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Anti-Koran-Video: 

Internetnutzer finden Wilders Fitna-Film öde

28. Mrz 2008 19:25
Geert Wilders Film ist vielen zu einfach gestrickt
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Im Netz hat sich nach der Veröffentlichung des Anti-Koran-Videos Fitna eine wilde Debatte entsponnen. Sie dreht sich allerdings mehr um den Koran an sich, als um den Film. Den finden die meisten Nutzer langweilig.

Der islamkritische Film des niederländischen Populisten Geert Wilders enttäuscht Unterstützer und Anhänger. Die meisten von denen, die den Film gesehen haben, können in dem Kurzfilm noch nicht einmal eine «Beleidigung der Muslime» erkennen, wie der Ministerpräsident der Niederlanden, Jan Peter Balkenende, sein Urteil zum Film formuliert hatte.

Der Nutzer «hrothgar» aus den Niederlanden schreibt auf dem Videoportal Youtube, dass der Film kein «BigDeal» sei. «Der Film ist dumm. Alles was er zeigt, habe ich bereits Jahre zuvor gesehen.» In dem Film werden Koransuren gezeigt, die zur Gewalt gegen Nicht-Muslime aufrufen. Illustriert werden die Suren mit den bekannten Bildern von den Attentaten in New York, London und Madrid. Wilders zeigt zudem Hassprediger, ein dreieinhalbjähriges Mädchen, das die Juden als Schweine bezeichnet, und eine Muslima, die den «wahren» Holocaust ankündigt. «Es ist nichts Neues», meint «hrothgar». «Es ist eine Meinung zu einer Religion.»

«Es ist keine Leistung, Extremisten zu kritisieren»

Auch Benjamin Bläsi, der das Weblog «Der Misanthrop» betreibt, ist gelangweilt. «Ich habe mir den Film reingezogen. Ohne Popcorn. Ohne übermäßige Begeisterung», schreibt er. Fitna zeige bloß die bekannten Schrecken, die der Islam hervorgebracht habe. «Terrorismus kann islamisch motiviert sein. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass alle Moslems Mörder wären. Einen Film im selben Stil könnte man über jede andere Religion drehen. Über christliche Fundamentalisten, die 'Abtreibungs-Ärzte' umbringen oder zur Judenmissionierung aufrufende Päpste.»

Der Nutzer «x2p» meint, dass der Kebab-Esser Wilders «einmal mehr kläglich versagt» hat. «Ich dachte, er hätte neue Aspekte zu bieten, aber wie viele andere auch hat er einfach alles Schlechte zusammengeklatscht. Das ist der dämlichste 15-Minüter den ich jemals gesehen habe.» Der Nutzer «Profundity» meint auf Youtube: «Wilders konzentriert sich auf die Extremisten. Es ist keine Leistung, Extremisten zu kritisieren.» Dennoch ist er hocherfreut, dass der Film nun veröffentlicht werden konnte. Eine Videowebseite und mehrere TV-Sender wollten das Bewegtbild-Pamphlet nicht ausstrahlen. Auch mehrere andere Nutzer finden, dass es richtig ist, das Video zu zeigen und nicht aus Furcht vor der muslimischen Welt Selbstzensur zu üben.

US-Publizist entsetzt über präventive Zensur

Der amerikanische Bestsellerautor Brad Thor übte heftige Kritik an der US-Firma Network Solution, die die Ausstrahlung des Films auf ihrer Webseite verweigerte. «Jeder, dem die Meinungsfreiheit wichtig ist, sollte besorgt sein. Das ist präventive Zensur. Das ist verrückt, das ist eine amerikanische Firma und es lässt uns Amerikaner, die wir doch für Redefreiheit stehen wollen, gegenüber den Europäern wie Idioten aussehen.»

Kampfansagen an die Islamisten

Geert Wilders betrachtet den Islam als «die Ideologie einer zurück gebliebenen Kultur.» Er vergleicht den Koran mit Hitlers «Mein Kampf». Auch anderen radikalen Denkern bietet der Film ein Forum für Kampfansagen an die islamische Welt. «An alle Muslime, die die Redefreiheit und unsere Art zu Leben bedrohen, seid euch über unsere (kulturellen) Grenzen im Klaren, bevor ihr sie überschreitet, versteht, dass der Rest der Welt eure Verrücktheit im Namen des Islam nicht akzeptiert. Eines Tages werden wir uns gegen diese Scheiße erheben», droht ein Nutzer. Ein anderer meint: «Ich bin wirklich besorgt wegen dieser Islamistenplage. Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich alles tun, um sie zu stoppen!»

Kritik an tatenlosen moderaten Muslimen

Andere sehen die Problematik differenzierter, wenden sich aber auch gegen moderate Muslime, die sich verunglimpft fühlen. «Moderate Muslime sind das wirkliche Problem», meint der Nutzer «rapido72». «Angesichts der in Allahs Namen begangenen Gräueltaten verharren sie schweigend.» Der Holländer «SoulCalibur» sieht durch den Film «eine Milliarde Menschen verunglimpft, weil sie an den Taten von einigen wenigen gemessen werden.»

Und trotzdem findet er, dass «Muslime immer nur dann aufschreien, wenn sie das Gefühl haben, dass der Islam beschimpft wird», und fragt sich, «warum sie gegen dieses Video protestieren, wenn sie eigentlich gegen die vielen Videos protestieren sollten, die von ihren muslimischen 'Brüdern' zur Unterstützung von Terrorgruppen veröffentlicht wurden», die doch die wahren Schandtäter für eine «Religion des Friedens» seien.

Insgesamt hat sich im Netz in Abertausenden von Kommentaren eine rege Debatte um das Wesen des Islam entsponnen, wobei die Fronten verhärtet sind. «Eines der Probleme des Korans ist, dass er vorgibt, die Originalworte Allahs wiederzugeben. Das macht es schwierig, darüber zu diskutieren», stellt ein Nutzer fest.

 
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