Unsere Weblog-Kolumne: Zum Google-Geburtstag nicht nur Glückwünsche06. Sep 2008 10:08  |  Und hier noch ein kleines Geschenk der Netzeitung an Google: Wir gratulieren! | Foto: nz |
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Google wird zehn Jahre alt und hat sich selbst mit dem neuen Browser Chrome sowie diversen anderen Neuerungen in alle Schlagzeilen gebracht. Doch nicht jeder will mitfeiern. Aus gegebenem Anlass vorverlegt: Der Blogblick.
Am 7. Sptember 1998 wurde von Larry Page und Sergey Brin offiziell ein Unternehmen gegründet, das das Internet heute wie kein anderes prägt: Google. Anders gesagt: Google ist nun zehn Jahre alt. Nochmal anders gesagt: Wer sich aktuell im Netz umschaut, kann kaum glauben, dass es sich nicht um den hundersten Geburtstag handelt.
Man kann sich das Web ohne Google und seine Suchmaschine, ohne seine Maps, News, E-Mails, Alerts, Toolbar, sein Earth, Street View, Chrome, Picasa, Notizbuch, seine Kalender-, Desktop-, Talk- und Groupfunktionen ja kaum noch vorstellen. Glückwunsch jedenfalls hier vom Blogblick, der, wenn es um Google geht, sich die entsprechenden Links gerne mal schenkt - Riesen erkennen den Gruß von Zwergen ja doch nicht.
Diesmal aber.
Google selbst - der Name leitet sich übrigens ab vom Zahlbegriff «Googol», der für eine Eins mit hundert Nullen steht - wird am 7. September kaum feiern, geplant sind vielmehr Feierlichkeiten, die den September durchziehen. Und eines der größten Geschenke hat sich der Konzern ja ohnehin schon selbst gemacht: den Webbrowser
Chrome,
der derzeit in aller Munde, aber noch nicht auf jedem Rechner ist.
Was sich schnell ändern könnte, wenn man so manchem Blogger glauben darf. So
postet das
Blog Geld verdienen - SEO Blog erstmal eine «Umfrage zur Dominanz und Allmachtstellung von Google», abgefragt werden Nutzergewohnehiten von Google-Produkten, Bewertungen dieser Dienste sowie Einschätzungen zum Datenschutz und zur Konkurrenz von Google.
Auch das Google Watch Blog hat eine Umfrage
gestartet:
«10 Jahre Google! Was sollte Google in den nächsten 10 Jahren ändern?– Mehr Transparenz – weniger Daten sammeln – noch mehr Produkte – gar nichts ändern – diesen Blog kaufen.»
Ganz unkritisch wird dort mit Google
nicht verfahren,
schließlich handelt es sich um ein Watch-Blog: «Laut Peter Cullen, Chief Privacy Strategist bei Microsoft, habe Google zwar viele großartige Produkte, doch beim Datenschutz sei Google nun an einem Punkt, den Microsoft vor sieben oder zehn Jahren erreicht habe. Google würde nicht genügend Ressourcen aufwenden, um von Anfang an bei der Entwicklung von Produkten den Schutz der persönlichen Daten einzubeziehen. (...) In einer Stellungsnahme wies Google diese Vorwürfe zurück, man beschäftige viele Anwälte, die darauf spezialisiert sind. Man habe nicht wie Microsoft eine isolierte Datenschutzabteilung, sondern weltweit Mitarbeiter, die auf Datenschutz spezialisiert sind.»
Tech-Freak
legt mit
einem Vergleich und Zahlen nach: «Während dieser Dekade hat Google das erfolgreichste Internet-Unternehmen und Suchmaschine hervorgebracht. Die Branchenkenner vermuten, dass in den kommenden 10 Jahren Google wird die Internet-Ära in ähnlicher Weise dominieren, wie es Microsoft in der PC-Branche getan hat. Google und Microsoft sind zwei mächtigste Unternehmen weltweit.» Und weiter: «Ein Vergleich der beiden Firmen macht einiges besser anschaulich: Alter von Google: 10 Jahre. Alter von Microsoft: 33 Jahre. Google Einnahmen in den vergangenen vier Quartalen: 19,5 Milliarden $. Microsoft Einnahmen in den vergangenen vier Quartalen: 60,5 Milliarden $. Im Alter von 10 hatte Microsoft knapp 140 Millionen Dollar verdient. Wenn man es heute umrechnen würde, wären es knapp 280 Millionen Dollar.»
Das ad(non)sense blog ist
schwer genervt
: «10 Jahre Google: Jedes (Schmier-)blatt schreibt in diesem Tagen über Google. Nein, über das 'böse' Google. Die Datenkrake Google. Die wissen alles, haben alle Infos und eigentlich arbeiten sie ja mit der amerikanischen Regierung zusammen. Aber nur, dass Larry und Sergey den nahe gelegenen Nasa Flugplatz für ihre eigene Boeing benutzen können. Dieses und noch mehr Schmarrn schreiben die Zeitungen. Und ganz nebenbei klären sie den User wieder auf: 'Schaltet eure Cookies ab!'.»
