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Funkturmgespräch auf der IFA: 

ARD und ZDF werden schrittweise digital

28. Aug 2008 14:35
Die Intendanten von ARD und ZDF erklären auf der Ifa die Pläne ihrer Sender
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Privatsender haben den öffentlich-rechtlichen Anstalten vorgeworfen, die Digitalisierung des Rundfunks zu behindern. Deren Intendanten verwiesen auf der Funkausstellung IFA auf ihren Stufenplan.

ARD und ZDF wollen sich im Interesse der Gebührenzahler wie bisher nur «mit Augenmaß» am schrittweisen Umstieg von analoger auf digitale Rundfunk-Verbreitung beteiligen. Das erklärten der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und ZDF-Intendant Markus Schächter am Mittwochabend in Berlin.

Anlass für das zweite Funkturmgespräch der beiden öffentlich-rechtlichen Sendergruppen war die am Freitag beginnende Internationale Funkausstellung IFA 2008. Kurz vor der weltgrößten Unterhaltungselektronikmesse hatten Vertreter der Privatsender, von Industrie und Handel dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorgeworfen, durch sein Zögern die Digitalisierung des Rundfunks zu behindern.

Deshalb rangiere Deutschland nur noch im europäischen Mittelfeld der technischen Entwicklung. Diese Vorwürfe wies Schächter unter Hinweis auf den mit der ARD vereinbarten Stufenplan zurück. Mit den Olympischen Winterspielen 2010 werde man Hochauflösendes Fernsehen (HDTV) im Regelbetrieb anbieten, bekräftigte Schächter. Intensiv läuft laut Raff die Umstellung in den neun ARD-Sendeanstalten.

Inhalte und Qualität entscheidend

Die entscheidenden Faktoren auch in der digitalen Rundfunkwelt seien Inhalte und ihre Qualität, nicht Technik, sagten die beiden Intendanten. Für das ZDF, so Schächter, biete die Digitalisierung die Chance, mit Zusatzprogrammen und über neue Sendewege aus der «Gefangenschaft einer Ein-Sender-Familie» auszubrechen.
Zusammen mit Fritz Raff schlug er Privatsendern, Industrie, Handel und der Politik vor, an einem runden Tisch gemeinsam einen Plan für den Analog-digital-Umstieg zu vereinbaren. Sonst sei das ursprüngliche und von der EU anvisierte Ziel, bis 2012 komplett auf digitale Rundfunkübertragung umzustellen, nicht zu schaffen. Raff erklärte, dass sich die ARD 2009 beim Digitalradio an einem neuen Anlauf, um diese Technik doch noch attraktiv zu machen, aktiv beteiligen werde.

Angesichts des neuen Rundfunkstaatsvertrags, der in den nächsten Monaten zwischen den Bundesländern vereinbart werden soll, kritisierten Raff und Schächter «lebensfremde Beschränkungen», die ARD und ZDF auferlegt würden. Die Zeitgrenze von sieben Tagen für den kostenlosen Abruf von Sendungen aus dem Internet benachteilige auch die Gebührenzahler, die für die Inhalte schon einmal bezahlt hätten. Genauso wie bei der Übertragung über Satellit, Kabel und Antenne bemühten sich ARD und ZDF hier um gebührenschonende Lösungen mit Augenmaß. Dies wollen die beiden Sender auch den Besuchern der IFA nahebringen, kündigten Raff und Schächter an. (epd)

 
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