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Lupe Britische Beamte dürfen nur noch «nett» bloggen

Wer als Staatsdiener Böses über den britischen Staatsapparat schreibt und das auch noch anonym, der bekommt den Ärger der Regierung zu spüren. Das musste nun auch das Blog «Civil Serf» erfahren.

Britische Staatsdiener dürfen sich nur noch dann mit eigenen Blogs im Internet zu Wort melden, wenn sie «nett» über den Staatsapparat schreiben und sich klar zu erkennen geben. Mit dieser Dienstanweisung vom Dienstag versucht die Londoner Regierung Beamte an die Kandare zu nehmen, die sich im Internet allzu kritisch und obendrein anonym äußern.

Auslöser des Maulkorberlasses war nach Meinung von Insidern die wachsende Popularität eines Weblogs namens «Civil Serf», das nach Medienberichten «eine 33-jährige weibliche Beamte im mittleren Staatsdienst» schrieb. Die meist gut informierte Frau mokierte sich darin über Inkompetenz und Bürokratie und machte sich obendrein über Premierminister Gordon Brown lustig.

Dem Regierungschef verpasste «Civil Serf» den Spitznamen «Velcro» (Klettband). Begründung: An dem bislang eher glücklosen Nachfolger von Tony Blair würden sämtliche negativen Storys «wie an einem Klettband haften bleiben».

Die nun von Kabinettsminister Tom Watson veröffentlichte Anweisung samt Drohung mit Strafmaßnahmen bei Zuwiderhandlung sehen enttäuschte Fans von «Civil Serf» als Erklärung dafür an, dass das Weblog seit Sonntag offline ist. (dpa)