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netzeitung.de40 Jahre Mondlandung: Auf geht's ins Space 2.0

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Schaubild der Nasa (Foto: Nasa/nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schaubild der Nasa
Foto: Nasa/nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Mann im Mond ist ein Mythos. Der erste Mensch auf dem Mond vielleicht ebenfalls. Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum der Mondlandung gibt es neue Debatten über den Mond, die Erde und Sex im All. Der Blogblick. Sex in der Schwerelosigkeit Steuergeld für Flug zum Mars? Space 2.0 Namen zum Mars Harry Potter

Als John F. Kennedy frei nach Matthias Claudius forderte «Der Mond wird angegangen», da glaubten wohl nur überzeugte Weihnachtsmannenthusiasten, dass diese Menschheitsutopie realisierbar sei. Aber vor 40 Jahren war es dann tatsächlich so weit. Franz Patzigerinnert sich noch heute an diese ganz besondere Nacht, die er als vierjähriger Knirps erlebt hat.

Die Mondlandung war nicht nur ein ungeheures Abenteuer und ein nie da gewesenes Medienereignis, sie hatte auch weltgeschichtliche Folgen, die bis heute nachwirken. In den Erzählungen der Astronauten war die Erde kein unverwüstlicher Planet mit unerschöpflichen Ressourcen: Sie lag da im All mit einer dünnen blauen Schutzhülle und wirkte verletzlich und beschützenswert. Dass wir uns alle heute um unseren Planeten sorgen, dieser Gedanke ist mit der bemannten Raumfahrt in die Welt getreten.

Die Nasa feiert diese Zeitenwende auch im Netz. «Die Originalbänder mit den Videodaten von Apollo 11 sind zwar immer noch verschwunden, aber die Nasa hat rechtzeitig zum 40-jährigen Jubiläum das zweitbeste aus der Misere gemacht: die vorhandenen Kopien wurden digital aufbereitet.»

Twitteraccounts wurden eingerichtet, die den Funkverkehr von damals in Tweets wiedergeben, auf wechoosethemoon.org kann man die Mondlandung in Echtzeit nachvollziehen, ja sogar an Menschen ohne Vorstellungsvermögen wurde gedacht: Die Nasa hat die Wege, die die Astronauten auf dem Mond zurücklegten, auf ein Fußballfeld übertragen.

Sex in der Schwerelosigkeit
Dann gibt es noch die Frage, die schon jeder Astronaut beantworten musste: Was ist mit Sex in der Schwerelosigkeit? So hat die Frage jedoch vermutlich noch niemand gestellt:
Eine Antwort weiß allerdings auch die Wikipedia nicht.
Und dann gibt es noch die andere Frage, die jedes Mal aufkommt, wenn es um bemannte Raumfahrt geht. Diese Frage wird hier beantwortet.
Alle anderen täglichen Verrichtungen kann man in diesem Video bewundern: Was macht man eigentlich, wenn beim Fahrzeug auf dem Mond mal etwas kaputtgeht? Man nimmt Isolierband.

Die Deutsche Blogosphäre feiert natürlich auch. Nachdem die albernen Verschwörungstheorien alledetailliert widerlegt sind, bieten sie jetzt nur noch Stoff für Satire. «Die Amis waren auf dem Mond. Was sie uns gezeigt haben, kam von der Erde. WARUM? Die Freimaurer wollten ungestört ihr Ritual auf dem Mond durchführen. Sie zogen ihre Freimaurerkluft an und zelebrierten ihr Ritual auf dem Mond. So ist es gelaufen.»

Bei Nerdcore hat der Kommentator Twitchi eine gute (allerdings wenig praktikable) Idee. Denn war nicht der Wettlauf zum Mond eine wunderbare Alternative zum Wettkampf mit Raketen? «Soll's doch heute einfach nochmal gemacht werden zwischen West und NahOst. Wer kommt als erstes zum Mars. Entstehen viele Jobs, und Kinder begeistern sich wieder für Wissenschaft.»
Einer der letzten Kontroversen zu dem Thema Raumfahrt widmet sich Florian Freistetter auf Astrodictium Simplex: Ist bemannte Raumfahrt Geldverschwendung?

