Unsere Weblog-Kolumne: 3G heißt: Gebühren, geht nicht, geil 15. Jul 2008 07:51  |  Alle gegen eines: iPhone 3G | Foto: AP |
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Apples iPhone 3G ist da. Und mit ihm der Ärger der Blogger - über Stromverschwendung, miese Tarife und seltsame Voreinstellungen. Außerdem: Medikamente gegen die Dummheit dringend gesucht. Der Blogblick.
«Oh ja, ich weiß, wie sehr einigen von euch i-Wort-Artikel auf den Keks gehen, aber ihr müsst jetzt ganz stark sein» - so
eröffnet
Johnny Haeusler auf Spreeblick seinen Testbericht über Apples neues iPhone. Und genauso wollen wir es hier im Blogblick halten, denn iUndgroßweiter ist derzeit etwa so charmant wie eine Spareinlage bei Indymac.
Doch gleichzeitig könnten die 82.139.000 Einwohner Deutschlands irren (Stand: 30. November 2007), die noch kein iPhone 3G gekauft haben, und so müssen wir uns eben doch mit dem multimedialen Gerät befassen. «Es gibt eine Menge Mobilelefone, die sich sehr viel besser anfühlen als das neue iPhone», meint Haeusler auf Spreeblick
weiter
und wieder wollen wir genauso verfahren wie er. Nämlich ein Mainstream-Thema vom Rande her angehen.
Dazu gehört erst einmal, die Kritik am iPhone zu sammeln. Für Georg Holzer zum Beispiel «war die Enttäuschung doch groß. Der Grund dafür ist der Akku»,
schreibt er,
denn «UMTS und GPS sind wahre Stromfresser». Die «eigentliche Schweinerei» aber bestehe darin, dass «anders als die erste Version das iPhone 3G die Stromaufnahme in iPod-Docks verweigert.»
Johannes Kleske, Tautoko,
ärgert sich
noch mehr: «Wenn ich, der das iPhone am ersten Verkaufstag im November 2007 gekauft hat, mit meinem Complete-M-Vertrag (50€ im Monat) auf das neue iPhone 3G updaten will, muss ich 60€ für das iPhone und 240€ für die verbleibende Restlaufzeit bezahlen. Deswegen werden ich nicht upgraden. UMTS und GPS, die neuen Features im iPhone 3G, sind mir einfach keine 300€ wert.»
Vom Versuch, von Vodafone zu T-Mobile zu wechseln und dabei die alte Handynummer mitzunehmen,
erzählt
Petra A. Bauer, Writingwomans Autorenblog. Es handelt sich um eine lange, tief traurige Geschichte voller - ähem, wie sagt man das jetzt am besten? Missverständnisse? Schikanen? Narreteien?
Im Blog Create or die
hat man sich
bei Prolinux.de sogar «fünf Argumente» geborgt, «die gegen das iPhone 3G sprechen». Das Pottblog
listet weitere
Kritikpunkte auf und spricht von einem «T-Saster».
In Belgien kann die Wut aufs iPhone noch ganz andere Formen
annehmen,
aber das geht eindeutig zu weit. Beschränken wir uns deshalb auf weniger metzelnde Beiträge,
etwa von
Yene.ch aus der Schweiz: «UMTS alias 3G lässt sich zwar ausschalten, aber dann wird das viel langsamere Edge benutzt. Das einschalten des Flugmodus schaltet zwar das mobile Internet ab, leider auch das Telefon(ieren). Sprich man kann das mobile Internet einfach nicht ausschalten. So lässt es sich nicht verhindern das Programme von sich aus ins Internet verbinden, was sehr teuer werden kann.»
Selbst die iPhone-Blogs berichten nicht nur Positives,
zum Beispiel
das iPhoneblog.de: «# Firmware 2.0 ist buggy. Programme stürzen ab, das iPhone startet unverhofft neu, auch kurze 'Schluckaufs' sind nichts ungewöhnliches. # In der Programmm-Bibliothek des AppStores sucht man sich die Finger wund - es gibt ein paar Perlen, jedoch auch viel - für mich nicht gebräuchliche - Applikationen.»
Und im iPhone-Blog.eu ist sogar das hier
zu lesen:
«Man glaube es kaum, schon wenige Stunden nach Start des iPhone OS 2.0 hat das iPhone Dev Team bereits das OS geknackt. So haben die Hacker ihr Pwnage-Tool weiterentwickelt, sodass das iPhone 3G bzw. das iPhone OS 2.0 geknackt werden kann. Um das iPhone freizuschalten, wird das Pwnage-Tool in Kürze zum Download verfügbar sein.»
Auch Fabiobroschat ist nicht rundum zufrieden, fasst die Kritik am iPhone zusammen und
bemerkt
abschließend: «Manchmal schalten Emotionen die übliche Logik einfach ab: Denn nach langem hin- und hergerissen sein habe ich mir dieses Teil zugelegt. Tja - da bin ich nun einer von den neuen iPhonern … blöd, aber geil.»
MEHR IM INTERNET: Kommentare der Woche |
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Anhang
Neues Medienportal: Nun ist es also online, Dirk Mantheys neues Webportal Meedia,
das sich
rund ums Thema Medien dreht - von Fernsehen bis Internet. Und mit ihm hat auch ein älteres Blog ein neues Zuhause gefunden: Mr. Analyzer,
in dem
Jens Schröder «durch die Welt der Quoten, Klickzahlen, Auflagen und Charts» führt. +++ Stadtblog: Nicht einfach nur ein weiteres Stadtblog, sondern das Gentrification Blog zum Thema Gentrifizierung in Städten hat jüngst der Berliner Stadtsoziologe Andrej Holm
gestartet.
+++ Zeitreise: Onkel Loco, Selbstversuch: Wahnsinn, sucht ein «Medikament gegen die Dummheit» -
schöner Artikel.
Für das Web ediert von Maik Söhler |