Weltraum im Netz:
Unendliche Weiten online erleben
09. Apr 2008 11:48
 |  Weltraum-Simulation im Netz | Foto: Screenshot nz |
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Man muss nicht Astronaut werden, um beeindruckende Bilder aus dem Weltraum zu sehen. Orionnebel, kosmischen Staub und ein schwarzes Loch, das Galaxien verzehrt: Das alles können Weltraumbegeisterte online beobachten.
Die Mondoberfläche mal ganz genau betrachten, Pluto suchen und Galaxien aufs Korn nehmen - das geht auch vom PC aus. Google etwa bringt mit Google Sky eine Sternenkarte auf den Bildschirm, die aus verschiedenen Himmelsaufnahmen zusammengesetzt und mit Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble ergänzt worden ist. Auch Esa und Nasa bieten faszinierende Bildergalerien, und das Max-Planck-Institut zeigt Videos von Nebeln und Neutronensternen.
In der Browserversion von Google Sky können Sternengucker sich die Positionen der Planeten unseres Sonnensystems zeigen lassen. Das Hubble-Schaufenster zeigt eine Reihe spektakulärer Aufnahmen von Himmelsobjekten. Beim Klick auf die Vorschaubilder werden die Objekte in ihrer Position angezeigt; dazu gibt es eine kurze Erklärung. Zu sehen sind beispielsweise der Orionnebel oder eine aus Gas und Staub bestehende stellare Säule, deren Form an eine geisterhafte menschliche Figur erinnert. Dass kosmischer Staub zu «kosmischen Wollmäusen» verklumpen kann, wird ebenso anschaulich dargestellt wie die Existenz eines Hamburgers im Weltraum - ein Stern, der kurz vor dem Ende seines Lebens steht und der, von der Erde aus betrachtet, aussieht wie ein Brötchen mit Fleischbelag. Auch galaktischer Kannibalismus kann beobachtet werden - am Beispiel eines Schwarzen Lochs, das eine kleine Galaxie verzehrt.
Weltraum als Infrarotaufnahme
Wer wissen möchte, wie der Weltraum als Infrarot- oder Mikrowellenaufnahme aussieht, kann bei Google Sky in die jeweilige Wellenlänge umschalten. Einzelne Objekte können auch als Röntgen- oder Ultraviolettaufnahme betrachtet werden. Außerdem ist es möglich, das Weltall als Zeichnung in der Version von Giovanni Maria Cassini aus dem Jahr 1792 zu betrachten. Einen scharfen Blick auf die Oberfläche zweier vergleichsweise erdnaher Himmelskörper erlauben Google Moon und Google Mars, die beide über Google Sky zu erreichen sind. Mehr Optionen und tiefere Einblicke ins Weltall gibt es bei Google Earth, das kostenlos heruntergeladen werden kann. Das Programm umfasst seit der Version 4.2 auch den Himmel. Google Skys spektakuläre Ansichten von Sternennebeln und Galaxien finden sich zum Teil in den Galerien der European Space Agency (Esa) und der National Aeronautics and Space Administration (Nasa) wieder. Dort gibt es noch mehr zu entdecken. Die Esa bietet unter anderem ein Mars-Spezial, Raumfahrt-Animationen und Blicke von oben auf die Erde. Auf der Website der Nasa gibt es ebenfalls umfangreiche Bildergalerien sowie Video- und Audiodateien. Im interaktiven Bereich können Nutzer sich Animationen ansehen - eine davon zeigt, wo die technischen Errungenschaften der Raumfahrt im Alltag auftauchen.
Meteorit von innen
Ausführliche Erklärungen zu Weltraum- und anderen Phänomenen gibt es in der Fotogalerie unter www.weltderphysik.de, einer Seite der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Wer wissen möchte, wie ein Meteorit von innen aussieht oder wie Galaxien im Weltall verteilt sind, wird dort fündig. Unter dem Menüpunkt «Multimedia-Welten» können unter anderem Videos des Max-Planck-Instituts für Astrophysik heruntergeladen werden, in denen etwa Neutronensterne oder die Sonne erklärt werden. Wie der Sternenhimmel über São Paolo, Rom oder Berlin gerade aussieht, zeigt die Sternenkarte Astroviewer einfach und anschaulich. Das Online-Tool zeigt außerdem an, wie die vier inneren Planeten unseres Sonnensystems sich bewegen und welche Planeten wann von der Erde aus sichtbar sind.
Kostenlose Himmelsschau
Wie von einer Wiese aus lässt sich der Himmel mit dem kostenlosen Programm «Stellarium» betrachten. Für bessere Sicht können die Nutzer die Atmosphäre abschalten oder den virtuellen Boden unter ihren Füßen ausknipsen, um auch unterhalb des Horizonts liegende Himmelskörper zu betrachten. Klickt man auf einen Himmelskörper, werden der Name und weitere Daten angezeigt. Mit einem Sternenkatalog, einem Sonnensystem-Browser und einer Suchfunktion für Sonnen- und Mondfinsternisse kommt die 3D-Weltall-Simulation «Celestia» daher. Das Programm gibt es kostenlos. Losgelöst von der Erde ist die Navigation ungewohnt. Doch im Falle einer intergalaktischen Irrfahrt führt der Befehl «Gehe zu - Sonne» immer wieder zurück ins heimische Sonnensystem. (Juliane Mroz, dpa)