Unsere Weblog-Kolumne: KlonVZ kriegt auf die Mütze22. Jul 2008 08:07  |  Wo das nun wieder her ist? Logo von StudiVZ | Foto: StudiVZ |
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Facebook verklagt StudiVZ. Die Blogger freuen sich, fragen aber auch: Warum erst jetzt? Außerdem: Jede Menge Anhang, von M wie Massage bis S wie Spamfilter. Der Blogblick.
Solange die Metzgerei floriert, kann man den Würstchendieb ruhig ignorieren. Stagniert der Laden aber, heißt es: Diebe jagen und erschlagen, pardon (das Business hat sich ja zivilisiert) – verklagen.
In Prosa: Die Netzwerk-Seite Facebook (1,6 Prozent Microsoft) schleppt ihre deutsche Konkurrenz - andere sagen schlicht: ihr deutsches
Plagiat
- StudiVZ (100 Prozent Holtzbrinck) vor Gericht. Die Blogger freuen sich scheckig.
Denn das Studentenportal, das sich in den letzten Jahren kaum um den Datenschutz seiner Nutzer
geschert hat,
ist bei den Bloggerinnen und Bloggern nicht besonders angesehen.
Und Abmahnungen gegen Webseiten, die ein VZ (für «Verzeichnis») im Titel trugen, trugen auch nicht gerade zum
besseren Ruf
bei.
Nun geht der Klagereigen weiter. Don Alphonso, Blogbar, ausdauernder Kritiker von StudiVZ,
meint zur
jetzigen Klage: «Ich glaube, Facebook will damit auf die unfreundliche Tour Druck auf Holtzbrinck machen, den Laden in Deutschland an sie möglichst billig abzutreten. Betrachtet man frühere Fälle, könnte der Spass schnell einen zweistelligen Millionenbetrag kosten, nebst Anwälten und einem Haufen Stress.»
Michel, mehrblog.net,
zitiert aus der
Klageschrift: Die Ähnlichkeit von StudiVZ und Facebook könne bewirken, dass die Nutzer die beiden Dienste verwechselten. «Da StudiVZ unkontrollierte Standards für Services, Features und den Schutz der Privatsphäre einsetze, sei dies negativ für Facebook.»
Marcel Weiss, netzwertig.com,
fragt sich, warum
die Klage erst jetzt kommt: «In den deutschen Blogs ist seit den ersten Erfolgen von StudiVZ die, vorsichtig ausgedrückt, frappierende Ähnlichkeit der beiden Seiten bekannt gewesen und ausführlich diskutiert worden.» Er vermutet, das «könnte mit dem schwächelnden Einstieg von Facebook in den deutschen Markt zu tun haben. Hier hat man es schwer, gegen den Platzhirsch mit nach eigenen Angaben 10 Millionen Nutzern anzukommen.»
Das Jurablog
prophezeiht:
«Facebook könnte nun auch seinen anderen Klonen auf den Leib rücken. Derer gibt es mindestens 9, die bekanntesten dürften StudiVZ aber auch das chinesische Netzwerk Xiaonei sein.»
Sebastian Keil
ist gespannt,
wie die Verlagsgruppe Holtzbrinck, Eigentümer von StudiVZ, nun reagiert: «Ich bin mir sicher, dass die anderen Verlagshäuser gespannt zuschauen und ihre eigenen Social Network und Social Media Aktivitäten vom Ausgang dieses Verfahrens (auch eine Einstellung des selbigen wäre ein Zeichen) beeinflussen lassen.»
Das Mitleid der Bloggerinnen und Blogger mit dem deutschen Startup hält sich jedenfalls
in Grenzen.
untersinnlich, nur von dieser Welt: «Dementsprechend kann ich den Amerikanern nur viel Erfolg wünschen - in der Hoffnung, dass studiVZ mal so richtig eins auf die Mütze bekommt.»
Gedankensolo dagegen
argumentiert sowohl
praktisch als auch ästhetisch: «Ich persönlich wünsche mir durchaus, dass Facebook StudiVZ übernimmt. Endlich hätte man alle seine Bekanntschaften unter einem Hut. Egal ob aus den USA, Spanien oder Deutschland. Vielleicht kann man bei der Gelegenheit auch mit der Unart im deutschen StudiVZ aufräumen, dass die Leute sich irgendwelche 'Namen' geben. 'JuliaSchmuse Maus', 'J.a.nKüMme7' oder sonst welche Namen führen das Prinzip des Verzeichnisses ad absurdum.»
