Merkel will billigeres Internet
14. Mrz 2007 21:35
 |  Kanzlerin Merkel schreitet zur Eröffnung | | Foto: dpa |
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Traditionsgemäß hat Kanzlerin Merkel die Cebit in Hannover eröffnet. Mit einem neuen IT-Gipfel will die Regierung die Branche hierzulande stäken.
Zur Eröffnung der High-Tech-Messe Cebit hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Mobilfunk- und Internet-Branche aufgerufen, ihre Preise weiter zu senken. «Sie kriegen mehr Kunden, wenn sie es billiger machen», sagte die Regierungschefin in einer Nebenbemerkung vor mehr als 2000 IT-Managern und anderen geladenen Gästen in Hannover. Die bisherigen Preissenkungen hätten dazu beigetragen, dass Deutschland «auf dem Weg in die moderne Informationsgesellschaft ein ganzes gutes Stück vorangekommen» sei.
Die Bundesregierung werde mit einem «Aktionspaket» ihren Beitrag zur weiteren Entwicklung der Branche leisten, versprach Merkel und wies auf geplante IT-Investitionen von 1,2 Milliarden Euro bis 2009 hin. Bei der Forschungsförderung habe aber auch die Wirtschaft ihre Verantwortung. Auf sie sollten zwei Drittel der gesamten Forschungsleistungen in Deutschland entfallen. Zur Stärkung der Zusammenarbeit kündigte sie bis Ende des Jahres einen zweiten so genannten IT-Gipfel an.
Sorge um Fachkräftemangel
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) kündigte zur Cebit einen neuen Vorstoß an, um den Mangel an Fachkräften zu überwinden. Erste Maßnahmen dazu sollen im Frühsommer eingeleitet werden. Zurzeit gibt es in der Branche nach Angaben des Fachverbands Bitkom 20.000 offene Stellen, die mangels geeigneter Bewerber nicht besetzt werden können.Für das Cebit-Partnerland Russland sagte der stellvertretende Ministerpräsident Sergej Naryschkin, die Entwicklung der Informationstechnik könnte die bisherige Abhängigkeit von Öl und Erdgas verringern. Daher sei die Cebit «für unser Land sehr, sehr wichtig». 150 russische Firmen und Institute präsentieren sich auf der Messe im Kreis von mehr als 6000 Ausstellern aus 77 Ländern.
Bitkom optimistischer
 |  Willi Berchtold Foto: Bitkom |
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Der Branchenverband Bitkom korrigierte zum Auftakt der Messe seine Wachstumsprognose nach oben und rechnet in Deutschland nun mit zwei Prozent mehr Umsatz bei Computertechnik, Software, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. «Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Cebit sind in diesem Jahr so gut wie lange nicht mehr», sagte Bitkom-Präsident Willi Berchtold.Die Branche rechnet in diesem Jahr mit Umsätzen von 149,1 Milliarden Euro. Auch für 2008 sei eine Steigerung um erneut zwei Prozent zu erwarten, sagte Berchtold. Die stärksten Wachstumsimpulse gehen von der Software (5,7 Prozent) und von der Unterhaltungselektronik (3,5 Prozent) aus.
Die Grenzen des Wachstums
Bei Computer-Hardware ist der Umsatz wegen sinkender Preise jedoch weiter rückläufig. Zu spüren bekam das auch der führende deutsche Hersteller Fujitsu-Siemens, der einen unerwarteten Nachfrageknick und Verluste an Marktanteilen hinzunehmen hatte. «Es war ein hartes und wettbewerbsintensives Jahr», sagte Vorstandschef Bernd Bischoff.Grenzen des Wachstums zeichnen sich in der Telekommunikation ab. «Die Preise fallen, und in der Folge wird der Markt für Telekommunikation erstmals seit Jahren nicht mehr wachsen», erklärte Verbandspräsident Berchtold. Schon in diesem Jahr werden Einbußen von zwei Prozent erwartet.
Breitband allerorten
Beim Mobilfunk führen Telekom und Vodafone zur Cebit eine neue Breitbandtechnik mit bis zu 7,4 Megabit pro Sekunde ein. Um den Trend zum mobilen Internet zu fördern, wollen Vodafone, T-Mobile und O2 die Tarife übersichtlicher gestalten.Der Ausbau von Breitbandangeboten für Festnetz und Handy steht im Zentrum des Cebit-Angebots der Deutschen Telekom
. Für Fernsehübertragungen soll das schnelle VDSL-Netz bis Ende 2008 in 50 Städten angeboten werden. Arcor startet am 2. Mai mit einem Pilotprojekt zur Übertragung von mehr als 50 Fernsehsendern mit Hilfe von Internet-Technik. Die bundesweite Einführung von IPTV – also Fernsehen über das Internet-Protokoll - soll in der zweiten Jahreshälfte folgen. (AP)