15.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Keine Geheimnisse: Profil auf Facebook
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Was wäre ein Profil im sozialen Netzwerk denn ohne ein Bild? Das fragten sich auch israelische Soldaten und veröffentlichten bei Facebook Fotos von ihrem Stützpunkt. Das ist dem Verteidigungsministerium zu riskant.
Das israelische Verteidigungsministerium macht sich Sorgen wegen der Profile einiger Soldaten im populären sozialen Netzwerk Facebook. Einige Soldaten hätten Bilder mit militärischem Gerät veröffentlicht und so unwissentlich wichtige Informationen verraten, hieß es aus Kreisen des Ministeriums. Das wolle man nun ändern.
Wie die Tageszeitung «Jerusalem Post» am Wochenende berichtete, soll es sich bei den beanstandeten Profilen um dutzende, vielleicht sogar hunderte handeln. Auf den Fotos seien diverse Waffensysteme und elektronische Ausrüstungsteile ebenso wie Ausschnitte von Militärbasen klar zu erkennen. Einige der Profile gäben darüber hinaus Auskunft, in welcher Armee-Einheit der Soldat Dienst leiste.
Die Soldaten wurden nach dem Zeitungsbericht vom Ministerium aufgefordert, vorsichtig mit ihren Einträgen in sozialen Netzwerken umzugehen. Neue Verhaltensregeln sollen sicherstellen, dass keine militärischen Geheimnisse verraten werden. So dürfen die Soldaten zwar ein Facebook-Profil führen, sich dort aber nicht als Soldaten zu erkennen geben oder Informationen über ihre Tätigkeit veröffentlichen.
Die Armee werde im Netz künftig prüfen, ob die Vorschriften eingehalten würden, hieß es weiter. Ob die Facebook-Profile schon zum Zweck der Spionage verwendet wurden, gab das Ministerium nicht bekannt. (nz/AP)