Markus, bertdesign.de, sieht ein technisches Problem, wenn der Klon dem Ursprungsorganismus wieder einverleibt werden soll – und
löst es:
«Mal angenommen, das studiVZ (inkl. Ablegern) muss dicht machen - wie sollen die ganzen Nutzer zu Facebook portiert werden? Vermutlich würde ja eine Datenbank- und Ordner-Umbenennug reichen».
MEHR IM INTERNET: Kommentare der Woche |
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Anhang
Massage: Jules, Goncourt's Blog,
über einen
älteren Herrn: «Auf den Laden im Erdgeschoss angesprochen, antwortet er, es handele sich nicht, wie ich dachte, um einen Raum für Hebammenkurse, sondern um einen Salon für Thai-Massage; vom bisherigen, kaum drei Monate geöffneten Designbüro sind auf dem Boden aufgeklebte Zebrastreifen verblieben.» +++ Erste: nämlich
Twitterlesung.
Überhaupt. Also, jedenfalls zwischen Alpha Centauri und Omega Centauri. Vermutlich. Eventuell. Michael, Mayer's Notizblog: «
Neben dem
Wiedersehen mit dem ein oder anderen Blogschreiberling(ine), ist es für mich spannend zu sehen wie die Aufführung von X SMS (was Anderes ist es nicht) dramaturgisch umgesetzt wird.» +++ Campaign Game: Igor Schwarzmann, Amerika wählt, stellt ein flashbasiertes
Strategiespiel
zur Präsdidentenwahl vor. +++ Open Source Biotech: Benni, keimform.de,
berichtet über
einen Bericht, wonach die Genanalyse immer billiger werde. «Das Gen-Labor in der Küche für jeden der will ist nicht mehr weit weg.» +++ Mittelschicht: Hartmut Finkeldey, Kritik und Kunst, zu einem Vorschlag, Unterschichtskinder auf die Schulen der Mittelschicht
zu schicken:
«Der ordentlich bis gut situierte Mittelstand möchte schlicht unter sich bleiben. Ich kann nichts dafür und meine es nicht böse, aber es ist so. Ich persönlich (...) finde die Dünkel meiner Klasse zum Kotzen. Aber wir müssen sie in Rechnung stellen, denn sie sind schlicht da.» +++ Schnüffeln: Datenschutzbeauftragte
kritisieren
Google-Analytics. Wolf, Bedarfshaltestelle: «Google-Analytics gehören verboten.» +++ Unterschicht: Lurusa Gross
über die
«Verlorene Generation in Neukölln»: «Wenn ich so meine Zukunft betrachte und lese, demnächst zu einer nicht mehr integrationsfähigen Unterschicht zu gehören, ja, dann müßte ich eigentlich Kind und Kegel packen und das Weite suchen.» +++ Chef-Visite: Ghost Dog, Die Straßen Von Berlin, wird zum Chef
bestellt.
«Hat er mitbekommen, wie ich letzte Woche privat fünf Seiten kopiert habe? Hat die IT meine Internet-Logs überprüft und festgestellt, dass ich in den Sommermonaten aus Mangel an Aufgaben mehr surfe als arbeite?» +++ Kuntar. Lisa, Letters from Rungholt,
beobachtet den
Empfang des freigelassenen Kindsmörders Samir Kuntar in Beirut: «Kuntar schreitet über den roten Teppich. Man fremdschämt sich beim Zusehen. Das kann doch nicht der Libanon sein, diese todessüchtige Orgie, dieser… oh, ich sage das gar nicht oft und gar nicht gern… ja, dieser faschistische Stil. Eine pompöse Inszenierung.» +++ Spamfilter. Stefan Niggemeier
verrät,
wie er seinen Trolldetetektor justiert: «Der Kommentar ist nicht veröffentlicht worden, weil er im Spamfilter hängen blieb, den ich so eingestellt habe, dass er Kommentare mit mindestens drei Ausrufezeichen in Folge automatisch aussortiert. Das hat sich als erstaunlich zuverlässiges Auswahlkriterium herausgestellt.»
Für das Web ediert von
Bov Bjerg.
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