Skurrile Online-Auktionen:
3..2..1.. Wahnsinn!
30. Jun 2008 12:47
 |  Ebay-Auktionen sind nicht immer legal | Foto: AP |
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Man kann es ja mal versuchen. Der eine verkauft sein Leben, der andere seine Seele, sein Kind oder das Diebesgut aus der Nachbarschaft. Viele Ebay-Nutzer offenbaren einen eigenartigen Geschäftssinn. Ein Überblick über die kuriosesten Angebote.
«Billig-Brille, Gestell gebrochen, absoluter Schrott!!!» Dieses verlockende Angebot bei Ebay wurde immerhin mit 17 Euro angenommen. Zumal der Verkäufer noch einen Versand-Rabatt einräumte: «Der Versand kostet hier mit Hermes 4,30 Euro, auf Wunsch kann ich aber nach der Auktion die Brille komplett plattkloppen und die Einzelteile in einem Briefumschlag verschicken! Das kostet dann nur 2,20 Euro an Versand!»
Die Fantasie und der Wille Geschäfte zu machen, ist bei manchen Ebay-Nutzern grenzenlos. Allerdings enden die Auktionen nicht immer zur Zufriedenheit der Verkäufer. Ein Brite, der sich mit Hilfe von Ebay ein neues Leben finanzieren wollte, war enttäuscht über das Ergebnis. Für sein gesamtes Hab und Gut inklusive Haus, Auto, Motorrad, Job und die Möglichkeit, die Freunde kennenzulernen hat Ian Usher rund 400.000 Australische Dollar erhalten (244.000 Euro). Der Mann hatte mindestens mit einer halben Millionen gerechnet.
Kaff zu verkaufen
Ein gutes Geschäft hat der Amerikaner Bobby Cave gemacht. Zumindest auf den ersten Blick. Er wollte mindestens 2,5 Millionen Dollar für eine Ortschaft in Texas erzielen, gebracht hat das unbewohnte Kaff ganze 3,8 Millionen Dollar. Bezahlt hat der Käufer allerdings nicht. Zu seinem Pech sind Immobilien-Verkäufe über Ebay nicht verbindlich. Deshalb steht der Ort derzeit weiter zum Verkauf, für derzeit 1,975 Millionen Dollar.Es passiert immer wieder, dass besonders spektakuläre Auktionen bei Ebay nicht zustande kommen. Grund: Sie verstoßen gegen die Richtlinien des Auktionshauses.
Kind zu versteigern
Im August 2006 wollte jemand ein Baby zu einem Startpreis von 25.000 Dollar versteigern. Bis zu 5,7 Millionen Dollar wollten Ebay-Nutzer für das Kind bezahlen. Ebay übergab den Fall an die Justiz. Der Versuch eines jungen Paares im Unterallgäu, ihr Kind online loszuwerden, klappte ebenfalls nicht. Ebay-Nutzer hatten die Polizei verständigt. Angeblich handelte es sich bei der Auktion mit dem Startpreis von einem Euro lediglich um einen Spaß.
Sex sells
Die Jungfräulichkeit eines jungen Mannes war Gegenstand einer anderen Auktion. Das Höchstgebot lag bei zehn Millionen Dollar. Zum Vollzug ist es aber wohl nicht gekommen. Ebay hat die Auktion allerdings vorzeitig gestoppt. Anders bei einer 21-Jährigen deutschen Ebay-Nutzerin. Sie wollte den «Makel der Jungfräulichkeit» loswerden, allerdings sollten die Bieter sexuell nicht zum Zuge kommen, sondern nur eine Urkunde erhalten. Diese war den Käufern lediglich 5,03 Euro wert.Wenig wert scheint auch die Seele eines Atheisten zu sein. Der Amerikaner Hemant Mehta bot 2006 seine Seele zum Verkauf. Sie wurde für lediglich für 504 Euro ersteigert. Der Mann hatte versprochen, für jeweils zehn Euro Erlös in die Kirche gehen.
Stars und Kriminelle
Pech hatte ein Dieb aus Bochum. Der 19-Jährige hatte das Zelt seinen Nachbarn gestohlen und es beim Online-Auktionshaus Ebay angeboten. Höchstbietender war ausgerechnet der bestohlene Nachbar selbst. Als der 45-Jährige aufgrund einiger Besonderheiten das Zelt als sein eigenes erkannte, rief er die Polizei. Die entdeckte bei dem 19-Jährigen weiteres Diebesgut und nahm ihn fest. Der Nachbar erhielt sein Zelt inklusive Ersteigerungssumme zurück.
Auch kuriose Besitztümer von Stars und solchen die es werden wollen, finden immer wieder ihren Weg zu Ebay. Die Latexhandschuhe, der ehemaligen Fürther Landrätin Gabriele Pauli wurden immerhin für 1131 Euro auf Ebay versteigert.
Wer selbst bei einer kuriosen Auktion mitbieten möchte hat noch bis zum 3. Juli Zeit. Eine Hairextension, die angeblich Kate Moss aus den Haaren gefallen ist, soll ihren Besitzer wechseln. Derzeitiger Stand der Gebote: 705 Euro. (nz, dpa, AP)