07.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Telekom entwirrt ihre Infrastruktur
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Konstellation hat immer wieder für Ärger gesorgt: Der Weg ins Breitbandnetz führt für die Wettbewerber bisher nur über die Telekom. Das soll nun einfacher werden.
Die Deutsche Telekom erleichtert auf Druck der Aufsichtsbehörden ihren Wettbewerbern den Zugang zum Netz. Der Bonner Konzern beantragte am Freitag bei der Bundesnetzagentur den Preis für die Nutzung des sogenannten Bitstrom-Zugangs. Über diesen können die Telekom-Wettbewerber eigene Pakete von Telefon, Internet und Medieninhalten zusammenstellen und unter eigenem Namen anbieten. Der Wettbewerb auf dem Breitband-Markt soll dadurch deutlich verbessert werden.
Für einen Bitstrom-Zugang beantragte die Telekom eine monatliche Nutzungsgebühr von 24,76 Euro. Ein separater Telekom-Anschluss ist dabei nicht mehr notwendig. Nach Angaben der Telekom liegt die beantragte Gebühr unter dem europäischen Schnitt.
Die Netzagentur will nun den Antrag prüfen und in den kommenden zehn Wochen eine Entscheidung fällen, wie ein Behördensprecher sagte. Der Bonner Konzern erfüllte allerdings nicht alle Forderungen, da das neue Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL bei dem Bitstrom-Angebot ausgeklammert wurde, wie ein Konzernsprecher sagte. Die Telekom appellierte an die Netzagentur, mit Augenmaß zu entscheiden. Die Höhe der Entgelte habe große Auswirkungen auf den weiteren Wettbewerb im deutschen Breitbandmarkt, sagte der Sprecher.
Eigene Angebote offerierenBislang haben die Telekom-Konkurrenten im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, um das Netz des Marktführers zu nutzen. Zum einen können sie den Telefonanschluss bei der Telekom mieten und ihren Kunden darüber eigene Angebote offerieren. Dazu müssen die Anbieter ihre Netze für viel Geld aufrüsten. Zum anderen treten die Wettbewerber als reine Wiederverkäufer von Telekom-Anschlüssen auf, was allerdings mit dem Verfall der DSL-Preise unrentabel geworden ist.
Mit dem Bitstrom-Zugang soll die Lücke zwischen beiden Zugangsformen geschlossen werden. Bei der neuen Variante verringern sich die nötigen Investitionen für den Zugang zum Telekom-Netz massiv, da die eigene Infrastruktur nicht mehr so eng mit der der Telekom verwoben werden muss. Profitieren werden davon die Wiederverkäufer von DSL-Anschlüssen der Telekom, die über kein eigenes Netz verfügen wie etwa die Freenet AG und United Internet.