20. Mrz 2008 15:51, ergänzt 16:40
Offenbar bekommt Youtube das Problem mit antisemitischen und hasserfüllten Videos nicht in den Griff. Der Zentralrat der Juden will nun ein Gericht zu Hilfe rufen.
Als Beispiel nannte Kramer ein Video, auf dem ein Bild des verstorbenen Zentralrats-Präsidenten Paul Spiegel verbrannt wird. Im Hintergrund seien Hakenkreuze zu sehen gewesen. Der Film sei bei Youtube monatelang abrufbar gewesen. «Die rechte Szene nutzt Youtube massiv als Plattform», sagte der Generalsekretär. Leider sei nicht erkennbar, dass die Betreiber wirksam dagegen vorgingen. Der Konzern wies die Vorwürfe zurück. Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte bei einer Veranstaltung der Kampagne «Laut gegen Nazis» in Hamburg: «Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.» Google arbeitet nach eigenen Angaben seit mehr als drei Jahren mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) zusammen, um jugendgefährdendes Material fernzuhalten. Außerdem könnten Nutzer Videos mit brisanten Inhalten melden. «Diese Beschwerden werden von geschulten Mitarbeitern in Empfang genommen», sagte Oberbeck. Wenn Inhalte von der Plattform verbannt würden, könnten sie dank einer speziellen Technologie nicht erneut geladen werden.
Kramer forderte die Betreiber auf, zusätzliches Personal einzustellen, um das Internet gezielt nach extremistischen und gefährdenden Inhalten zu durchforstet. Vorbildlich sei die Zusammenarbeit mit dem Online-Auktionshaus Ebay. (dpa)