Neues von Adobe:
Mit Air und ohne Browser im Netz
11.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch komplexere Anwendungen wie eine vollwertige Textverarbeitung bereitgestellt werden - den Ansatz dazu demonstriert Adobe bereits mit der noch im Browser laufenden Web-Anwendung BuzzWord. Wer sich ein bisschen mit gängigen Web-Techniken auskennt wie HTML, CSS, JavaScript, Ajax oder Flash kann mit Hilfe von Air in kürzester Zeit ein Programm entwickeln und für alle Welt zum Download bereitstellen.
Air bedeutet «Adobe Integrated Runtime» und stellt ähnlich wie Java oder die Microsoft-Technik .NET eine Laufzeitumgebung für Anwendungen zur Verfügung. Sobald diese Basis-Software im Download-Umfang von 16 MB installiert ist, können alle Air-Programme diese nutzen.
Die finale Version 1.0 dieser «Runtime» wurde Ende Februar für Windows und Mac fertiggestellt, eine Version für Linux ist noch in Arbeit. Air ist das wohl am weitesten gediehene Projekt einer «Rich Internet Application». Darunter versteht man eine Internet-Anwendung mit Bedienungsmöglichkeiten, die über die klassischen Browser-Funktionen hinausgehen.
Wer keines dieser Programme nutzt, kann ein kostenloses Air SDK (Software Development Kit) herunterladen. Damit lässt sich auf der Kommandozeile von Windows oder im Mac-Terminal eine Air-Anwendung erstellen. Mit den HTML-Mitteln kann alles zum eigenständigen Programm werden, was sonst im Browser stattfindet - von der statischen Webseite über einen Nachrichtenticker mit RSS oder interaktive Web-Anwendungen.
Dem damit verbundenen Sicherheitsrisiko begegnet Adobe mit einem «Sandbox»-Konzept, das die Anwendung in einer isolierten Umgebung eingrenzt. Bereits bei der Entwicklung wird verhindert, dass fremde dynamische Webinhalte eigebunden werden. Außerdem muss jedes Air-Programm signiert werden. Das geschieht entweder über einen kommerziellen Anbieter wie Verisign mit entsprechenden Kosten oder mit einem selbst erstellten Schlüssel.
Die Struktur einer Air-Anwendung ist verblüffend einfach. Mindestens drei Dateien sind erforderlich: eine mitgelieferte Javascript-Bibliothek, eine HTML-Datei für die Oberfläche der geplanten Anwendung und eine XML-Datei mit den wesentlichen Kenndaten der Anwendung wie Größe des Startfensters und Angaben zu den Bildsymbolen.

