13. Mrz 2008 12:37
Freiheit im Netz ist das eine - beleidigende Äußerungen sind das andere. In Russland steht ein Blogger wegen eines äußerst derben Netzbeitrages vor Gericht.
Laut dem Online-Magazin «Russland-Aktuell» habe sich der Blogger Sawwa Terentjew in dem Netzbeitrag für die rituelle Verbrennung unkorrekt arbeitender Polizisten auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. Er sagte, in jeder russischen Stadt solle ein Ofen «wie in Ausschwitz» aufgestellt werden, wo zweimal täglich ein Polizist verbrannt werden soll. Die Polizisten seien «dumme, ungebildete Vertreter der Tierwelt». Der Blogger selbst teilte am Mittwoch mit, die Staatsanwaltschaft in der nordrussischen Stadt Siktiwkar beziehe sich auf einen Meinungsbeitrag in einem Internet-Forum vom Februar vergangenen Jahres. Darin habe er das Vorgehen der Polizei gegen eine oppositionelle Zeitung kritisiert.
Terentjew erklärte in einem Interview des Radiosender Echo Moskwa, er zweifle nicht daran, dass er verurteilt werde. Bei einem Schuldspruch droht dem Blogger nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti eine Geldstrafe von 300.000 Rubel, umgerechnet 8200 Euro. (nz/AP)