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IFA 2008: 

Die Unterhaltungselektronik gibt sich «grün»

25. Aug 2008 11:37
Ein Besucher auf der Ifa 2007 vor einem hochauflösenden Plasma-Flachbildschirm
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Sparsam sollen die Geräte sein - kein Wunder angesichts hoher Strompreise. Doch die Hersteller von Unterhaltungselektronik zeigen auf der Ifa auch, was ihre Forschungslabors in Sachen Umweltverträglichkeit entwickelt haben.

Nach langer Unbefangenheit in Sachen Umweltschutz hat die Unterhaltungselektronik-Branche ein ausgeprägtes Bewusstsein für weltweit knapper werdende Ressourcen und wachsende Belastung der Umwelt durch den Ausstoß von Schadstoffen entwickelt. Auf der Funkausstellung Ifa in Berlin präsentiert sich die Branche mit ihren neuen Produkten zunehmend ökologisch verträglich: «Grün» ist inzwischen einer der großen Trends geworden.

Vorbei ist die Zeit, in der Hersteller bei ihren neuen Entwicklungen einfach mal auf den Ausschalt-Knopf verzichtet haben. Kaum ein Fernseher wird in Berlin zu sehen sein, der sich nicht manuell abschalten ließe. Während die ersten flachen Fernseher noch wahre Stromfresser waren, haben die Hersteller vor allem mit neuen Display-Technologien den Energiebedarf der großen Publikumslieblinge drastisch reduziert. Nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GFU) verbrauchen moderne Geräte mit Plasma- oder Flüssigkristall- Bildschirm (LCD) inzwischen rund 25 bis 35 Prozent weniger Energie als noch vor drei Jahren.

Manche der flachen LCD-Geräte unterbieten beim Energiebedarf inzwischen sogar ihre Ahnen, die alten Röhrenfernseher, sagt Frank Bolten, der Deutschland-Chef von Sharp. Und selbst beim Stand-by-Betrieb muss den Verbrauchern längst nicht mehr die umweltbewusste Schamesröte ins Gesicht steigen. Weniger als ein Watt verbrauchen die Fernseher der neuen Generation im Stand-by. Im Vergleich zu 1997 sei das nur noch ein Sechstel der Energie, die dazu aufgewendet werden muss, betont die GFU.

Intelligentes Hintergrundlicht

Schadstoffe wie Blei, Cadmium und andere giftige Substanzen, die eine schnelle Entflammbarkeit der Bildschirme verhindern sollten, haben die großen Unternehmen aus ihrer Produktion heute weitgehend verbannt. Auch mit neuen Werkstoffen experimentieren die Unternehmen. So hatte der PC-Hersteller Asus bereits im Frühjahr eine neue Reihe von Laptops vorgestellt, deren Gehäuse statt aus Kunststoff aus dem schnell nachwachsenden Rohstoff Bambus gearbeitet sind.

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Samsung zeigt auf der Ifa eine neue TV-Serie mit einem neu entwickelten Werkstoff unter dem Namen «Crystal Design». Das changierende Material, aus dem die Rahmen der Fernseher gearbeitet sind, soll nach Angaben des Unternehmens nicht nur schön aussehen, sondern auch besonders umweltverträglich sein.

Neue Entwicklungen aus den Forschungslabors sollen ebenfalls zur Umweltverträglichkeit beitragen und den Energie-Hunger drosseln. Samsung zeigt zum Beispiel unter anderem LCD-Fernseher mit intelligentem Hintergrundlicht. Dabei würden die einzelnen Punkte auf dem Bildschirm von hinten nicht mehr permanent, sondern nur noch dann angestrahlt, wenn es die jeweilige Bildinformation erfordert, erklärt Samsung-Marketing-Manager Gerd Wäner.

OLED noch nicht reif für die Masse

Bei den neuen Modellen der Aquos-Reihe von Sharp kann der Fernsehzuschauer nach Bedarf individuell in den Eco-Modus umschalten und so die Hintergrundbeleuchtung wahlweise um 20 bis 30 Prozent reduzieren. Dank der sogenannten OPC-Technologie (Optical Picture Control) regulieren die Geräte ohnehin automatisch das Hintergrundlicht und passen es entsprechend dem Umgebungslicht an. Auch im Stand-by kommen die neuen Full-HD-Fernseher auf deutlich unter einen Watt, sagt Bolten.

Einen großen Schritt nach vorn könnte die Industrie der Einsatz sogenannter OLED-Displays auch in Fernsehern bringen. OLED steht für organic light emitting diode. Dabei handelt es sich um dünne Bauelemente, die aus organischem Material bestehen und eine geringere Stromdichte aufweisen als herkömmliche LEDs. Mit dieser Technologie können Displays fast so flach wie ein Blatt Papier hergestellt werden. OLED-Bildschirme verbrauchen einen Bruchteil der Energie, die herkömmliche Displays für die Bilddarstellung benötigen.

Eine große Herausforderung für die Industrie ist es allerdings, die Displays in großen Größen herzustellen, so dass sie sich auch als Bildschirm für Fernseher eignen. Bislang war die Fertigung noch so aufwendig, dass entsprechende Geräte für einen breiten Markt viel zu teuer waren. In Berlin will Sony nun auch in Deutschland erste Fernseher mit OLED-Bildschirm in Größen ab elf Zoll zeigen und den Termin für den Marktstart in Europa bekannt geben. Um einen Massenmarkt zu erreichen, dürfte es allerdings noch viel zu früh sein. Sharp-Manager Bolten schätzt, dass OLED-Geräte im Jahr 2012 auf einen Marktanteil von gerade einmal einem Prozent kommen dürften. (Renate Grimming, dpa)
 
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