Steuergeld für Flug zum Mars?
«Mit dem Steuergeld, das jährlich nur in Deutschland verschwendet wird, könnte man sich einen bemannten Flug zum Mars leisten (kostet etwa 30 Milliarden Euro).» Und auch dem Vorwurf, Raumfahrt habe keinen praktischen Nutzen, kann Freistetter etwas entgegenhalten: «Viele Anwendungen kristallisieren sich erst nach Jahrzehnten heraus. Hätte sich zum Beispiel Max Planck 1900 nicht mit einem komplett theoretisch und anwendungsfreien Thema (der Schwarzkörperstrahlung) beschäftigt, dann gäbe es heute keine Quantenphysik und damit auch nicht all die Anwendungen, die daraus entstanden sind und die unsere moderne Zivilisation prägen. Deswegen muss es immer möglich sein, frei vom Zwang nach Anwendbarkeit und schnellem Nutzen zu forschen: Man kann nie wissen, was sich vielleicht später einmal daraus entwickeln wird. Das gilt auch für die Raumfahrt!»

Aber warum dann Menschen ins All schießen und nicht einfach Maschinen und Fotoapparate?
«Wissenschaft soll (zumindest meiner Meinung nach) nicht nur allein dem Erkenntnisgewinn dienen. Sie soll die Menschen auch faszinieren und inspirieren. In dieser Hinsicht ist Wissenschaft genauso wertvoll wie Kunst, Musik oder Literatur. Ein Bild von Van Gogh bringt uns keine neuen Erkenntnisse über die Natur oder das Universum. Aber seine Existenz ist für die Menschheit unzweifelhaft wichtig und nützlich. Genauso kann die bemannte Raumfahrt die Menschen viel stärker faszinieren und mitreißen als nur der Flug einer unbemannten Raumsonde.»

Space 2.0
Freistetters Leser Stephan vermisst bei dem flammenden Appell jedoch noch etwas, «nämlich Space 2.0 So wie das Web 2.0 ein Internet für alle ist, wird es auch neben der staatlichen Raumfahrt in Zukunft auch eine rein private bemannte Raumfahrt geben. Bei uns wird das gerne belächelt oder als Spielzeug für Milliardäre mit Sozialneid bedacht, aber das erste Auto war schließlich auch kein Volkswagen. In Amerika, wo es diese ausgeprägte Sozialneidkultur nicht gibt, werden raumfahrtenthusiastische Pioniere mit dicken Geldbeutel sehr geschätzt.»

In seinem eigenen Blog weist Stephan auf den Start der Falcon hin. Die «21 Meter hohe Falcon 1 (ist) eine rein kommerzielle Rakete des Unternehmens SpaceX ist. Bei ihrem Start brachte sie den kommerziellen malayischen Satelliten RazakSAT in eine Erdumlaufbahn.» «Damit wäre die Raumfahrt endgültig keine reine Angelegenheit von Regierungsbehörden mehr.»

Namen zum Mars
In seinem eigenen Blog weist Stephan auf den Start der Falcon hin. Die «21 Meter hohe Falcon 1 (ist) eine rein kommerzielle Rakete des Unternehmens SpaceX ist. Bei ihrem Start brachte sie den kommerziellen malayischen Satelliten RazakSAT in eine Erdumlaufbahn.» «Damit wäre die Raumfahrt endgültig keine reine Angelegenheit von Regierungsbehörden mehr.»

Eine weitere Aktion der Nasa sorgte für große Freude bei den deutschen Bloggern: Man kann seinen Namen zum Mars schicken.So sieht das Zertifikat aus.

Jan freut sich nun auf Post. «Mal sehen, ob ich dann Post von Marsianern bekomme, die PLZ haben sie ja.» Bei design-o-matic ist man da weniger optimistisch. «'Participate!', nennen die das. 'Bring the Universe to you', nennen die das. Ja, genau, vielen Dank! Noch nie was vom Krieg der Welten gehört? Stinkige Marsianer, die total übersäuert hier aufschlagen, weil wir denen schon seit Jahren die Vorgärten mit Elektroschrott zumüllen, und jetzt sogar noch Adressen-Spam mit einpacken!? Nie gehört?

