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PC und Mac kindersicher machen: 

Wenn Bushido plötzlich gesperrt ist

07. Apr 2008 11:11
Wo ist die Maus-Seite? Kinder am Computer
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Gewalt, Pornos, Neonazis - manches im Internet ist für Kinder und Jugendliche nicht geeignet. Um den Nachwuchs von solchen Seiten fernzuhalten, reichen manchmal die auf dem Computer installierten Programme.

Das Internet ist ein Spiegel der Gesellschaft, es zeigt die guten und die schlechten Seiten. Vor dem Hässlichen - Gewalt, Rassismus und Betrügereien etwa - sollten Kinder geschützt werden, die ihre ersten Schritte im Netz unternehmen. Bevor besorgte Väter und Mütter jedoch Geld für entsprechende Kinderschutz-Software ausgeben, sollten sie es mit den Bordmitteln des Rechners versuchen.

Mac-Nutzern bleibt gar nichts anderes übrig: Laut Walter Mehl von der in München erscheinenden Zeitschrift «Macwelt» gibt es keine Kinderschutz-Programme, die man für den Mac dazu kaufen könnte. Dafür bringt das Betriebssystem selbst das Programm «Kindersicherung» mit. «Mac OS Leopard behält die Aktionen Ihrer Sprösslinge im Blick - auch wenn die Eltern nicht anwesend sind», sagt Georg Albrecht, Sprecher von Apple Deutschland in München.

Mit einigen einfachen Konfigurationsschritten können Eltern laut Albrecht Regeln für ihre Kinder festlegen, etwa wie lange sie den Mac benutzen dürfen.

Der «Leopard» prüft

Laut Walter Mehl von der «Macwelt» lässt sich mit dem Mac-eigenen Kinderschutz-Programm auch bestimmen, zu welchen Zeiten und wie lange der Nachwuchs insgesamt den Rechner nutzen darf. «Es ist auch möglich festzulegen, welche Internetseiten aufgerufen werden dürfen.» Dies funktioniere jedoch nur mit Safari, dem Browser von Apple. Wer vermeiden will, dass die Kids kurzerhand mit Firefox oder einem anderen Browser an den elterlichen Vorgaben vorbei auf unerwünschte Seiten surfen, kann dies durch eine Definition jener Programme tun, die Kinder am Mac nutzen dürfen.

Leopard werfe zudem vorab einen Blick auf Websites, bevor diese geladen werden, so Albrecht. Ein Filter, der von den Eltern auch abgestellt werden könne, prüfe, ob die jeweilige Seite für Kinder geeignet ist. Gegebenenfalls werde die Seite blockiert.

E-Mail, Chat und iTunes

Dass es Arbeit macht, den Rechner kindersicher zu machen, liegt gewissermaßen in der Natur der Sache: Wer seinen Kindern die Nutzung des Rechners und den Zugang nicht pauschal verbieten will, muss eben differenziert einschränken. Die Kinderschutz-Software unter Mac OS erlaubt beziehungsweise erfordert dies auch. So können Eltern beispielsweise eine Liste mit E-Mail-Adressen oder Chat-Partnern anlegen, mit denen die Kinder kommunizieren dürfen. Das erfordert laut Mehl eine gewisse Geduld. «Da muss man immer wieder ran. Und so kann es ein paar Wochen dauern, bis die Einstellungen stimmen.»

Schutzvorrichtung unter Mac OS
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Soll der Nachwuchs iTunes nutzen dürfen, sind auch hier ein paar Einstellungen sinnvoll. Nach dem Motto «Bushido ist gesperrt» lässt sich die Wiedergabe von Filmen abhängig von der offiziellen Altersfreigabe unterdrücken. Mit der Musik ist es nicht ganz so einfach. Um den Nachwuchs vor unappetitlichen Songtexten zu schützen, ist die Anlage einer eigenen Mediathek notwendig. Möglich ist es auch, Apples Multimedia-Abspielsoftware dahingehend zu konfigurieren, dass die Kinder nicht fröhlich im iTunes Store einkaufen.

Und nach dem Motto «Vertrauen ist gut, Kontrolle besser» lässt sich die Option «Protokolle» unter «Kinderschutz» verwenden. Hier wird angezeigt, welche Programme wie lange genutzt wurden. Es zeigt Georg Albrecht zufolge aber auch an, mit wem die Kinder gechattet und welche Websites sie besucht haben.

Vista und XP

Die Konkurrenz schläft nicht: Microsoft hat in Windows Vista ebenfalls eine Kinder- und Jugendschutzfunktion eingebaut. Hier lasse sich unter anderem festlegen, wie lange der Rechner und welche Spiele genutzt werden dürfen, erläutert Andreas Beier von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift «c't». Auch Filter fürs Surfen sind vorhanden. Im Chat-Programm «Windows Live Messenger» können Eltern laut Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner die Kontaktaufnahme zu bis dato unbekannten Teilnehmern sperren. «Neue Chat-Partner müssen dann von den Eltern erstmal genehmigt werden.»

Windows XP ist in Sachen Kinderschutz eher dürftig ausgestattet. Hier könnten sich Eltern mit dem Programm Microsoft Shared Computer Toolkit weiterhelfen, das eine detailliertere Beschreibung der Benutzerrechte als das Betriebssystem selbst erlaubt. Die ideale Lösung sei dieses Programm jedoch nicht, so Beier. «Es ist unter anderem von der Bedienung her sehr gewöhnungsbedürftig.»

Reden ist bester Schutz

Beier rät daher Eltern mit einem Rechner, auf dem XP läuft, sich ein Programm wie «Kindersicherung 2007» zu kaufen. Die Software kann aus dem Internet heruntergeladen werden und kostet rund 30 Euro. Sie ist einfach zu bedienen und bietet viele Funktionen, um Kindern im Grundschulalter sicheres Surfen zu ermöglichen.

Mac-Experte Walter Mehl findet, dass Mac OS genügend Bordmittel mitbringt, um den Rechner kindersicher zu machen - auch wenn diese den Eltern ihre Arbeit nicht ganz abnehmen. Und zu dieser Arbeit gehört es auch, sich mit dem Nachwuchs über die Nutzung von Computer und Internet auszutauschen. Ältere Kinder finden Andreas Beier zufolge sowieso schnell heraus, wie sie die von den Eltern gesetzten technischen Hürden umgehen können. Letztlich müssten Eltern mit ihren Kindern reden und ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit PC und Internet vermitteln. (Sven Appel/dpa)

 
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