Anders in den USA: Dort gehört das gezielte Einwerben von Spenden über das World Wide Web seit langem zu den etablierten Strategien der politischen Öffentlichkeitsarbeit. So gaben die digitalen Unterstützer des ehemaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul an, allein im vergangenen Oktober rund 4,2 Millionen US- Dollar an einem einzigen Tag im Internet eingetrieben zu haben. Nach Angaben der Paul-Anhänger war dies sogar «die höchste jemals erzielte Summe innerhalb von 24 Stunden» - eine kühne Behauptung, für die es allerdings keine unabhängige Bestätigung gibt. Ob subversive Humorattacke oder Aufmischen der politischen Kultur: Auch wenn die Blogs bislang nur einen Bruchteil der Wahlberechtigten erreichen und der Umfang ihrer Meinungsmacht umstritten ist, sei die Kreativität der Polit-Blogger nicht zu unterschätzen. «Wer diese Leute nicht auf seinem Radar hat, der hat schon verloren», meint der Berliner Journalist Ranty Islam. Ebenso falsch sei es aber, die Szene zu überschätzen. (Von Jan-Henrik Petermann, dpa)