Nach Festnahme in Ägypten: 

netzeitung.deUS-Student twittert sich in die Freiheit

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James Buck kämpft gegen die Internetzensur in Ägypten Screenshot: nz (Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe James Buck kämpft gegen die Internetzensur in Ägypten Screenshot: nz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die ägyptische Polizei wollte ihn mundtot machen. Sie hatte die Rechnung aber ohne Twitter gemacht - denn für den Amerikaner James Buck war sein Mobiltelefon der Schlüssel zur Freiheit.

Das Web 2.0 war seine Rettung, als der Amerikaner James Karl Buck in einer ägyptischen Gefängniszelle saß. Die Polizei nahm den Journalistikstudenten fest, nachdem er Proteste gegen steigende Lebensmittelpreise und zu niedrige Löhne in Ägypten dokumentierte.

Die ägyptische Polizei, bekannt wegen ihrer Repressalien gegen politische Blogger, machte den 29-Jährigen mundtot und steckte ihn in eine Gefängniszelle. Da hatten die Ordnungshüter ihre Rechnung aber ohne Twitter gemacht. Buck schickte eine einfache Nachricht mit seinem Mobiltelefon an seinen großen Bekanntenkreis: «Arrested».

Sein Twitter-Netzwerk aus Kollegen, Studenten und Freunden in den USA, aber auch liberalen Aktivisten in Ägypten, wusste gleich, was passiert sein musste. Sie setzten alle Steine ins Rollen, um den engagierten Presserechtler freizubekommen. Seine Bekannten in den USA informierten einen Anwalt und die Botschaft, seine ägyptischen Freunde gaben ihm hilfreiche Tipps. «Du bist Amerikaner, diese Trumpfkarte musst du ausspielen», riet ihm einer via Twitter. Ein anderer sagte, er solle ruhig bleiben, es wäre kein großes Problem. Warum die Polizei dem Amerikaner zwar seine Kamera, nicht aber sein Mobiltelefon abnahm, ist unklar.

Und tatsächlich wurde Buck wenige Tage nach seiner Inhaftierung freigelassen. Anders erging es seinem Dolmetscher Mohammed Maree, der mit ihm festgenommen wurde. Buck weigerte sich erst, das Gefängnis ohne seinen Begleiter zu verlassen. Die Polizisten versprachen ihm aber, Maree freizulassen, sobald der Papierkram erledigt sei. Eine Lüge, denn der Ägypter sitzt immer noch in Haft.

«Viele ägyptische Blogger sitzen ohne Anklage im Gefängnis.», warnt Buck. Er selbst sei nur freigelassen worden, weil er Amerikaner ist. Mit einer Online-Petition will Buck jetzt die Freilassung seines Begleiters erreichen. «Maree wird nur festgehalten, um andere Journalisten einzuschüchtern», schreibt er.

Das Twittern hat es Buck ermöglicht, auf schnellstem Weg Hilfe zu bekommen. Die neue Technik ist aber bei Bloggern umstritten, weil viele jeden Schritt ihres Alltagslebens um die Welt schicken. So fragt sich ein Kritiker auf Elektrischer-Reporter.de: «Ist das nicht einfach nur eine Plattform für Selbstdarsteller und Wichtigtuer? Fast-Food-Entertainment mit Big Brother Charme?» Zumindest im Fall James Buck lautet die Antwort: Nein.


Für das Web ediert von Anne Grüneberg