Office-Pakete:
Hereinspaziert! Microsoft öffnet sein Büro
22. Mai 2008 19:29
Der Software-Riese kommt der Europäischen Union entgegen und will sein Büropaket besser für die Zusammenarbeit mit anderen Programmen rüsten. Allerdings dauert es noch ein wenig, bis der Zusatznutzen zur Verfügung steht.
Der Software-Riese Microsoft kommt der Europäischen Union im laufenden Kartellstreit entgegen und will künftig auch offene Dokumentenformate mit seinem Büropaket Microsoft Office 2007 anbieten.
Die EU-Kommission teilte in Brüssel mit, sie werde die Ankündigung in ihrer laufenden Untersuchung zu Schnittstelleninformationen zu Office prüfen. «Die Kommission würde jeden Schritt in Richtung von wirklicher Interoperabilität, mehr Auswahl für Verbraucher und weniger Bindung für Verkäufer begrüßen.»
Open Document Format ab 2009
Mit dem nächsten größeren Update («Service Pack») im ersten Halbjahr 2009 werde das Office-Paket auch das Open Document Format (ODF) als Speichermöglichkeit unterstützen, teilte Microsoft in München mit. Der Softwaregigant kündigte weiterhin an, auch das vom Wettbewerber Adobe entwickelte Portable Document Format (PDF) sowie die hauseigene PDF-Alternative XPS (XML Paper Specification) unterstützen zu wollen.
«Interoperabilität» ist das Wort in aller Munde
«Die Unterstützung weiterer Dokumentenformate ist ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung unserer Interoperabilitätsstrategie», sagte Dorothee Belz, die Chef-Juristin von Microsoft Deutschland. Der Begriff «Interoperabilität» wird in der Softwareindustrie verwendet, wenn mehrere unterschiedliche Programme bestimmte Datenformate oder Protokolle gemeinsam verwenden können. Die EU-Kommission betonte, nun gehe es um die Frage, ob der Redmonder Konzern mit diesem Schritt diese verbessere und ob Nutzer ihre Dokumente mit Softwarenprodukten ihrer Wahl verarbeiten könnten.
Kartellstrafen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro
In Brüssel waren in den vergangenen vier Jahren in verschiedenen Kartellverfahren Strafgelder in Höhe von insgesamt 1,7 Milliarden Euro gegen den Software-Konzern verhängt worden. Zuletzt hatte sich die britische Schulbehörde British Educational Communications and Technology Agency (Becta) offiziell bei der EU beschwert, dass Microsoft zu sehr auf das sein eigenes OOXML-Format setze und keine ausreichende Kompatibilität mit konkurrierenden Produkten wie OpenOffice biete. (dpa)