Neue Liste der schnellsten Rechner: 

netzeitung.deGuter Trostplatz für «Jugene»

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Neue Liste der schnellsten Rechner 

Lupe Guter Trostplatz für «Jugene»

Eine Spitzenleistung von einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde: Der Jülicher Supercomputer Jugene schneidet auf der neuen Weltrangliste der Supercomputer gut ab. Drei Rechner aber waren besser.

Der Jülicher Supercomputer Jugene ist der viertschnellste Rechner der Welt. Das geht aus der jüngsten Weltrangliste der Supercomputer hervor, wie das Forschungszentrum Jülich am Montag miteilte.

Jugene liefert mit seinen 72.000 Prozessoren eine Spitzenleistung von 825,5 Teraflops in der Sekunde - das entspricht einer Billiarde Rechenoperationen - und ist damit der schnellste Rechner außerhalb der USA. Jugene rangierte vor einem halben Jahr noch auf den dritten Platz.

Im dritten Anlauf hat die Anlage mit dem Spitznamen «Jaguar» des Herstellers Cray den langjährigen Spitzenreiter «Roadrunner» von IBM vom Thron gestoßen. Die Cray XT5 erklomm in der 34. Liste der 500 schnellsten Rechner erstmals den ersten Platz. Mit knapp einer Viertelmillion an Prozessor-Kernen kommt die Anlage auf eine theoretische Rechenleistung von 2,3 Petaflops, im Schnitt rechnet sie mit 1,75 Petaflops. Sie wird im amerikanischen Energie-Ministerium in Oak Ridge in Tennessee eingesetzt.

Auf Platz drei platzierte Cray in der aktuellen Liste eine weitere Rechenanlage («Kraken») auf eine Spitzenposition. IBMs «Roadrunner» hatte als erster Supercomputer vor etwa einem Jahr erstmals die Grenze von einem Petaflops in der durchschnittlichen Rechenleistung überschritten und hielt sich lange unangefochten an der Spitze. Die Anlage wird unter anderem für die Kernwaffenforschung eingesetzt.

Computer lernen Energiesparen
Das Jülicher «Gauß Centre for Supercomputing» glänzt noch mit zwei weiteren Superrechnern. Das in Jülich entwickelte Computer-Tandem Juropa/HPC-FF kommt mit über 3200 Rechenknoten auf eine Rechenleistung von 308 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde und belegt damit Rang 13 der Bestenliste.

Neue Wege gegen die Jülicher Forscher außerdem mit dem Supercomputer Qpace. Dieser belegt als Prototyp zwar «nur» Platz 108 in der Top-500-Liste der schnellsten Rechner. Doch ist er auf Energieeffizienz optimiert und holt den Angaben zufolge etwa doppelt soviel Rechenleistung aus einer gegebenen Strommenge wie die bisherigen Rechner der Liste. Damit sei er der Top-Favorit auf den Spitzenplatz in der in wenigen Tagen erscheinenden Weltrangliste der energieeffizientesten Supercomputer, Green500, meinen die Jülicher Experten.

Entwickelt wurde der Supercomputer vom IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum, der Universität Regensburg, dem Forschungszentrum Jülich, DESY Zeuthen, der Bergischen Universität Wuppertal und der Universität Ferrara. Supercomputer werden in Fusionsforschung und der Teilchenphysik, aber auch in der Materialforschung und zur Berechnung von Klimamodellen genutzt. (AP/dpa)