Nach Zustimmung der EU: 

netzeitung.deGoogle macht Double-Click-Übernahme perfekt

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Datenschützer befürchten die Macht von Google und Double-Click (Foto: NZ-Screenshot<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Datenschützer befürchten die Macht von Google und Double-Click
Foto: NZ-Screenshot
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Jahr lang musste Google warten: Die EU-Kommission prüfte, ob der Kauf von Double-Click dem Internet-Unternehmen zu viel Marktmacht gibt. Kurz nach dem Bescheid aus Brüssel meldete Google Vollzug.

Google hat am Dienstag wenige Stunden nach der Zustimmung der EU-Kommission die 3,1 Milliarden Dollar teure Übernahme des Online-Werbevermarkters Double-Click abgeschlossen. Dies dürfte auch den Druck auf die Konkurrenten Microsoft und Yahoo erhöhen, ihre Beziehungen zu klären, um sich wieder auf den Wettbewerb im Internet konzentrieren zu können. Microsoft hat ein Übernahmeangebot für Yahoo vorgelegt, das aber von dem Unternehmen zurückgewiesen wurde.

Die EU-Kommission hatte die Übernahme von Double-Click durch Google am Dienstag fast ein Jahr nach Bekanntgabe des Geschäfts gebilligt. Damit werde der Markt für Online-Werbung nicht beeinträchtigt, befanden die europäischen Kartellwächter in Brüssel. Für die Wettbewerber Microsoft, Yahoo und AOL gebe es genügend glaubwürdige Alternativen, um Werbung auf Webseiten zu platzieren. Die US-Kartellbehörden hatten dem Geschäft bereits im Dezember zugestimmt.

«Beunruhigende Konzentration»
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte die Genehmigung der EU-Kommission. Die beiden Unternehmen könnten damit in Zukunft das Surfverhalten von Millionen von Internetnutzern beobachten, sagte Schaar «Zeit Online». Er fügte hinzu: «Für einen Datenschützer ist das eine beunruhigende Konzentration.»

Das Management von Google sieht sich nach der Übernahme aber auch vor großen Herausforderungen, vor allem angesichts der schwächelnden US-Wirtschaft. Google-Chef Eric Schmidt räumte bereits ein, dass es nach der größten Übernahme in der neuneinhalbjährigen Geschichte des Unternehmens erstmals zu Entlassungen kommen könnte. Diese würden vor allem die USA betreffen, möglicherweise aber auch Vertretungen in anderen Ländern. Double-Click beschäftigt in Frankreich, England, Deutschland, Irland, Spanien und Australien rund 1500 Mitarbeiter. Google hat derzeit fast 17.000 Beschäftigte, nach 1600 vor vier Jahren. (AP/dpa)