte beispielsweise die Aufzeichnung von TV-Sendungen nicht korrekt, wenn der Ablaufplan der TV-Sender durch «Überziehungskönige» wie Thomas Gottschalk wieder einmal durcheinandergeraten war. Genervt zeigten sich etliche Nutzer auch über lizenzrechtliche Einschränkungen, die beispielsweise die Aufzeichnung bestimmter TV-Sendungen in hoher Auflösung verbieten.
Die Telekom, die in Deutschland knapp 90 Prozent aller IPTV- Haushalte bedient, wird auf der IFA in Berlin eine Reihe von Verbesserungen und Erweiterungen für «T-Home Entertainment» ankündigen. So sollen beispielsweise Kinofilme wie Til Schweigers Erfolgskomödie «Keinohrhasen» zeitgleich mit dem DVD-Start als Video-on-Demand online in HD-Qualität zur Verfügung stehen. «Damit kann man sich den Gang zur Videothek sehr häufig sparen», sagt ein Telekom- Sprecher. Nach seinen Angaben leihen T-Home-Kunden schon heute durchschnittlich drei Videos im Monat online aus. Außerdem soll das TV- und Video-Angebot «durch andere Medien» ergänzt werden. Details wird die Telekom auf der IFA in Berlin bekanntgeben.
Nach dem schwachen Start von IPTV auf dem deutschen Markt macht die Bitkom nun ein steiles Wachstum für das Internet-Fernsehen aus. Die Steigerung von 180.000 IPTV-Kunden im Dezember 2007 auf 240.000 Ende März 2008 mache ein Plus von 33 Prozent aus, sagte Bitkom- Sprecher Christian Hallerberg. Einer Umfrage zufolge könnten sich rund 40 Prozent der deutschen Nutzer vorstellen, über das Internet fernzusehen. (dpa)

