Vielseitige Multimediaobjeke:
Moderne Konsolen können mehr als spielen
24. Apr 2008 11:20
 |  Alles in einem: Playstation 3 im Wohnzimmer | Foto: Sony |
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Ob Sonys Playstation 3, Microsofts Xbox 360 oder Nintendos Wii – die neue Generation der Spielkonsolen ist oft auch für Webanwendungen, Fotos, Videos, Fernsehen und Musik offen. Was genau kann welches Gerät?
DVD-Spieler, DVB-T-Empfänger und Stereoanlage: Sollte das Wohnzimmer multimedial ausgestattet werden, mussten lange Zeit etliche Einzelgeräte her. Nicht zuletzt für Videospielefans gibt es inzwischen Alternativen. Denn die aktuellen Konsolen sind mehr als Daddelkisten. Kein Wunder, wollen doch die Hersteller Sony, Microsoft und Nintendo mit ihren Geräten immer mehr raus aus den Kinderzimmern und hinein in die Wohnstuben. Aber was können Playstation 3 (PS3), Xbox 360 und Wii wirklich?
«Ich habe schon lange keine Hi-Fi-Anlage und keinen DVD-Player mehr - das kann alles meine Xbox 360», sagt Hannes Bohn, Student und passionierter Videospieler aus Berlin. Im Wohnzimmer des 24-Jährigen ist die Konsole zum multimedialen Zentrum geworden. Ganz taufrisch sind diese beiden Zusatzfunktionen allerdings nicht: Auch die inzwischen acht Jahre alte Playstation 2 spielt DVDs und MP3s ab. Die Nachfolgerin PS3 kommt denn auch mit einem Blu-ray-Spieler und - ebenso wie die Xbox 360 - mit Verbindung zum Internet daher. «Die Möglichkeit zum Surfen brauche ich aber nicht», sagt Bohn. Ohnehin gibt es als Eingabegerät nur eine Minitastatur für den Controller, die dazugekauft werden muss. Praktisch findet er aber die Tatsache, dass er seine PS3 mit Hilfe von PlayTV als DVB-T-Fernsehempfänger nutzen kann. Das Minigerät mit USB-Anschluss kostet 99 Euro.
Playstation 3
Dass längst nicht alle Konsolenbesitzer nur spielen wollen, kann Christoph Sauerborn bestätigen. «Die Kunden haben sich verändert - heute ist es wichtig, was eine Konsole zusätzlich alles kann», sagt der Fachverkäufer in einem Berliner Videospielegeschäft. Die größte Zielgruppe versucht dabei seiner Ansicht nach Sony anzusprechen. Wie drückt man das beim Hersteller aus? «Die PS3 versteht sich als Entertainment-Hub im Wohnzimmer», sagt Guido Alt von Sony Computer Entertainment in Neu-Isenburg (Hessen). Filme, Fotos und Musik im MP3-Format lassen sich auf ihr speichern - und «in naher Zukunft» auch per PlayTV aufgezeichnete TV-Sendungen.
Wer die Multimedia-Fähigkeiten der PS3 noch weiter ausreizen will, muss die kleine Schwester dazukaufen: die mobile Playstation Portable (PSP). Sie ist ebenfalls nicht nur eine Spielkonsole, sondern laut Guido Alt eine Art Satellit, der den Zugriff auf die PS3 ermöglicht: Mit ihr lassen sich gespeicherte Daten «von jedem Punkt der Erde» aus abrufen.
Xbox 360 & Wii
Microsoft bewirbt seine Xbox 360 ebenfalls als Gerät mit vielen Anwendungsfeldern. So weist Stephan Brechtmann, Geschäftsführer für «Entertainment & Devices» in München, auf die Möglichkeit hin, über den Dienst Xbox Live Filme herunterzuladen oder Digitalkameras und MP3-Spieler mit der Konsole zu verbinden.
 |  Nintendos Wii | Foto: Nintendo |
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Die bei Spielern überaus erfolgreiche Wii beherrscht dagegen nur rudimentäre Zusatzfunktionen. «Bis auf Fotoshow und MP3s geht nicht viel mit Nintendos Konsole», sagt Christoph Sauerborn. So spielt sie etwa keine DVDs ab. Surfen ist dagegen über den integrierten Browser möglich - als Eingabegerät wird die Wii-Fernbedienung zur Hand genommen.Sauerborn empfiehlt Kunden meist die inzwischen ab knapp 200 Euro erhältliche Xbox 360 - nicht zuletzt, weil es dafür inzwischen sehr viele Spiele gibt. Aber auch die Zusatzfunktionen können sich dem Experten zufolge sehen lassen. Dabei sei die Möglichkeit, DVDs abzuspielen, fast schon nebensächlich: «Wer HD-Filme gucken möchte, kann sie über Microsofts sehr gut integrierten Online-Marktplatz herunterladen.» Ein Blu-ray-Laufwerk sei daher gar nicht nötig. «Und wirklich gut gelöst ist die Streaming-Funktion.» Mit wenigen Handgriffen sei es möglich, eine große Musik-, Film- und Fotosammlung vom Rechner im Arbeits- auf die Xbox 360 im Wohnzimmer zu senden.
Spielen, endlich spielen
Die PS3 sei dagegen mit knapp 400 Euro noch vergleichsweise teuer und das Spieleangebot vergleichsweise klein. Sie kam allerdings auch erst deutlich später in den Handel als die Xbox 360. Nichts mit dem Marktstart zu tun haben dagegen die Menüs und die Konfiguration der Konsole, die Sauerborn zu «fummelig» findet: «Eine PS3 mit dem PC zu verbinden, um dann Fotos, Filme und MP3s zu nutzen, artet schnell in Arbeit aus.»
 |  Microsofts Xbox 360 (Elite) | Foto: Hersteller |
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Ein großer Vorteil der PS3 sei hingegen, dass sie erheblich leiser arbeitet als die Xbox 360. «Die Lüfter der Microsoft-Konsole werden manchmal ganz schön laut - das kann nerven, wenn man in Ruhe Musik hören oder einen Film gucken möchte», erläutert Christoph Sauerborn. Nahe liegt, dass Sony, Microsoft und auch Nintendo künftig noch mehr darauf aus sein werden, ihre Konsolen in die Wohnzimmer zu bringen. Schon jetzt ist die PS3 zugleich der meistverkaufte Blu-Ray- Player, die Xbox 360 hat die größte Onlinegemeinschaft. Nur Nintendo konzentriert sich mit der Wii noch auf die Kernfunktion: das Spielen. Und auch wenn das vielleicht immer weniger Besitzer von einem der Geräte von sich sagen, ist sich zumindest Hannes Bohn sicher: «Eigentlich will ich mit meinen Konsolen auch gar nichts anderes machen als spielen.» (Thilo Mischke/dpa)