Unsere Weblog-Kolumne: 007 - Die Lizenz zum Bloggen11. Nov 2008 07:39  |  Action! Szene aus 'Ein Quantum Trost' | Foto: Sony Pictures |
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Mein Name ist Blogblick, der Blogblick. Und damit ist klar, worum es diesmal gehen wird: Die Blogger und James Bond. Außerdem: Barack Obama, SPD in Hessen, Atommülltransporte, Science Fiction.
So mancher bemängelt, hier im Blogblick gehe es immer um das Gleiche -
Technik, Internet
,
Datenskandale
, seltener auch um
Politik
und
Wirtschaft
, manchmal sogar um
Sport.
Die Kultur aber werde regelmäßig ausgespart.
Nicht doch - im Internet steckt schließlich mehr Kultur als im Kulturbeutel und eine gute Bankenkrise kann - wie derzeit zu beobachten ist - mehr Zivilisation hervorbringen als ein schlechtes Theater. Aber gut, noch mehr Kultur muss her, Blogger, übernehmen Sie!
Gerne doch. Feldpost
schreibt
(Kleinschreibung im Original): «ein bond-girl gibt es wohl noch, allerdings keinen sex. 'meine name ist bond - james bond' gibt es auch nicht mehr. die frage 'geschüttelt oder gerührt?' hat james im letzten film ja schon beantwortet, und zwar sinngemäß mit: 'ist mir doch scheißegal'. ganz ehrlich: mit jemandem, der die ganze zeit mit einem derartig verkniffenen gesichtsausdruck herumrennt und noch nicht einmal sinn für tradition und etikette hat, wollte ich auch keinen sex haben.»
Ganz anderer Meinung ist pommes-schranke, der «eigentlich kein James Bond-Fan» ist, «doch auch schon den Vorgänger (Casino Royale) fand ich extrem gut, und auch im neuen Film spielt Daniel Craig den abgefuckt krassen James einfach perfekt. Die Story ist anfangs ein wenig verwirrend, klärt sich allerdings alles gegen Ende des Films.» Vorsicht,
es folgt
ein flacher Gag (kein Problem) samt Gag-Hinweis (großes Problem).
Christoph Fertinger, Ansichten eines Clowns,
stört sich
an anderen Aspekten: «Gestern habe ich mir den neuen James Bond 'Ein Quantum Trost' gegönnt. Zumindest im Rennen um den bescheuertsten Titel aller Zeiten liegt er ganz weit vorn! (...) Ist das wirklich noch James Bond? (...) Kein britischer Humor, kein 'Q', der abgedrehte Gadgets entwickelt (es gibt wirklich kein einziges!), keine Moneypenny.»
So etwas mag frau im Weblog Keksboxhase
nicht hören:
«Meine Fresse, der is sooo unendlich cool. Also der Film an sich ist natürlich schonmal klasse, aber alleine Daniel Craig mit seiner 'erschreckend effizienten' Art macht das gewisse Etwas aus. Ja doch den würde ick soooofort heiraten … also nich Daniel Craig, sondern James Bond mit Daniel Craig Hülle, sozusagen, aber naja die Wahrscheinlichkeit geht da wohl eher in Richtung null.»
Und schon ist der nächste Streit unter Bloggern da. Denn Supergarv kann gerade mit dem Hauptdarsteller
nichts anfangen:
«Glücklicherweise hat der Film einen Inhalt, der Daniel Craig's schauspielerisches Können in angenehmster Art und Weise umschmeichelt: Sein Repertoire von 2 Gesichtsausdrücken reicht auch in diesem Film so gerade, um zwischen einer und der nächsten Actionsequenz in die Kamera zu stieren. Der neue James ist noch viel mehr als sein Vorgänger nur noch Blendwerk aus aneinander gereihten Actionsequenzen.»
Wenn wir schon mal beim Meckern sind - es «war doch massiv Werbung vor dem Film zu ertragen. Der Film fing sage und schreibe erst 50 Minuten (!!!) später an»,
bemängelt
Kunzilla; Das Reich der eidgenössischen Fledermaus
fand den
Bond-Song «so richtig schlecht»; Filmfacts
hält
«Ein Quantum Trost» für «laut, grell und inhaltsleer»; blogd
bedauert:
«Es wird deutlich mehr getötet und gemetzelt als in den vorherigen Filmen, dass passt für mich leider ganz und gar nicht in einem James Bond Film.»
Genug gemeckert. Es muss doch auch was geben, was gut war. Klar, Filzo.de,
glaubt:
«Daniel Craig gehört für mich zu den besten Bond-Darstellern aller Zeiten (wobei NIE jemand an Sean Connery herankommen wird). Endlich wieder ein nicht-schmieriger, kerniger Bond, dem man auch so etwas wie Charakter zutraut.» Gisela Laux, Ausgespu(c)kt
ist angetan
von viel und neuer Technologie: «Man bekommt Appetit auf Konsum. Lust auf schnelle, gut geschnittene Autos. Sie dürfen sogar klein sein. (...) Die Informationsquellen via Mobilfunk mitsamt ihrer angeschlossenen Technologie (Videowalls, Touchscreens etc.) werden uns in diesem Film schmackhafter gemacht, als es je eine Werbung (...) leisten kann.»
Das BlubberBlog schließlich bringt den Film
auf die Formel:
«Er ist genial, aber Bond-Fans dürften weitgehend enttäuscht sein.» Genug Kultur für heute.
MEHR IM INTERNET: Kommentare der Woche |
|
Anhang
US-Wahl:
Der Wahlsieg
Barack Obamas
hat
Nachwirkungen
in
vielen
Weblogs.
+++ Hessen-SPD:
Man denkt,
dass dazu
niemandem
mehr etwas
einfällt.
Das
stimmt
nicht.
+++ Atommülltransporte:
Gorleben hat
auch aus
den Blogs
einiges an Beistand
erfahren,
aber nicht
nur liebevollen.
+++ Science Fiction: Marcus Hammerschmitt, Instant Nirvana, weiß mit einem neuen Roman von Dietmar Dath so recht nichts
anzufangen.
+++
Für das Web ediert von Maik Söhler |