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Computermesse Cebit: 

Die Messe der Umweltbewussten

05. Mrz 2008 13:10, ergänzt 14:43
'Green IT' ist das Thema der diesjährigen Cebit
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Sie wollen Stromfresser aufspüren und Verantwortung für die Umwelt übernehmen. Die Aussteller der Cebit bemühen sich um ein grünes Image. Maik Söhler berichtet aus Hannover und erklärt wie man auch ohne «Green-IT» Strom spart.

Die Stromrechnungen der Büros von Google in aller Welt belaufen sich auf rund anderthalb Milliarden Euro pro Jahr. Daran sind die normalen Computer-User nicht ganz unschuldig. Im Durchschnitt werden acht Watt pro Anfrage bei einer Suchmaschine fällig.

Wenn man bedenkt, dass Google tausende Server zur Bewältigung des Datenaufkommens betreibt, kommt Einiges zusammen. Ein oft genanntes Rechenbeispiel im «Green IT-Village» in Halle neun der Cebit besagt, dass beim Standardbetrieb von 300 Servern pro Jahr genausoviel Strom verbraucht wird wie in einem deutschen Dorf mit über 400 Einwohnern.

So groß wie dieses deutsche Durchschnittsdorf ist das «Green-IT-Village» bei weitem nicht. Der Branchenverband Bitkom hat hier ein energiesparendes Musterbüro aufgebaut. Man erfährt, dass ein solches Büro zwischen einem und zwei Drittel an Strom zu sparen hilft.

Emissionen gesenkt

Außerdem seien dadurch die CO2-Büro-Emissionen von 2,67 Kilogramm im Jahr 2003 auf den derzeitigen Wert von 0,68 Kilogramm gesenkt worden. Ein sogenannter StromRadar der Firma EnBW macht weitere Energie-Vergleichszahlen sichtbar.

Nebenan präsentiert das Unternehmen Brach & Moll seine Cooling-Boxen für Server. Die unter Web-Hostern und IT-Firmen mit großen Serverräumen immer noch weit verbreitete Raumkühlung setzt Brach & Moll schwarze und etwa mannshohe Kästen entgegen. Hier schwört man auf eine Idealtemperatur von 26 Grad Celsius für Server – das bringe eine Energieeinsparung von 15 Prozent und mehr im Vergleich zu den 20 bis 22 Grad, die in den meisten Serverräumen oder -Racks vorherrschten.

Hohe Einsparungen möglich

IBM geht davon aus, dass sich in größeren Rechenzentren mit dem Einsatz «grüner» Technologien bis zu 43 Prozent des Stromverbrauchs einsparen lassen. Im «Village» ist der Computerpionier nur mit einem elektronischen Blätterbuch und einer Mitarbeiterin vertreten. Sie aber sagt, dass auch der gesamte IBM-Bereich in Halle zwei unter dem Motto «Green IT», nein, genauer: «Green Responsability» stehe – «wir fassen den Ansatz einfach weiter», sagt sie.

Aus dem Buch erfährt man, dass IBM eigentlich schon immer ein «grünes» Unternehmen gewesen sei. Auf Nachfrage ergänzt die Mitarbeiterin, IBM biete auch Programme an, mit denen der User einen Teil der Kapazität seines Rechners bei Leerlauf Umweltschutzorganisationen zur Verfügung stellen kann.

Versteckte Stromfresser aufspüren

Intel zeigt ein paar Schritte weiter sein «Null-Watt-Display», Fujitsu-Siemens auch; in einem anderen Pavillon hat Intel ein Rechenzentrum aufgebaut, das mit Solarenergie betrieben wird. Cisco wartet mit einem «Grünen Data Center» auf, der Berliner Webhoster Strato ist stolz auf sein erstes «grünes Rechenzentrum», für das die Firma 2007 den Bund-Umweltpreis erhielt. Überall werden «versteckte Stromfresser» aufgespürt und beseitigt.

Alle hier vertretenen Firmen arbeiten daran, die Energie-Effizienz von Geräten zu erhöhen, mit energiesparender Software und Hardware sowie mit Bildschirmen, die keine Stand-by-Funktion mehr kennen. Als Ziel wird oft die Marke von 80 Prozent Effizienz genannt.

Zum Vergleich: Ein einfacher, zwischen drei und fünf Jahre alter PC nutzt in der Regel nur zwischen 45 und 55 Prozent der zugeführten Energie. Ein moderner Laptop zwischen 55 und 60 Prozent. Der Rest verpufft als Abwärme in die Atmosphäre.

Die meisten der im «Green-IT-Village» gezeigten Geräte und Methoden sind bereits erhältlich oder werden es bald sein. Wem das zu lange dauert, der kann sich vorerst selbst behelfen. Jedes gängige Betriebssystem verfügt über eine Energieverwaltung; wer sie sorgfältig einstellt, kann fast die Hälfte des Stroms sparen. Sie ist ganz leicht zu erreichen: Den Desktop mit der rechten Maustaste ansteuern, auf «Eigenschaften» gehen, dort den Punkt «Bildschirmschoner» anklicken und von dort geht es direkt zur «Energieverwaltung».

 
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