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Downloads im Netz: 

Verizon testet Einsatz von Filesharing

19. Mrz 2008 14:39
Legal? Illegal? Filesharer in Kalifornien
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Es scheint, als stehe die lange nur in Musiktauschbörsen verwendete P2P-Technik kurz vor dem Durchbruch zum Mainstream: Große US-Telekommunikations- und Medienunternehmen wollen mit ihr arbeiten.

Die Filesharing- oder Peer-to-Peer-Technik (P2P) wird oft in einem Atemzug mit Online-Piraterie und illegalen Downloads genannt. Ein Drittel des gesamten Datenverkehrs im Internet soll nach Schätzungen von Netzwerkfirmen auf diese Art der Datenübertragung entfallen. Einige Provider sind schon dazu übergegangen, solche Datenströme einzuschränken oder gar ganz zu blocken.

Den umgekehrten Weg geht jetzt der US-Telekommunikationskonzern Verizon Communications. Er will diese Technik nutzen, um legale Downloads vor allem von Filmen zu beschleunigen. Verizon arbeitet dabei mit Forschern der Universität Yale und einer Reihe von Firmen zusammen, die Filesharing-Software entwickeln.

Ziele sollen schnellere Downloads für die Kunden und niedrigere Kosten für Provider sein. Ersten Testergebnissen zufolge können Provider durch die Zusammenarbeit mit Filesharing-Firmen die durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit um 60 Prozent steigern - bei Breitbandverbindungen soll im Einzelfall auch eine Steigerung um das Sechsfache möglich sein.

Zufällige Vernetzung

«Dieser Test ist ein Wendepunkt in der Geschichte der P2P-Technik und der Provider», sagt Robert Levitan, Chef der Filesharing-Firma Pando Networks. «Es zeigt den Providern eindeutig, dass nicht die Technik das Problem ist, sondern ihre Umsetzung. Sie können P2P zu ihrem Vorteil einsetzen.» In P2P-Systemen laden Nutzer Daten von den Rechnern anderer herunter, wobei sie gleichzeitig wiederum Daten an andere verschicken.

Gesteuert wird der Austausch von einer Software. Das Musikportal Napster basierte einst auf dieser Technik. Derzeit im Einsatz befindliche bekannte Systeme sind Kazaa und Bittorrent.

Ein Problem für die Provider ist bislang, dass die Teilnehmer eher zufällig vernetzt werden. So kann ein US-Filesharer zum Beispiel Daten gleichzeitig aus Griechenland und Japan beziehen und selbst Daten nach Belgien und Argentinien verschicken. Diese internationalen Verbindungen sind aber für die Provider sehr teuer.

P4P

Seit dem vergangenen Sommer entwickelte Verizon nun zusammen mit anderen Firmen die sogenannte P4P-Technik. Sie vernetzt die Nutzer nicht zufällig, sondern strebt eine räumliche Nähe an. In der traditionellen P2P-Technik kamen den Angaben zufolge nur 6,3 Prozent der Daten von einem Nutzer in der Nähe, im P4P-Test ließ sich dies laut Verizon auf bis auf 58 Prozent steigern, was die Kosten der Provider drastisch senkt.

Zum Einsatz kommen könnte die neue Technik schon im kommenden Monat, wenn der US-Sender NBC Fernsehserien kostenlos zum Download anbietet. Die P4P-Technik soll dann die Kosten für die Datenübertragung um 75 bis 90 Prozent senken. (Peter Svensson/AP)


 
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