18. Apr 2008 13:27
Die ägyptische Polizei wollte ihn mundtot machen. Sie hatte die Rechnung aber ohne Twitter gemacht – denn für den Amerikaner James Buck war sein Mobiltelefon der Schlüssel zur Freiheit.
Und tatsächlich wurde Buck wenige Tage nach seiner Inhaftierung freigelassen. Anders erging es seinem Dolmetscher Mohammed Maree, der mit ihm festgenommen wurde. Buck weigerte sich erst, das Gefängnis ohne seinen Begleiter zu verlassen. Die Polizisten versprachen ihm aber, Maree freizulassen, sobald der Papierkram erledigt sei. Eine Lüge, denn der Ägypter sitzt immer noch in Haft. «Viele ägyptische Blogger sitzen ohne Anklage im Gefängnis.», warnt Buck. Er selbst sei nur freigelassen worden, weil er Amerikaner ist. Mit einer Online-Petition will Buck jetzt die Freilassung seines Begleiters erreichen. «Maree wird nur festgehalten, um andere Journalisten einzuschüchtern», schreibt er.
Das Twittern hat es Buck ermöglicht, auf schnellstem Weg Hilfe zu bekommen. Die neue Technik ist aber bei Bloggern umstritten, weil viele jeden Schritt ihres Alltagslebens um die Welt schicken. So fragt sich ein Kritiker auf Elektrischer-Reporter.de: «Ist das nicht einfach nur eine Plattform für Selbstdarsteller und Wichtigtuer? Fast-Food-Entertainment mit Big Brother Charme?» Zumindest im Fall James Buck lautet die Antwort: Nein.