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Apples dünnes Notebook: 

Das MacBook Air im Praxistest

03. Mrz 2008 13:38
Dünnstes oder dümmstes Notebook? Apples Air
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Leicht, handlich und kompakt, aber auch ergänzungsbedürftig, nur für Kurzzeitanwender und nicht ganz billig: Apples neuer Laptop Air, das dünnste Notebook der Welt, bleibt umstritten.

Der Auftrag von Apple-Chef Steve Jobs war klar: Seine Ingenieure in Cupertino sollten ein extrem schlankes und elegantes Notebook konstruieren. Und tatsächlich geriet das neue MacBook Air zum dünnsten Laptop aller Zeiten. Gerade mal vier Millimeter misst das Gerät an der dünnsten Stelle. Die Kompaktheit erkaufte Apple allerdings mit dem Verzicht auf manche vertraute Funktionen eines herkömmlichen Laptops.

Erstaunlicherweise fühlt sich das superschlanke Notebook von Apple keineswegs fragil, sondern mit seinem dünnen Aluminium-Gehäuse überraschend handfest an. «Mir erscheint es als das robusteste Modell der MacBook-Reihe», sagt Leonhard Becker, der das Fach-Weblog «Fscklog.com» betreibt. Das MacBook Air bringt 1,4 Kilogramm auf die Waage, so wenig, dass man zuerst immer wieder in der Laptoptasche nachschaut, ob man den Rechner tatsächlich mitgenommen hat.

Apple hat die neue Leichtigkeit nicht mit einem Verzicht auf Größe erkauft. Das MacBook Air verfügt über einen 13,3-Zoll-Bildschirm sowie eine vollwertige Laptop-Tastatur, die auch mit größeren Händen gut bedient werden kann. Unter der Tastatur liegt die Hauptplatine des Rechners, die nicht größer als eine Scheibe Knäckebrot ist.

Kühles Gerät

Während die größeren Schwestermodelle, das MacBook und und MacBook Pro im laufenden Betrieb ordentlich heiß werden können, bleibt das MacBook Air dank eines besonders stromsparenden Hauptprozessors (Ultra-Low-Voltage-Chip), einem Intel Core 2 Duo, vergleichsweise kühl. Der Lüfter springt zwar hin und wieder an, stört aber kaum. Das neue MacBook laufe «cool», könne auch Windows nutzen und wache von einer Sekunde auf die andere aus dem Ruhezustand auf, lobt der IT-Experte David Pogue von der «New York Times».

In dem schlanken Gehäuse blieb neben dem Akku dann nur noch Platz für eine 1,8-Zoll-Festplatte, wie man sie auch im iPod Classic findet. Daher kann man das MacBook Air nur mit einem maximalen Festplattenvolumen von 80 Gigabyte ordern. Eine größere Festplatte hätte nicht mehr unter die Tastatur gepasst.

Funktion folgt From

«Form Follows Function», die Form folgt der Funktion, so lautet der Gestaltungsleitsatz von Louis Sullivan, einem der ersten großen Hochhausarchitekten in den USA. Apple-Chefdesigner Jonathan Ive hat mit dem MacBook Air dieses Prinzip auf den Kopf gestellt. Um die kompakte Bauform des neuen Notebooks zu ermöglichen, verzichtete Ive nämlich auf manche Funktionen, die man üblicherweise bei einem Notebook vorfindet.

So sucht man an dem Alu-Gehäuse vergeblich nach einer Ethernet-Buchse für den Netzwerkzugang. In der Welt von Steve Jobs und Jonathan Ive gehen Notebook-User mittlerweile drahtlos ins Netz. Und wer in Ausnahmefällen auf einen drahtgebundenen Netzzugang angewiesen ist, kann sich mit einem USB-Adapter behelfen.

Aus Platzgründen gibt es für diese Schnittstelle auch nur eine Buchse. Schließlich kann eine externe Maus auch über Bluetooth angeschlossen werden. Und reicht der eine USB-Port nicht aus, kann ein kleiner externer USB-Hub Abhilfe schaffen.

Externe Ergänzungen

Verzichtet haben die Apple-Ingenieure auch auf ein eingebautes optisches Laufwerk. Ein externer DVD-Brenner, der per USB angeschlossen wird, schlägt mit zusätzlichen 99 Euro zu Buche. Mit Hilfe einer speziellen Software können allerdings auch die Laufwerke von anderen Macs und Windows-PCs von dem MacBook Air «geliehen» werden, um beispielsweise Programme von einer DVD auf dem Apple-Notebook zu installieren.

Filmfreunde, die unterwegs im Zug oder Flugzeug ihren Rechner gerne als DVD-Player nutzen, werden das fehlende interne Laufwerk allerdings schmerzlich vermissen. Es sei denn, sie kaufen ihre Filme ohnehin schon online über das Netz ein.

Kompromisse musste Apple auch beim Akku des MacBook Air eingehen. Er erreicht zwar immerhin eine Laufzeit von knapp fünf Stunden. Allerdings wurde er mit acht Schrauben im Alu-Gehäuse befestigt und kann nach Angaben von Apple nur von einem Fachservice getauscht werden. Es ist also nicht ohne weiteres möglich, einen Ersatz-Akku mit auf eine lange Reise zu nehmen und die Stromquelle unterwegs auszuwechseln.

Gemischte Reaktionen

Diese Einschränkungen führen bei Walt Mossberg vom «Wall Street Journal» auch zu einem gemischten Urteil über das MacBook Air: «Wenn Sie auf ein dünnes Subnotebook mit großem Bildschirm und großer Tastatur Wert legen, keine DVD im Flugzeug anschauen und keine Zusatzbatterien benötigen, dann ist das MacBook Air perfekt.»

Wer jedoch auf Ersatz-Akkus angewiesen ist, die übliche Auswahl von Schnittstellen erwartet und gerne DVDs im Flieger abspielt, kaufe sich diesen Computer besser nicht.

Immerhin ist das MacBook Air für Apple-Verhältnisse vergleichsweise preiswert. Die Standardvariante mit einer 80-Gigabyte-Festplatte und einem 1,6-Gigahertz-Prozessor kostet 1700 Euro. Ein Sondermodell, im dem die Festplatte durch einen 64 Gigabyte großen Flashspeicher ersetzt wurde und in dem ein 1,8-Gigahertz-Chip steckt, ist mit 2870 Euro deutlich teurer. (Christoph Dernbach/dpa)

 
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