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IFA 2008: 

Fernseher auf der IFA: Größe ist nicht alles

26. Aug 2008 12:01
In allen Größen, Formen und Farben: Fernseher
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Kurz vor dem Start der IFA 2008 warnen Verbraucherschützer vor dem Kauf von zu großen Flachbildschirmen. Ein Interview mit Jenny Braune, Projektleiterin der Stiftung Warentest, über das, was beim Fernseher wichtig ist.

Auf der IFA in Berlin stehen vom 29.8. bis zum 3.9. die größten, schönsten und flachsten LCD- und Plasma-Fernseher im Mittelpunkt. Die Stiftung Warentest warnt davor, sich zum Kauf von zu großen und zu hochauflösenden Geräten verführen zu lassen.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur AP erklärt die Projektleiterin der Stiftung, Jenny Braune, worauf man beim Kauf eines Flachbild-Fernsehers achten muss und wie viel man mindestens ausgeben sollte.

AP: Es gibt noch immer Stimmen, die behaupten, die alten Röhrenfernseher seien von der Bildqualität besser als die neuen Flachbildschirme...

Jenny Braune: Das gilt nur für herkömmliche Signalwege und die alten Fernseher. Es gilt nicht für die neuen Signalwege, also beispielsweise digitales Satellitenfernsehen. Da machen sich die Neuen besser. Auch das hochauflösende HDTV können die alten und auch neuen Röhrengeräte nicht leisten.

HD-ready, Full-HD, DVB-T

AP: Worauf sollte beim Kauf eines Flachbildschirms geachtet werden?

Braune: Wenn ich ein analoges Kabel habe, mir aber in Zukunft alle Türen offenhalten möchte, würde ich einen LCD-Fernseher empfehlen, der nicht zu groß ist und auch keine zu hohe Auflösung hat. HD-ready reicht vollkommen, Full-HD ist nicht nötig. Ich würde auch nicht mehr als 32 Zoll, sprich 80 Zentimeter nehmen. Viele haben sich verkauft und stellen erst zu Hause fest, dass der neue Fernseher viel zu groß ist. Das täuscht in Geschäften unheimlich. Ich sage immer: Schneidet Pappe in der Größe des Fernsehers aus, den ihr haben wollt, und stellt sie dahin, wo das Gerät dann stehen soll.

Man muss auch immer im Hinterkopf haben, dass die alten Röhrengeräte meist das Verhältnis 4:3 haben, die neuen sind meist im 16:9-Format. Das heißt, die sind breiter als die alten Geräte. Die neuen Sendungen laufen fast alle im neuen Format, so dass ein nur wenig größerer neuer Fernseher schon ein deutlich größeres Bild bringt.

Auf jeden Fall sollte man vom Verkäufer im Laden verlangen, das Bild zu zeigen mit dem Signal, das man zu Hause auch tatsächlich hat. Natürlich sehen die Bildschirme in den Läden mit Filmen von Blu-ray-Spielern supergut aus, aber das habe ich ja zu Hause nicht. Man sollte sich auch klarwerden darüber, über welches Signal man in Zukunft sehen will. Wenn man jetzt analoges Kabel hat und später vielleicht doch DVB-T haben möchte, dann ist es gut, wenn ein DVB-T-Tuner eingebaut ist.

AP: Warum sollte der neue Fernseher nicht die größtmögliche Auflösung haben?

Braune: Das analoge Kabelfernsehen hat eine niedrige Auflösung und muss auf die höhere Auflösung des LCD-Fernsehers hochgerechnet werden. Je größer der Unterschied ist, desto mehr sieht man das. Es sieht dann einfach unscharf aus, und die Farbtiefe fehlt. Das erkennt man vor allem an den Hauttönen: Die sehen - überspitzt gesagt - eher wie im Zeichentrickfilm aus.

Signalwege und Plasma-Fernseher

AP: Wo ist denn der Unterschied zwischen Full HD und HD-ready?

Braune: Full HD ist einfach eine deutlich höhere Auflösung als bei HD-ready. Full-HD entspricht dem sogenannten 1.080p. Man sieht Unterschiede erst bei Geräten ab über einen Meter Bildschirmdiagonale. Die Regel ist, dass man beim HD-Bild die zweifache Bildschirmdiagonale Abstand zum Bildschirm haben sollte. Das Problem ist dann aber, dass man gar nicht den ganzen Bildschirm im Blick hat, weil das so nah ist. Das ist auch nicht angenehm, weil man ja auch das ganze Bild sehen will.

AP: Welche Signalwege sind denn die gebräuchlichsten?

Braune: Immer noch am gebräuchlichsten ist analoges Kabel, das zum Teil schon auf digital umgestellt ist. Dann gibt es vor allem auf dem Lande Satellit, digitales und auch noch analoges, das aber in Kürze abgeschaltet wird. In den Ballungsgebieten ist auch das über Antenne zu empfangene digitale DVB-T sehr beliebt. Analoge Antennensignale gibt es auch noch in sehr wenigen, sehr ländlichen Gebieten.

AP: Würden Sie denn auch Plasma-Fernseher empfehlen?

Braune: Die fangen erst ab ein Meter Bildschirmdiagonale an. Von der Bildqualität her nehmen die sich nichts mit LCD-TVs. Auch Einbrenneffekte gibt es nicht mehr. LCDs haben aber als Vorteil auch zu den Röhrengeräten die matte Frontscheibe. Man kann, wenn man Tageslicht hat, fernsehen, ohne dass irgendetwas auf den Bildschirm reflektiert wird.

Energieeffizienz

AP: Die Hersteller werben auf der IFA mit der hohen Energieeffizienz ihrer Geräte. Sind die wirklich so umweltfreundlich geworden?

Braune: Wir haben festgestellt, dass die neuen LCD- und Plasma-Fernseher extrem geringe Verbräuche im Stand-by haben, gerade im Vergleich zu den Röhrengeräten. Es gibt wenige, die deutlich über ein Watt kommen. Allerdings haben wenige Geräte überhaupt noch einen wirklichen Ein- und Ausschalter. Ich empfehle ja, trotzdem immer auszuschalten. Da bietet sich dann immer die schaltbare Steckerleiste an.

Eine andere Sache ist, dass die meisten Käufer zu größeren Fernsehern tendieren. Man kann grob sagen, dass gleich große LCD-Fernseher und Röhrengeräte in Betrieb genauso viel verbrauchen. Dadurch, dass die Tendenz aber zu immer größeren Geräten geht und die Anschaltzeiten viel länger sind als früher, summieren sich die Stromkosten natürlich ganz schön. Wenn ich einen Fernseher mit einem Meter Bildschirmdiagonale den ganzen Tag laufen lasse, da wird einiges verbraucht. Die verbrauchen rund 200 Watt.

AP: Wie viel muss man denn mindestens für einen vernünftigen 32-Zoll LCD-Fernseher investieren?

Braune: Man muss schon 800 bis 900 Euro ausgeben. Aber auch Auslaufmodelle sind zur Zeit nicht schlecht und deutlich günstiger.

(Interview: Holger Mehlig, AP)

 
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