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Rund um den PC: 

Neue Funktechnik verbindet USB-Geräte drahtlos

04. Apr 2008 07:58
Kommen bald: Wireless USB-Angebote von D-Link
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Schluss mit dem Kabelsalat – das versprechen die Hersteller der sogenannten Wireless USB-Technik. Doch das Angebot ist teuer und noch längst nicht ausgereift. Außerdem steht mit Bluetooth ein mächtiger Konkurrent bereit.

USB-Anschlüsse sind praktisch: Mit ihrer Hilfe lassen sich Tastatur, Drucker und Digitalkamera im Handumdrehen mit dem PC verbinden. Lästig sind dabei allerdings die vielen Kabel auf dem Schreibtisch. Abhilfe soll jetzt eine neue Drahtlos-Technik schaffen. Sie heißt Wireless USB, kurz WUSB. Erste Geräte waren Anfang März auf der Computermesse Cebit zu sehen. Für Verbraucher lohnt sich der Kauf meist aber noch nicht.

«Oft müssen Anwender heute ja eine ganze Hand voll Geräte per USB zusammenschließen - mit der neuen Technik geht das ohne Kabelsalat», sagt Mike Lange vom Hersteller D-Link in Eschborn. Die Firma stellt auf der Cebit ein WUSB-Adapterset vor, das im Herbst für rund 100 Euro in den Handel kommen soll. Das DUB-9240 besteht aus einem Empfänger für den PC und einem Sender, an den vier USB-Geräte angeschlossen werden können. «Es ist für den heimischen Schreibtisch oder ein kleines Büro ausgelegt», sagt Lange. Ein ähnliches Gerät hat der Hersteller Belkin angekündigt.

Der Vorteil im Vergleich zu anderen Funk-Standards wie Bluetooth sei die höhere Bandbreite, sagt Manfred Breul vom Branchenverband Bitkom in Berlin. Während bei WUSB die Daten bis zu 480 Megabit pro Sekunde (MBit/s) schnell fließen, schafft Bluetooth derzeit nur rund 2 MBit/s. Im Vergleich zum Wlan ist zudem der Stromverbrauch der neuen Funktechnik geringer.

Teuer und eingeschränkt

Die höhere Geschwindigkeit der Verbindung mache sich vor allem bei großen Datenmengen bemerkbar, sagt Lange. «Mit WUSB kann man zum Beispiel auch Videos drahtlos vom Camcorder auf den PC übertragen.» Ebenso erleichtere es die Arbeit, wenn etwa Musik und Fotos von einer externen Festplatte übertragen werden sollen.

«Für den Großteil der Verbraucher ist das aber noch nichts — die Technik ist gerade erst dabei, Fuß zu fassen», sagt Dusan Zivadinovic von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift «c't». Zudem habe WUSB eine relativ kurze Reichweite und lasse sich deshalb nur sehr eingeschränkt verwenden. «Die ganze Wohnung lässt sich damit nicht vernetzen — durch eine dicke Wand etwa geht das nicht.»

Die Funktechnik ist zudem im Vergleich zu USB-Kabellösungen teuer. Zwar rechnet D-Link-Sprecher Lange damit, dass die Preise bis Anfang 2009 fallen werden, wenn weitere Hersteller entsprechende Produkte auf den Markt bringen. «Richtig interessant wird das für Kunden aber erst, wenn solche Anschlüsse serienmäßig in Handys oder Kameras verbaut werden — das dürfte noch rund zwei Jahre dauern», erklärt Bitkom-Sprecher Breul.

Konkurrent Bluetooth

In den USA hätten Firmen wie Samsung aber schon Fernseher mit integrierter WUSB-Schnittstelle angekündigt, sagt Lange. Auch WUSB-Adapter werden dort schon seit Monaten verkauft. Ein Problem für Kunden ist dabei, dass Geräte aus anderen Ländern unter Umständen nicht kompatibel mit deutschen Produkten sind. So umfasst der neue Funkstandard in den USA andere Frequenzspektren als in Deutschland. Zwar lasse sich dieses Problem durch ein Firmware-Update umgehen, sagt Zivadinovic. «Da kommt es aber darauf an, dass der Hersteller das auch anbietet.»

Außerdem lasse sich noch nicht absehen, ob sich die Technik langfristig durchsetzen wird, sagt Zivadinovic. Denn auch der Bluetooth-Standard soll künftig mit Hilfe der Ultra-Breitband-Technologie (UWB) schneller werden. «Außerdem ist Bluetooth schon etabliert — das haben ja heute schon die meisten Handys eingebaut», sagt Bitkom-Sprecher Breul. Es sei daher nicht damit zu rechnen, dass WUSB auf absehbare Zeit die bisherigen Funktechniken verdrängt. «Das wird höchstens den bisherigen USB-Anschluss ersetzen — und das auch nur bei Geräten, die nicht über USB ihren Strom erhalten.»

Denn das ist ein Nachteil der Funktechnik: Eine drahtlose Stromversorgung ist noch nicht erhältlich. Gänzlich befreit daher auch WUSB den Anwender nicht von Strippen auf dem Schreibtisch. Bei Druckern und externen Festplatten etwa ersetzt es nicht das Kabel zur Steckdose. (Tobias Schormann/dpa)

 
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