Das Mini-Notebook aufrüsten:
Wie man Netbooks so richtig aufbohrt
28.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Doch zunächst ist festzuhalten: Mit einem Netbook kann man fast alles machen, was auch am normalen PC funktioniert: Büroanwendungen, leichte Bildbearbeitung, im Internet surfen. «Ein kategorisches 'Geht nicht' gibt es nur im Hinblick auf aktuelle 3D-Spiele», sagt Florian Müssig von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift «c't».
Dazu sei die Grafikleistung von Netbooks zu gering. Sie lasse sich auch nicht durch Aufrüsten der Hardware verbessern, da die Grafikchips fest ins System integriert sind. Die Leistung des Grafikchipsatzes sei mit jener von vier bis fünf Jahre alten Mittelklasse-Grafikkarten für den PC vergleichbar. Daher laufen höchstens ältere Spiele auf einem Netbook.
Die Netbooks der Eee-PC-Serie von Asus zum Beispiel lassen sich laut Pressesprecher Holger Schmidt mit Arbeitsspeicher aufrüsten. Dagegen hat der Hersteller auch nichts einzuwenden: Das berühre die Garantie in der Regel nicht, so Schmidt. Lässt sich zusätzlicher Speicher einbauen, sollte man genau auf die Spezifikation achten.
Teils handle es sich um spezielle Bausteine. Ein zwei GB fassender Arbeitsspeicher-Riegel kostet rund 20 Euro, ein GB etwas mehr als die Hälfte. «Nach der Aufrüstung des Arbeitsspeichers darf dessen Kapazität insgesamt nicht mehr als zwei GB ausmachen», sagt Prevezanos. Mehr könne der Chipsatz namens Atom, der in den Netbooks steckt, nicht verarbeiten.
Eine Alternative zur herkömmlichen Festplatte sind Solid State Drives (SSD). «Sie sind schneller, verbrauchen weniger Strom und sind absolut geräuschlos», erläutert Prevezanos. Ihr großer Nachteil: Sie sind deutlich teurer. Aber egal ob SSD oder herkömmliche Platte im 2,5-Zoll-Format: Wenn sie die passende Schnittstelle haben, in der Regel S-ATA, lassen sich ohne Probleme einbauen.
Während beim Desktop-PC der Austausch des Prozessors in der Regel kein Problem ist, bleibt das Herz eines Netbooks auf Dauer mit dem Rest verbunden - keine Chance zum Aufrüsten. Beim Akku dagegen lässt sich oft noch etwas machen - zumal die in vielen Netbooks vom Hersteller eingesetzten Drei-Zellen-Akkus schnell alle sind. «Darüber klagen viele Anwender», sagt Prevezanos.
Von Drittherstellern gibt es sogar Neun-Zellen-Akkus - die die Laufzeit nochmal deutlich verlängern. Schon bei Sechs-Zellen-Modellen kann es aber passieren, dass sie aus dem Gerät herausragen. Oft wird dadurch das Netbook leicht angekippt. Bei Neun-Zellen-Akkus sei das grenzwertig, so Müssig. Zudem rät Prevezanos, einen Originalakku vom Netbook-Hersteller zu nehmen, um die Garantie nicht zu gefährden.
Windows gilt nicht unbedingt als Ressourcen schonendes Betriebssystem. XP sei nun jedoch schon so lange auf dem Markt und im Lauf der Jahre so weit verbessert worden, dass sich ein Austausch auf dem Netbook gegen ein schlankeres Linux kaum lohnt, sagt Müssig. Dazu müsste der Anwender ohnehin Ahnung von Linux haben - und die meisten kennen eben Windows schon vom PC oder Notebook. (Sven Appel/dpa)

