Unsere Weblog-Kolumne: StudiVZ, «eine bessere Telefonliste»02. Dez 2008 07:58  |  Ist was wert? Logo von StudiVZ | Foto: StudiVZ |
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Kauft Facebook den Konkurrenten StudiVZ? Ja und?, fragen die Blogger, von denen viele ein wenig netzwerkmüde wirken. Außerdem: Re:publica 09 - «Shift happens», Best of Blogs, Terror in Bombay. Der Blogblick
Seltsam ruhig war es in den letzten Monaten um Deutschlands größtes soziales Netzwerk StudiVZ geworden - keine neuen
Skandale,
kaum unzufriedene
Nutzer,
keine nennenswerten
Krisen
beim
Wachstum.
Zu ruhig? Neuerdings scheint alles anders, zumindest wenn man einigen Medienberichten über
StudiVZ
und den wie üblich interessierten Bloggern glauben darf.
Olaf Kolbrück, off the record,
kolportiert,
was schon länger als Gerücht durch die Medien
läuft:
«StudiVZ: Die 'Wirtschaftswoche' hört das Gras bei Holtzbrinck wachsen und spekuliert in der Printausgabe über einen Verkauf des Netzwerkes 'wenn der Preis stimmt'.» Der Käufer könnte
Facebook
heißen - ebenjenes Facebook, das derzeit in Deutschland noch weit hinter dem zum Holtzbrinck-Konzern gehörenden Konkurrenten zurückliegt.
Die Gründe für den möglichen Verkauf wurden bisher nicht bekannt, umso mehr Raum bleibt für Spekulationen. blogs-optimieren.de
schreibt:
«2009 soll StudiVZ bereits den Break Even erreichen und 2010 dann ordentliche Gewinne einfahren. 30 Millionen Euro Umsatz sollen es 2010 werden, glaubt man den Aussagen von Jochen Gutbrod (stellv. Vorstandsvorsitzender bei Holtzbrinck) in der 'Wirtschafstswoche'. Leider gibt es nur wenig Substanzielles dazu, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Wachstum scheint im Bereich der Studenten kaum noch möglich, lediglich neue Studierende könnten Zuwächse bringen, wenn mehr neue Studenten kommen als sich alte abmelden.»
BlogWave hat diese Hoffnung bereits
aufgegeben:
«Für mich ist jedoch klar, dass es für Holtzbrink prinzipiell keinen anderen Weg aus der Miserie gibt. In meinen Augen ist der Verkauf nur noch eine Frage der Zeit. Ich denke auch, dass der Preis mit der Zeit immer weniger eine Rolle spielen wird, denn je länger Holtzbrink mit dem Verkauf wartet, desto größer wird das Minus in der Bilanz, denn StudiVZ fährt aktuell keine Gewinne ein.
Auf der anderen Seite ist die Akzeptanz von Facebook in Deutschland enorm angewachsen. Das Main-Blog bringt diese Entwicklung auf den Punkt, wenn es
dort heißt:
«Hätte mich vor rund einem Jahr jemand auf die Marktchancen von Facebook in D angsprochen, keinen Cent hätte ich drauf gegeben. Die letzten Wochen überzeugen mich jedoch vom Gegenteil. Unglaublich viele Einladungen zu Facebook, selbst aus dem engsten Freundes- und Bekanntenkreis, trudeln regelmäßig ein. Scheinbar ist inzwischen jeder drin. Und auch auf Geschäftskontaktebene scheint Facebook Boden gut zu machen. Deshalb werd ich als erstes meine bisherige Weigerung, mich bei Facebook anzumelden, aufgeben.»
Zahlen und Einschätzungen dazu
liefert
Tim, Flussaufwärts\Upstream. Demnach hat Facebook nur acht Monate nach dem Deutschland-Start «schon 1,2 Mio. Mitglieder. Studi VZ liegt mit mehr als 5,5 Mio. Mitgliedern zwar noch klar vorne, aber wenn ich mir die Entwicklung der Suchanfragen nach Facebook bzw. StudiVZ bei Google Trends anschaue, dann wird das bald nicht mehr so sein. Klar werden noch viele Studenten ihre StudiVZ Profile behalten, aber ich schätze mal, dass vor allem die Erstsemester wahrscheinlich gleich bei Facebook 'registern' werden.»
casi, zweipunktnull,
stellt
die gute Frage: «Und mal ehrlich, Ihr studiVZ-Nutzer: Was genau tut Ihr beim StudiVZ, was man bei Facebook nicht genauso oder besser tun könnte?» Auf ein aktuelles Urteil zum Rechtsstreit um die Buchstaben «VZ» verweisen die JuraBlogs,
in diesem Fall
RA Dr. Bahr. Das Erkenntniswerk
verlinkt auf
den Beitrag: «Die künftigen Erlösmodelle für Social Networks - So wird die Zukunft aussehen».
Marcus Radisch, Marcus' Blogwoche, ist StudiVZ einfach nur
leid:
«ich war seit fast 2 Jahren StudiVZ Mitglied, hab sogar die neuen StudiVZ AGB’s abgenickt obwohl es mir von Beginn an komisch vorkam. Aber im Hype macht man einiges mit. Doch irgendwann kam der Punkt, dass in meinem StudiVZ nichts mehr los war. Die Frage, die sich mir stellte war, brauche ich das Teil dann noch? Nein!» Das liege aber nicht allein an StudiVZ, sondern an den Netzwerken insgesamt.
Das Filterblog
argumentiert
ähnlich, wenn auch mit stärkerem Bezug auf die Funktionen des Holtzbrinck-Netzwerks: «StudiVZ kommt mir zunehmend so vor, wie man sich ein Verzeichnis vorstellt. Es ist vielleicht eine bessere Telefonliste, weil halt auch Bilder dabei sind und die Nutzer allen möglichen Gruppen beitreten und auch sonst allerhand Schabernack über sich verbreiten können. Mehr ist es denn aber auch nicht. Es ist ganz sicher nicht dass, was man ein soziales Netzwerk nennt, denn die Vernetzung findet allenfalls über Freundschaftsbeziehungen statt und ganz, ganz rudimentär vielleicht noch über die Gruppen oder die Funktion, Bilder markieren zu können.»
MEHR IM INTERNET: Kommentare der Woche |
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Anhang
Re:publica: Einmal im Jahr findet in Berlin das Bloggertreffen «Re:publica» statt, nun ist die offizielle Ankündigung für 2009
raus.
«Shift happens» - schönes Motto. +++ Blog Awards der Deutschen Welle: Die BOBs wurden in der vergangenen Woche vergeben
und viele
Blogger
befassen
sich
mit den
Siegern
und Verlierern.
+++ Der Terror in Bombay
ist auch
an den
Bloggern
nicht
spurlos
vorbeigegangen.
+++ Die FAZ hat jetzt auch
Blogs.
+++
Für das Web ediert von Maik Söhler |