Phaenorealismus
fragt:
«Nur kurz: Happy Birthday. Was wäre die Welt ohne Google?» und antwortet: «Naja, wohl die Welt. Aber trotzdem: 10 Jahre alt heute, und MANN! Was für einen Unterschied haben die Jungs gemacht. Vom einfachen Design ihres Flagschiffes (ohne Werbung auf der populärsten Startseite der Welt!) über eine coole Anwendung nach der nächsten (Earth, Docs, Analytics, Scholar, Chrome!) bis hin zum sprichwörtlichen 'Information at your fingertips!'. (...) Und auch wenn dem ehemaligen Anglisten in mir sich dabei die Harre aufstellen: Wer es schafft, mit seiner Marke innerhalb von nur einem Jahrzehnt souverän im deutschen Sprachgebrauch zu landen, der muss nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.»
Pro oder Contra Google - diese Frage stellt sich das netbib weblog nicht und
verlinkt
stattdessen auf ein Video: «Extra 3 (NDR) deckt auf: Johannes Schlooter ist Google…». Danach können die nächsten zehn Jahre Google ruhig kommen.
MEHR IM INTERNET: Kommentare der Woche |
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Anhang
Stimmen aus den Blogs über Google und einige seiner seine Dienste: Alexander Endl, Zielpublikum Weblog, über Gesichtserkennung in Googles jüngst mit einem Update versehenem Bilderdienst Picasa:
«Picasa 3 steht
zum Download bereit. Schau mir in die Augen, Kleines! (...) Auch schön: Wenn man dann anhand von Party-Shooter-Bildern per Suchmaschine alle Teilnehmer identifizieren kann. Und nützlich: Würde sicher auch unsere sicherheitsbedürftige Exekutive interessieren.» +++ Klaus Eck, PR Blogger, über Picasa 3:
«Noch ist Googles
Gesichtserkennungstechnologie sicher nicht perfekt. Sie arbeitet am besten, wenn eine Person direkt in die Kamera blickt, ansonsten kommt es zu zahlreichen unpassenden Vorschlägen. Dennoch zeigen Picasas Fortschritte, womit in Zukunft zu rechnen sein dürfte. Schon bald werden wir bei der Sichtung von Bildern noch leichter als bisher die Personen zuordnen und erkennen können. Anonyme Bilder könnten bald der Vergangenheit angehören. +++ Phase 5 heißt Google Street View in Hannover
willkommen.
+++ ogeeBloggin fragt:
«Gibt es diese
URL’s * www.google.de/angst * www.google.de/radar * www.google.de/bigbrother * www.google.de/watchingyou * www.google.de/brainwash * www.google.de/kritik * www.google.de/herrschaft * www.google.de/probleme * www.google.de/daten * www.google.de/meins eigentlich schon?» +++ Der Blogbote über Datenschutz und Chrome:
«Jugendliche könnten
in einer langfristigen Strategie eine große Rolle spielen. Schaut man sich z.B. die Profile und den Daten-Exhibitionismus von StudiVZ-UserInnen an, so lässt sich vermuten, dass diese Chrome-NutzerInnen vielleicht kein Problem mit der Preisgabe von persönlichen Daten haben. Und dann kann Chrome vielleicht in 10 Jahren doch einen sehr viel versprechenden Marktanteil vorweisen …». +++ blog.rootserverexperiment.de über Chrome und Webentwickler:
«Dabei steht
für Google nicht die Dominanz auf dem Browsermarkt an erster Stelle: Es geht darum, sicherzustellen, dass 100% aller Browser gut mit Googles Anwendungen können — notfalls wird nachgeholfen. Für Webentwickler bedeutet das die Chance, jetzt auf den Zug aufzuspringen und ganz vorne dabei zu sein, wenn sich neue Konzepte durchsetzen. Es kann ja nicht angehen, dass alleine Google vom Fortschritt profitiert.» +++ Martin Recke, Fischmarkt, über Chrome und die Konkurrenz:
«Mit dem Start
von Chrome, soviel ist sicher, hat eine neue Runde im zweiten Browserkrieg begonnen. Es bleibt spannend.» +++ Olaf Kolbrueck, Off the Record, über den Browser:
«Chrome ist brutal
einfach, so schlicht wie die Google-Suchseite und schnell.» +++ Johnny Haeusler, Spreeblick, über die weit verbreitete Angst vor Google:
«Sobald wir uns
im Netz bewegen, geben wir Daten preis. Und erhalten dafür eine ganze Menge: Kostenlose Software und Services, freien Online-Speicherplatz, einfachste Einkaufs-, Kommunikations-, Arbeits- und Handelsmöglichkeiten. Kurz: das Netz. Natürlich möchten wir wissen, wann welche Daten von uns preisgeben werden. Doch dabei ist Googles Chrome im Vergleich zu anderen Unternehmen recht vorbildlich: In den Nutzungsbedingungen steht klar, an welchen Stellen welche Daten übertragen werden. Diese Daten werden verschlüsselt übertragen, um sie gegen Diebstahl zu schützen.»
Für das Web ediert von Maik Söhler |