Wird aber passieren. Und dann kommen die Jungs mit einem USB-Stick voller Namen, gehen dann erstmal ins nächste Internetc@fé und googeln sich die Adressen bei 'Facebook, StudiVZ und Konsorten'» raus.« Während alles vom Mars spricht, ist Fréderic Valin schon einen Schritt weiter. Von der Raumfahrt zu fliegenden Besen: Ein kleiner Schritt für einen Autor, ein großer Sprung für die Leserschaft.

Harry Potter
Der neue Harry Potter ist da. Harry Potter und der Halbblutprinz heißt er.
Jessie schreibt im Modeblog lesmads über die textilen Aspekte der Zauberlehrling-Serie: «Während ich also auf der Suche nach logischen Zusammenhängen verzweifelte, fielen mir immer wieder die spitzen Schultern an Professor McGonagalls Zauberumhang auf. Die waren in den vergangenen Filmen noch nicht mit von der Partie – ganz schön up to date, diese Zauberer!»

Philipp war enttäuscht, Batz, der Filmpapst der Blogosphäre, allerdings begeistert. «Die Liebe zum Detail, die optischen Einfälle, die liebevolle Ausstattung, der Wortwitz und die grandiosen Schauspieler zeigen immer wieder, was die Potter-Filme von anderen am Reißbrett durchkalkulierten Sommerblockbustern unterscheidet. Sie haben Herz und man spürt die Liebe aller Beteiligten zu dem schwierigen Stoff, der ihnen oft genug fast unlösbare Hindernisse in den Weg legt.»

Und sogar mit dem Hauptdarsteller kann er sich endlich anfreunden. «Wenn sich Harry mit der Glücksdroge Felix Felicis aufputscht und plötzlich extrem zugekifft und albern agiert, lässt Radcliffe erahnen, das er vielleicht doch etwas dazugelernt hat und mehr kann als nur stoisch dreinschauen. Für einige wenige Szenen ist Harry sehr sehr komisch und es überrascht mit wie vielen unerwarteten Nuancen Radcliffe hier agiert. Sobald die Wirkung der Droge vorbei ist, spielt er jedoch weiterhin auf Autopilot, wie man es bereits gewohnt ist.»

Nur seinen Kommentator Stefan kann Batz nicht beeindrucken: Also nee, das ist doch 90210 mit Eulen. Ob mit Besen oder Raumfähre: In diesem viel zu feuchten Sommer möchte man fliegen können. Und wenn nur der eigene Name es auf den Mars schafft, dann wird der wenigstens nicht nass.

Anhang

Teresa war auf der Release-Party des Ratgebers «Planen oder treiben lassen»: «Der lebensbejahend gestaltete Wegweiser weckt tatsächlich beim Lesen den Eindruck, man unterhalte sich mit einer unangenehmen Person. Ort des Geschehens ist eine Jungspundparty, auf der vom Rausch beseelte Menschen im Überschwang, in Überheblichkeit und mit falsch verstandenem Charme den anderen Gästen ihre Lebensweisheiten als die Wahrheit verkaufen wollen.» +++ Der Taubenvergrämer leidet unter Wackelkontakten. +++ Karsten Bier hat Ratschläge für die Weltuntergangsbeschleunigung. +++ «Diese Site veröffentlicht den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe aus den Jahren 1794 bis 1805 in Echtzeit, das heißt, die Briefe werden um 215 Jahre versetzt an dem Datum veröffentlicht, an dem sie geschrieben wurden. Beginn ist der 13. Juni 2009; bereits am 12. Juni werden Goethes Widmung an den König von Bayern und das Vorwort zur zweiten Auflage von Hermann Hauff veröffentlicht.» +++ MC Winkel war beim Uhrmacher.


Für das Web ediert von Malte Welding. Netzeitung auf Twitter.