Computermesse Cebit:
Netzkriminelle werden einfallsreicher
04.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
So kann man im Internet sogenannte Denial-Of-Service-Attacken bestellen, die angegriffene Websites lahmlegen. Eine Stunde kostet 20 Dollar, ein ganzer Tag 100 Dollar, zur Probe gibt es zehn Minuten kostenlos.
Anderswo gibt es Kreditkarten-Informationen für jeweils fünf Dollar zu kaufen - mit dem Versprechen, jeden Datensatz nur einmal abzusetzen. Ein Trojaner, der sich auf Computern einnisten kann, kostet 3000 Dollar - Großeinkäufer werden mit Mengenrabatt gelockt.
Als ein Beispiel nennt Hypponen den «Storm Worm», einen sogenannten Trojaner, über den Angreifer die Rechner von Nutzern unter ihre Kontrolle bringen konnten. Das Besondere: Mehr als eine Million «entführte» Computer wurden nicht über einen zentralen - und damit relativ leicht verwundbaren - Server gesteuert, sondern agierten als autonomes Netz.
Sollten Antiviren-Experten ihrerseits einen Computer aus diesem Netz kapern und als «Agent» nutzen, wird dieser Rechner von allen anderen gleichzeitig angegriffen.
Kaspersky hatte schon vor einem Jahr auf der Cebit gewarnt, dass die Branche Gefahr laufe, den Kampf gegen die Online-Kriminalität zu verlieren. «Und in den vergangenen zwölf Monaten ist die Lage nicht besser geworden.»
Möglicherweise werde am Ende als letztes Mittel sogar ein Ende der Anonymität der Nutzer auf die Tageordnung kommen, mutmaßt Kaspersky. «So eine Art Internet-Pass, ohne den man nicht ins Netz kann.» Eine treibende Kraft dahinter könnten aus seiner Sicht die Banken sein, die im Visier der Internet-Kriminellen sind. (Andrej Sokolow/dpa)

