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Trend zum Multifunktionsgerät: 

Wer drucken soll, muss auch scannen können

27. Okt 2008 15:44
In einem Test schnitt ein Canon-Mufu am besten ab
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Die Maschine, die treu ein gedrucktes Blatt nach dem anderen auswirft, reicht den meisten nicht mehr. Auch faxen und kopieren soll sie können. Beim Kauf eines so genannten Mufus gibt es einiges zu beachten.

Sie sparen Platz, reduzieren den Kabelsalat im Arbeitszimmer, drucken, scannen und kopieren auch bei ausgeschaltetem Rechner: Multifunktionsgeräte - Mufus - sind eierlegende Wollmilchsäue. Wem es nichts ausmacht, dass beim Ausfall einer Funktionseinheit gleich das ganze Gerät in Reparatur muss und in den einzelnen Disziplinen keine Profileistungen erwartet, kann den Kauf eines Kombinationsgeräts getrost in Erwägung ziehen.

Dass dies immer mehr Privatleute tun, zeigt ein Blick in die Zahlen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GFU) in Frankfurt/Main: Wurden 2005 in Deutschland 2,06 Millionen «Mufus» verkauft, waren es 2007 bereits 2,79 Millionen Stück. «2008 prognostizieren wir 5 Prozent Zuwachs», sagt ein GFU-Sprecher.

Dagegen seien die Verkaufzahlen für Standarddrucker seit 2006 rückläufig. Was in diesem Segment verloren geht, fließt den Mufus zu. Schließlich gibt es das Extra an Funktionen zum Drucker zumindest statistisch quasi gratis - und das nimmt der Käufer gerne mit: Bezahlten Konsumenten 2007 für einen Drucker im Durchschnitt 106 Euro, kostete das durchschnittlich verkaufte Mufu nur 2 Euro mehr.

Viele Fragen vor dem Kauf

Vor dem Kauf sollte - wie so oft - die Frage stehen, in welchem Bereich das Gerät eingesetzt werden soll. Schließlich gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Drucktechnologien. «Wenn man viel druckt, ist man mit Laser gut bedient», empfiehlt Jaroslav Smycek, Technikexperte bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. Für den echten Büroeinsatz überzeugten Laser-Druckwerke mit Geschwindigkeit und Druckqualität.

Der Privatanwender, der gerne auch Fotos und in Farbe druckt, wird aber zum Tintenstrahler greifen - denn Farblaser-Mufus kosten noch gut und gern das Dreifache ihrer Tintenstrahl-Pendants.

Der Käufer in spe sollte sich aber auch darüber im Klaren sein, welche Funktionen er genau braucht. Gehören beispielsweise bei einzeln gekauften Scannern Durchlichteinheiten für Dias oder Negative oft zum Lieferumfang, kann es sein, dass die Einheiten für das Mufu noch nicht einmal als Zubehör zu bekommen sind.

Verschiedene Scanner-Technologien

Auch die Scanner-Technologie sollte unter die Lupe genommen werden, rät Smycek. Wer oft Bücher oder anderes Dreidimensionales ablichten muss, sollte auf die CCD-Technik achten. «Damit werden Gegenstände klar dargestellt», sagt der Experte. Die günstigere CIS-Technik bietet hingegen nur eine geringe Tiefenschärfe.

Smycek rät zudem, auf den Stromverbrauch zu achten. Bereits im Geschäft sollte sich der Verbraucher besonders nach den Werten für den Ruhezustand oder den vermeintlichen Aus-Zustand erkundigen.

Auch wenn ein Fax-Modem bei vielen Mufus auf den ersten Blick attraktiv erscheint, rät der Experte Privatleuten, ihre Kaufentscheidung nicht von diesem Feature abhängig zu machen. «Das Fax ist ein sterbendes Medium», sagt Smycek. «Es macht keinen Sinn, das Gerät für ein Fax im Monat 24 Stunden eingeschaltet an der Steckdose hängen zu lassen.»

Druckkosten ausschlaggebend

Auch beim Druckerpart gibt es Details zu beachten - beispielsweise den darstellbaren Farbraum oder die Möglichkeit des randlosen Drucks, falls dieser benötigt wird. Besonders wichtig bei der Entscheidungsfindung bleiben aber die Druckkosten. Hier hat es grundsätzlich eine positive Entwicklung gegeben. In einem Mufu-Test der Stiftung Warentest in Berlin schafften die genügsamsten Tinten-Geräte 2006 Kosten von 3 Cent je DIN-A4-Seite und 100 Cent je Farbseite. 2008 haben es die besten Geräte geschafft, diese Kosten zu halbieren.

Bei den preiswertesten Mufu-Geräten - Straßenpreis ab 50 Euro - stellten die Tester aber auch 2008 «recht hohe» Druckkosten fest. «Darum lohnen sie nur, wenn man nur gelegentlich druckt», lautet die Empfehlung der Stiftung Warentest. Bester Farbtinten-Mufu wurde mit der Note 2,1 der Canon Pixma MP610, der ab rund 130 Euro zu haben ist. Das vielseitige Gerät drucke Text, Grafiken und Fotos schnell und gut und beeindrucke mit besonders guten Kopien, so die Beurteilung.

Mit Fremdtinte viel Geld sparen

Bessere Scan-Ergebnisse, ebenfalls gute Drucke und Kopien und besonders günstige Textdrucke liefere der einfacher ausgestattete und mit der Note 2,3 bewertete HP Officejet Pro L7480 (ab 180 Euro). Ebenfalls mit 2,3 bewertet wurde der Epson Stylus Photo RX685 (ab 140 Euro). Mit sehr gutem und sehr schnellem Textdruck «hervorragend für Büromenschen, nicht jedoch für Hobbyfotografen» eignen sich den Warentestern zufolge die jeweils mit der Note 2,5 getesteten Schwarzweiß-Laser-Mufus Samsung SCX-4200 (ab 110 Euro) und HP LaserJet M1005 MFP. Letzterer ist durch das Nachfolgemodell Laserjet M1120 MFP ersetzt worden.

Wer bereits einen kostengünstig arbeitenden Drucker erstanden hat, kann übrigens noch einmal beim Tintenkauf Geld sparen. «Fremdtinte ist von der Qualität nicht viel schlechter als die Originaltinte der Hersteller», sagt Verbraucherschützer Jaroslav Smycek. Tests hätten mitunter auch schon bessere Bewertungen für die Fremd- als für die Originaltinte ergeben. Grundsätzlich gelte: «Man kann sicherlich die Hälfte der Druckkosten sparen.» (Dirk Averesch, dpa)

 
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