Computersicherheit:
Notebook gegen Datenklau sichern
22. Mrz 2008 09:33
 |  Simpler Schutz: Sicherheitssoftware für den PC | Foto: dpa |
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Wenn der Laptop gestohlen wird, ist nicht nur der materielle Schaden groß. Auch wichtige Daten sind dann weg. Dabei gibt es genügend Möglichkeiten, Geräte und Daten umfassend zu sichern.
Es ist äußerst ärgerlich, wenn das Notebook verschwindet - gestohlen am Flughafen, in der Bahn liegengelassen. Schwer wiegt der Verlust teurer Hardware. Doch oft werden die auf dem mobilen Rechner gespeicherten Daten vom Besitzer noch höher bewertet.
Kommen vertrauliche Unternehmensdaten in die falschen Hände, entsteht daraus schnell ein bedrohliches Szenario. Aber auch die Inhalte eines privaten Notebooks will der Nutzer nicht unter der Kontrolle von Fremden wissen. Daher heißt es, sie für Unbefugte unzugänglich zu machen.Windows XP und Vista bringen Bordmittel für die Verschlüsselung mit. Das Encrypted File System erlaubt jedoch nur das Verschlüsseln einzelner Dateien und Ordner. Gelangen Hacker an das Notebook, stellt EFS für sie eine Hürde dar, die durchaus zu überwinden ist. Das Apple-Betriebssystem Mac OS bietet als integriertes Programm FileVault an. Es schützt jedoch nur jeweils die Verzeichnisse einzelner Benutzer.
Die Windows-Vista-Versionen Ultimate und Enterprise warten mit dem Verschlüsselungsprogramm Bitlocker auf. Es sichert das Laufwerk, auf dem das Betriebssystem installiert ist. Daten und Ordner auf anderen Partitionen können wiederum nur mit EFS geschützt werden. Allerdings liegt die Datei mit den «Schlüsseln» für EFS auf dem von Bitlocker geschützten Laufwerk.
Zugangskontrolle und Verschlüsselung
Unbefugter Zugriff auf die Festplatte lässt sich am besten durch zwei Schritte vermeiden: Zugangskontrolle und Verschlüsselung der Daten. Eine wirkungsvolle Zugangskontrolle habe zwei Komponenten, sagt Günther Ennen von der IT-Sicherheitsberatung im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Zum einen müsse vom Nutzer eine Eigenschaft abgefragt werden, etwa der Fingerabdruck. Der zweite Kontrollpunkt betrifft das Wissen - also ein Passwort. Einige Notebooks werden mit Fingerabdruck-Sensoren angeboten. Davon hält Daniel Bachfeld von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift «c't» allerdings nicht viel: «Die lassen sich austricksen.» Laut Günther Ennen ist das Austricksen biometrischer Zugangssysteme dagegen zwar möglich, aber auch aufwendig.
Passwortabfrage und Chip
Erschreckend ist, dass sich Produkte auf dem Markt befinden, die wirkungslos sind und den Anwender in trügerischer Sicherheit wiegen. So hat die «c't» USB-Sticks mit Fingerabdruck-Sensor getestet, von denen eine Reihe günstiger Produkte überhaupt keinen Schutz bot.
Als Ergänzung sinnvoll ist eine Passwortabfrage vor dem Start des Betriebssystems. Der Notebook-Hersteller Dell zum Beispiel setzt bei seinen Profimodellen der Latitude-Serie unter anderem ein System-Passwort ein. Es muss bei jedem Rechnerstart eingegeben werden. «Ohne gültiges Passwort schaltet sich der Rechner wieder ab», sagt Marcus Reuber von dem Unternehmen in Frankfurt/Main. Dass das System-Passwort allein keinen ultimativen Schutz bietet, ist auch Dell klar: «Mit dem richtigen Know-how und den technischen Möglichkeiten ist das Auslesen der unverschlüsselten Daten bei diesem Verfahren gegeben», sagt Reuber. Aus diesem Grund hat der Hersteller die Festplatten seiner Latitude-Geräte mit einem speziellen Chip versehen, der die Daten vor dem Speichern verschlüsselt.
TrueCrypt
Nicht jeder hat ein Notebook mit solchen Funktionen. Es gibt aber einige Verschlüsselungsprogramme, die auf gängigen Betriebssystemen laufen. Manche sind kostenlos erhältlich, zum Beispiel die Open-Source-Software TrueCrypt. Die aktuelle Version TrueCrypt 5.0a gibt es für Vista und XP, Mac OS X und auch Linux. TrueCrypt 5.0a kann virtuelle verschlüsselte Laufwerke erstellen sowie vollständige Partitionen oder Speichermedien wie einen USB-Stick verschlüsseln. Auch für den Fall, dass Langfinger das Notebook klauen und die Festplatte ausbauen, um die Daten auf einem anderen Rechners auszulesen, bietet TrueCrypt eine Möglichkeit: Die Windows-System-Partition lässt sich so verschlüsseln, dass sich der Nutzer schon vor dem Booten der Festplatte authentifizieren muss.
Festplatten-Verschlüsselung
Das Unternehmen PGP ist den vielen Computernutzern vor allem wegen seiner Software zur E-Mail-Verschlüsselung ein Begriff. Es bietet aber auch Programme zum Verschlüsseln von Festplatten an. Mit PGP Whole Disk Encryption lassen sich - der Name lässt es vermuten - Festplatten von Notebooks und PCs sowie Wechseldatenträger komplett verschlüsseln. Das 141 Euro teure Programm unterstützt unter anderem Vista, XP und Mac OS X ab der Version 10.4.
Von Utimaco gibt es mit SafeGuard Easy ein Programm zur Festplatten-Verschlüsselung. Damit, so verspricht der Hersteller, seien die Daten auch dann geschützt, wenn der Rechner in falsche Hände gerät. Wie andere Verschlüsselungsprogramme läuft SafeGuard Easy nach dem ersten Einrichten unbemerkt im Hintergrund ab. Für die private Nutzung bietet Utimaco das kostenlose Programm SafeGuard PrivateCrypto zum Herunterladen an. Damit lassen sich jedoch nur einzelne Dateien verschlüsseln. Bevor die Entscheidung für eine bestimmte Software getroffen wird, sollte man sich schlaumachen, rät Günther Ennen vom BSI. Im Internet lasse sich herausfinden, wie andere Nutzer mit einer bestimmten Lösung zurechtkommen. Wichtig sei, dass für eventuell auftretende Sicherheitslücken Patches angeboten werden. Und der Anwender müsse dafür sorgen, dass sein System in Sachen Verschlüsselung auf dem neuesten Stand bleibt - regelmäßige Updates sind daher ratsam. (Sven Appel/dpa)