01. Apr 2008 09:36
Insgesamt 153 Internet-Adressen – unter ihnen auch Facebook und Youtube – werden derzeit von der syrischen Regierung blockiert. Hinzu kommen neue Regeln, um Internet-Cafés und Netznutzer zu gängeln.
«Das ist eine neue Form des psychologischen Drucks und Teil der systematischen Einschüchterung der Internet-Nutzer durch den Staat», sagte der Journalist Masen Darwisch, der das unabhängige Syrische Medienzentrum leitet. «Das funktioniert zu einem gewissen Maß, da dies unter den Nutzern zu einer Art Selbstzensur führt.»Nach Angaben des Syrischen Medienzentrums blockieren die Behörden außerdem den Zugang zu mindestens 153 Internet-Adressen. Darunter sind Facebook, Youtube, Skype, das Bloggerportal von Google sowie die libanesischen Zeitungen «An Nahar» und «Al Mustakbal».
Nach Schätzungen der New Yorker Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch haben etwa eine Million der 18 Millionen Syrer einen Zugang zum Internet - im Jahr 2000 waren es erst 30.000 gewesen. «Es gibt Fortschritte, weil es jetzt einfacher geworden ist, online zu sein», sagt die 25-jährige Psychologie-Studentin Rascha Ibrahim. Sie glaubt nicht, dass die Kontrollmaßnahmen der Regierung zu ihrem gewünschten Erfolg führen: «Alles, was verboten ist, ist nur umso reizvoller.» (AP)